+
Hoffnung für die Bahnfahrer: Der Halbstundentakt für das Oberland ist laut Wirtschaftsministerin Ilse Aigner nicht vom Tisch.

"Positive Signale"

Halbstundentakt: Ministerin macht Hoffnung

  • schließen

Landkreis - Das Thema Halbstundentakt und Elektrifizierung im Bahnverkehr im Oberland ist nicht vom Tisch. Das machte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner am Freitag deutlich.

Das ablehnende Schreiben des Innenministers zum Halbstundentakt und der Elektrifizierung des Bahnverkehrs im Oberland war ein Rückschlag. Doch es war auch ein fraktionsübergreifender Motivationsschub, am Thema dranzubleiben. Bekanntermaßen suchten Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan den Kontakt zur politischen Spitze des Innenministeriums. Bei einem Besuch in der Redaktion des Miesbacher Merkur berichtete Aigner gestern von „intensiven Gesprächen“, die inzwischen Hoffnung auf eine Lösung machen.

„Was in das Schreiben aus dem Innenministerium hineininterpretiert wurde, entspricht nicht ganz der Sache“, sagte Aigner. Bei zahlreichen Gesprächen sei deutlich geworden, dass noch bauliche und finanzielle Fragen zu klären seien. Allein aus technischer Sicht ließe sich das Projekt nicht von heute auf morgen umsetzen. Es gebe aber durchaus positive Signale. Diese will die Ministerin bei einem Treffen am 31. Oktober mit den Landräten von Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie einigen Bürgermeistern – darunter Josef Lechner aus Fischbachau und Olaf von Löwis aus Holzkirchen – überbringen und dort auch das weitere Vorgehen besprechen. An der Notwendigkeit des Halbstundentakts im Landkreis Miesbach zweifelt sie nicht. Vor allem auf dem Streckenast von Schliersee nach Bayrischzell sei die Nachfrage bei Pendlern und Ausflüglern groß – auch wegen der dort mangels Umgehungsstraßen angespannten Verkehrssituation.

Nicht nur der Halbstundentakt, sondern auch die Elektrifizierung des Bahnverkehrs ist für Aigner weiterhin ein Thema. Dass Oberleitungen nicht nur teuer, sondern auch für die Bevölkerung unattraktiv seien, habe sie zuletzt deutlich mitbekommen, scherzte Aigner mit Blick auf die Stromtrassen-Diskussion. „Die Begeisterung hält sich da erfahrungsgemäß in Grenzen.“ Eine Alternative zu oberirdischen Leitungen könnte die Wasserstofftechnik bieten.

Aigner berichtete, dass das Wirtschaftsministerium eine Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff-Loks am Helmholtz-Institut in Erlangen in Auftrag gegeben hat. Hier werde an der LOHC-Technik („Liquid Organic Hydrogen Carriers“) geforscht. Ein Verfahren, mit dem sich der Energieträger Wasserstoff in flüssiger Form speichern lässt. „Das ist wesentlich sicherer als ein explosives Gas“, erklärte Aigner. Die Züge wären damit tunneltauglich und würden der Bayerischen Oberlandbahn die Möglichkeit eröffnen, die S-Bahn-Stammstrecke in München zu nutzen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Technischer Defekt löst Großeinsatz aus
47 Feuerwehrleute, dazu Polizei: Auch abseits des Unwettergeschehens hatten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Samstag zu tun. 
Technischer Defekt löst Großeinsatz aus
Angeklagter (40) rammt betrunken auf der A8 einen Streifenwagen
Zwei Polizisten werden bei dem Aufprall leicht verletzt, als ein 40-Jähriger auf der A8 bei Irschenberg hinten auf ihren Streifenwagen fährt. Der Mann flüchtete - und …
Angeklagter (40) rammt betrunken auf der A8 einen Streifenwagen
Biker überholt abbiegendes Auto - und wird lebensgefährlich verletzt
Er wollte eigentlich nur ein Auto überholen - doch dabei ist ein Motorradfahrer in Schliersee schwer verunglückt. 
Biker überholt abbiegendes Auto - und wird lebensgefährlich verletzt
Handicap Integrativ : Eine Sportgruppe (fast) wie jede andere
Die Sparte Handicap Integrativ bei der SG Hausham ermöglicht seit zehn Jahren inklusives Sporttreiben. Initiator Stephan Kaiser schweben noch viele Projekte vor – oft …
Handicap Integrativ : Eine Sportgruppe (fast) wie jede andere

Kommentare