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Die Bauarbeiten stehen: Die Sanierung des Gebäudes am Marktplatz 13 erfolgte ohne Baugenehmigung. Eine Nutzungsänderung für die Gewerbefläche im Erdgeschoss lehnt die Stadt Miesbach ab. 

Neue Diskussion im Gebäude am Marktplatz

Nach Baustopp: Nein zur Nutzungsänderung

Beim Anwesen Marktplatz 13 in Miesbach hakt’s nicht nur am Wasser. Vielmehr hat das Landratsamt die dortigen Sanierungsarbeiten eingestellt. 

Miesbach – Johann Lohmayr hat derzeit einiges mit den Behörden zu tun. Wie berichtet, hat ihm die Stadt Miesbach das Wasser abgedreht, nachdem er Bauarbeiten an der Leitung hatte erledigen lassen (den Bericht finden Sie hier). Die Auseinandersetzung ist längst nicht ausgestanden, Fortschritte kaum erkennbar. Nun wurde Lohmayr im Bauausschuss vorstellig. Er hatte eine Nutzungsänderung für das Gebäude beantragt: Eine weitere Wohnung statt Gewerbe im Erdgeschoss. Den Stadträten gefiel das gar nicht, und letztlich hängt an der Wohnung auch nicht das Herzblut des Eigentümers.

Der jetzt behandelte Antrag hängt auch zusammen mit einem Baustopp, den das Landratsamt im September verfügt hatte. Bei der Sanierung hat Lohmayr laut Beschlussvorlage Änderungen am Dachstuhl vorgenommen, eine Terrasse und einen Balkon gebaut. Und das Regenwasser werde in die Dachrinne des Nachbarn eingeleitet. Das alles fand ohne Baugenehmigung statt. Daher: Baustopp.

Die Änderungen sind nun in einem entsprechenden Bauantrag eingearbeitet, mit dem die Stadt auch kein Problem hat. Sollte in einem geänderten Antrag im Erdgeschoss die Gewerbenutzung bleiben, darf Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) laut Beschluss das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Vor der Baugenehmigung schaut sich aber unter anderem die Abteilung Denkmalschutz am Landratsamt die Sache an, weil der Marktplatz Ensembleschutz genießt. Wie diese Prüfung ausfällt, steht in den Sternen.

Bezüglich der Gewerbenutzung bestand letztlich Einigkeit: Am Marktplatz sollen Läden und Gastronomie die Erdgeschosse dominieren. Schließlich handelt es sich um ein „Top-Lage“, wie etwa Michael Lechner (FWG) im Ausschuss sagte. Und im Erdgeschoss am Marktplatz 13 waren seit jeher Läden – zuletzt das Seifenkistl. Daran will auch Lohmayr nicht zwingend etwas ändern. „Ich bin da völlig offen“, sagte er im Ausschuss. Verschiedene Anfragen habe es gegeben, allein zu einem Abschluss kam es offenbar nicht. Aktuell steht die Fläche leer.

Einer Umnutzung stand der Ausschuss eindeutig ablehnend gegenüber. „Das wäre negativ für die umliegenden Geschäfte und den ganzen Marktplatz“, sagte zum Beispiel Paul Fertl (SPD), der es prinzipiell begrüßte, dass der neue Eigentümer „das runtergekommene Haus herrichtet“. Von einer Änderung des Status quo riet auch die Verwaltung dem Bauherrn dringend ab. Denn der Weg zurück ist nicht so einfach. Denn dann „bekommen Sie ein massives Stellplatzproblem“, sagte Johannes Löw vom städtischen Bauamt.

Lesen Sie auch: Bauherr reagiert auf Wassersperrung Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeisterin Pongratz

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