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Seepromenade in Bad Wiessee: Das Wasser bedeckt schon mehrere Zentimeter den Weg.

Nach Unwetter an Tegernsee und Schliersee

Neue Hochwasser-Warnung für Tegernsee und Schliersee - Wieder drei Tage Dauerregen

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  • Sebastian Grauvogl
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  • Gerti Reichl
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  • Tamara Scheid
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Die Pegel von Tegernsee und Schliersee sowie ihrer Zu- und Abflüsse sind nach dem Hochwasser von vergangener Woche wieder gesunken. Nun gibt es eine neue Warnung.

  • Die Flutwelle von vergangener Woche ist abgeklungen. Anwohner an Tegernsee und Schliersee sowie ihren Zu- und Abflüssen sind nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.
  • Bilder und Pegelstände von 20. bis 22. Mai finden Sie weiter unten im Ticker.
  • Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung der Stufe 3 herausgegeben. 
  • Der Hochwassernachrichtendienst gibt noch keine Entwarnung.

+++AKTUALISIEREN+++

Update, 28. Mai: Überschwemmungen: Keine Entwarnung für Landkreis Miesbach

Während für die meisten Landkreise im Alpenvorland inzwischen die Warnungen aufgehoben wurden, hat der Hochwassernachrichtendienst seine Warnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen für den Landkreis Miesbach heute Vormittag erneuert. Sie gilt vorläufig bis Mittwoch, 11 Uhr. „Der Schliersee hat aktuell noch die Meldestufe 1 überschritten, wobei aufgrund der bisher gefallenen und vorhergesagten Niederschläge bis in die Nacht zum Donnerstag hinein, die Meldestufe 1 sehr wahrscheinlich überschritten bleibt“, heißt es in der Warnung.

Der Deutsche Wetterdienst hat für den südlichen Teil des Landkreises eine Unwetterwarnung herausgegeben, für den nördlichen Teil eine Warnung. Er geht von Dauerregen bis Donnerstagfrüh mit Niederschlagsmengen um bis zu 80 Liter, in Staulagen sogar bis zu 100 Liter pro Quadratmeter insgesamt aus.

Update, 27. Mai: Neue Hochwasser-Warnung für Landkreis Miesbach

Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA) hat aufgrund von Hochrechnungen eine neue Hochwasserwarnung für den Landkreis Miesbach herausgegeben. Ab Montag bis Donnerstagmorgen regnet es stark. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung der Stufe 3 für ganz Südbayern herausgegeben. 

Parallel dazu findet der Verein „Rettet den Tegernsee“: Hochwasser-Ereignisse geraten viel zu schnell in Vergessenheit. Um das zu verhindern, verschickt der Vorstand tausende Flyer an die Bevölkerung.

Das WWA ergänzt mit einer konkreten Hochwasserwarnung vor allem für Schliersee:

„Der Schliersee hat aktuell noch die Meldestufe 1 erreicht, der Pegel fällt nur zögerlich. Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge ab dem späteren Montagnachmittag bis in die Nacht zum Donnerstag hinein, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Meldestufe 1 am Schliersee überschritten bleibt, bzw. wieder erreicht wird.“

22. Mai, 15.55 Uhr: Die Pegel haben ihren Zenit überschritten und sinken langsam ab. Der Tegernsee könnte noch zum abend die Meldestufe 2 wieder unterschreiten. Der Schliersee hält sich zwar aktuell noch konstant auf dem vorläufigen Höchststand, siehe Meldung weiter unten. 

Doch auch dort zeigt die Prognose langsame Entspannung an. Auch wenn es aktuell noch regnet, hat der Deutsche Wetterdienst seine Warnungen für den Landkreis aufgehoben.

13.48 Uhr: Die Pegel stagnieren - Stand 13.45 Uhr: Tegernsee 726,58 m NN, Schliersee 777,56 m NN.

10.50 Uhr - Noch mal ein Blick auf die Pegel von heute:

Der Tegernsee liegt - Stand 10.45 Uhr - stabil bei 726,58 m NN. Also immer noch Meldestufe 2.

Der Schliersee liegt ebenfalls stabil bei  777,56 m NN, auch Meldestufe 2.

Die Schlierach in Miesbach ist mit 88 Zentimetern nicht mehr im Meldestufenbereich.

Hochwasser: Die Bilder zum Unwetter an Tegernsee und Schliersee

15.35 Uhr

BOB meldet Störungen im Eisenbahnverkehr: Nun meldet die Bayerische Oberlandbahn auch Störungen im Betriebsablauf. In Streckenteilen kam es zu Verspätungen und vereinzelt zu Ausfällen, zum Beispiel zwischen Schliersee und Miesbach, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Ob es zu weiteren Störungen in Gewässernähe kommt, sei derzeit noch nicht absehbar und hänge von der weiteren Entwicklung der Pegelstände der Flüsse ab. Fahrgästen wir empfohlen, sich vor Reisebeginn auf der Webseite über die Fahrtmöglichkeiten zu informieren.

