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Für großes Interesse bei den Jägern sorgt alljährlich die Ausstellung der Trophäen.

Hegeschau in der Oberlandhalle Miesbach

Transparenz und sachliche Diskussion

Transparenz. Ein Wort, das bei der Hegeschau immer wieder durch die Oberlandhalle schallte. Zweck der Schau: Jäger sollen beweisen, dass sie den vorgegebenen Abschussplan erfüllt haben.

Landkreis Jäger seien wie Landwirte und Waldbesitzer eine „Minderheit in einer städtisch orientierten Gesellschaft“, sagte Martin Weinzierl, Kreisvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes. In einer Zeit, in der sich Jäger für das Töten von Wildtieren rechtfertigen müssten, machten verschleierte Zahlen angreifbar. Transparenz könne „undifferenzierten Anschuldigungen“ Wind aus den Segeln nehmen. Offene Stalltüren seien in der Landwirtschaft heute Standard. Vergleichbares wünsche er sich für die Jagd. „Wir machen das hier für die Öffentlichkeit“, stellte Weinzierl bei der Hegeschau klar.

Die Ränge der Oberlandhalle waren allerdings eher spärlich besetzt. Dass lediglich 300 Gäste gekommen waren, führte Weinzierl auf das sonnige Wetter zurück. Stefan Kramer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) warb um Verständnis, dass er die Interessen des Waldes vertritt. „Eure Kinder werden uns nicht daran messen, welche Trophäen wir ihnen hinterlassen, sondern welche Umwelt“. In die Erstellung von Verbissgutachten würden die Jagdpächter nicht eingebunden, wetterte Weinzierl in Kramers Richtung. Ansonsten verlief die Hegeschau harmonisch. Vom Hickhack der vergangenen Jahre kaum eine Spur.

Gut, die Sorge um die Gams, das „Symbolbild der Alpen“, so Weinzierl, erhitzt weiterhin die Gemüter. Die Krux: Der Staatsforst verweigere Altersangaben, klagte Weinzierl. Im vorigen Jahr wurden diese gar geschwärzt. Wie entwickeln sich die Populationen? Wie viele Tiere sollen zum Abschuss freigegeben werden? Ohne konkrete Zahlen sei sinnvolles Planen ein Ding der Unmöglichkeit. „Bei der notwendigen Bejagung darf es keine Geheimnisse geben“, forderte Weinzierl und erntete dafür Applaus seiner Jägerkollegen.

Kurzerhand wurde selbst Hand angelegt. Jedes Krickerl wurde untersucht. Das Ergebnis: Eine genaue Datengrundlage, „heuer erstmalig“, freute sich Kreisjagdberater Tobias Hupfauer. Nach wie vor würden überproportional viele Jungtiere geschossen. Statt der geplanten 50 Prozent in der Jugendklasse ganze 75 Prozent. „Eindeutig zu hoch“, mahnte er an. Was das Rotwild betrifft, ist Hupfauer guter Dinge. „Ich denke nicht, dass es uns über die Ohren wächst.“ Zudem sei das Wild im Landkreis vital.

Als Hauptredner hatte der Kreisjagdverband Armin Deutz aus der Steiermark eingeladen, Veterinär und Dozent für Wildtierbiologie. „Eine Koriphäe auf seinem Gebiet“, betonte Weinzierl. In Richtung seiner menschlichen Zuhörer sagte Deutz: „Wir sind nicht so besonders, wie wir immer glauben“. Er rühmte das Rotwild, dessen Langzeitgedächtnis. Seine Lernfähigkeit führe zu „versteckter Population“. Die Tiere tricksen Jäger aus. Das habe seinen Preis.

Cortisol gilt als Indikator für Stress. Deutz zeigte, wie hoch der Stresspegel bei Rotwild ist, das permanent Angst vor Abschuss hat. Längere Schonzeit, kürzere Jagdzeit, das forderte auch Hupfauer. Dem Wild täte das gut, und „wir täten uns leichter mit der Jagerei“. Applaus von den Rängen.

Tenor der Hegeschau: Die Zusammenarbeit ist gut. Und alle wollen sich bemühen, damit sie noch besser wird. Es gebe „offene und sachliche Diskussionen“, konstatierte Hupfauer.

Die Abschusszahlen

Gamswild: geplant 569, geschossen 506; Erfüllungsgrad: 88 Prozent.

Rotwild: geplant 721, geschossen 548; Erfüllungsgrad: 76 Prozent.

Rehwild: geplant (Drei-Jahres-Plan) 8926, nach einem Jahr geschossen 2768; Erfüllungsgrad: 31 Prozent.

Schwarzwild: geschossen vier.

Johanna Wieshammer

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