15.20 Uhr

Der Tegernsee hat Meldestufe 2 erreicht - 726,46 m NN.


15.15 Uhr

Unter Wasser steht mittlerweile auch der Kurweg in Schliersee in der Nähe des Sees. Auf Höhe des Milchhäusls hat unser Fotograf die Wassermassen im Bild festgehalten.

Auch der Kurweg in Schliersee steht unter Wasser.

14.50 Uhr

Im Laufe des Dienstags mussten die Feuerwehren im Landkreis doch noch einige Male ausrücken, um voll gelaufene Keller auszupumpen. 

Und auch dem HEP in Holzkirchen bereitet der anhaltende Regen Sorge: Weil das Dach wohl undicht ist, mussten einige Eimer aufgestellt werden, berichtet eine Leserin.


14.30 Uhr

Der Tegernsee steht mit 726,45 m NN nur noch einen Zentimeter unter der Meldestufe 2. Das Bedeutet laut Wasserwirtschaftsamt: land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.


14.10 Uhr

Die Lage dürfte sich entspannen - Stand 14 Uhr:

Der Schliersee bleibt seit einer Stunde auf 777,49 m NN stehen.

Der Tegernsee klettert nur langsam weiter, hat mittlerweile 726,44 m NN erreicht.

In Miesbach sinkt die Schlierach wieder, hat mittlerweile 106 Zentimeter erreicht.


12.05 Uhr

Ein aktueller Blick auf die Pegel im Landkreis Miesbach - Stand 12 Uhr.

Der Schliersee verharrte eine Stunde bei 777,47 m NN. Scheinbar hatte das Gewässer Hemmungen, den letzten Zentimeter zur Meldestufe 2 zu nehmen. Jetzt, um 12 Uhr, sind 777,48 m NN erreicht - Meldestufe 2 liegt vor!

Am Tegernsee wurde in St. Quirin  726,40 m NN gemessen. Im Schnitt steigt der Tegernsee damit um etwa drei bis vier Zentimeter pro Stunde. Meldestufe 2 ist mit 726,46 m NN erreicht.

Und in Miesbach sinkt der Pegel der Schlierach wieder langsam. Derzeit liegt er bei 112 Zentimetern. Um 11 Uhr waren es noch 115 Zentimeter.


11.00 Uhr

Wie das Landratsamt Miesbach soeben mitteilte, wurden die Prognosen für das Hochwasser im Landkreis nach unten korrigiert. Das Wasser steigt wohl nicht so stark wie erwartet, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Laufe des Dienstags wird erwartet, dass die Pegel Meldestufe 2 von 4 erreichen, jedoch nicht wie befürchtet Meldestufe 3. Damit bleiben die Pegel deutlich unter dem Stand von 2013. Rund um Gewässer kann es aber trotzdem zu lokalen Überflutungen kommen, schreibt das Landratsamt weiter.

Am frühen Dienstagmorgen tagte der Krisenstab des Landratsamtes. Die positive Nachricht des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim: Die Prognosen des Vortags konnten nach unten korrigiert werden. Die Lage hat sich trotz anhaltendem Regen leicht entspannt, das erneute Hochwasser wird damit also, zumindest basierend auf den aktuellen Messdaten, deutlich niedriger ausfallen als befürchtet. 

Trotzdem werden einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Die Gemeinden und die örtlichen Feuerwehren wurden vom Krisenstab gebeten, bekannte Problemstellen regelmäßig zu kontrollieren, berichtet das Landratsamt. 

Abzuwarten gilt es auch, wie viel Schmelzwasser aus den Bergen in den kommenden Tagen zum anhaltenden Regen hinzukommt. „Das ist oft nicht einschätzbar“, sagt Kreisbrandrat Anton Riblinger. Momentan liegt die Schneefallgrenze laut Landratsamt bei 1800 Metern. Die Schneemassen des Winters seien noch nicht abgetaut und werden in den nächsten Wochen zur Pegelhöhe beitragen.

10.30 Uhr

Anruf bei Kreisbrandmeister Anton Riblinger. Fazit: Noch sei die Lage verhältnismäßig entspannt - auch wenn Mangfall, Leitzach und Schlierach sehr gut gefüllt seien. Man ist optimistisch, dass Meldestufe 3 nicht erreicht wird. Bisher seien „nur“ drei Keller im Landkreis vollgelaufen, in Weyarn wurde eine Straße überschwemmt. Um für den Fall der Fälle jedoch gewappnet zu sein, haben das THW und die Feuerwehr Bad Wiessee bereits die ersten Sandsäcke befüllt. „Wir haben lieber etwas auf Reserve, damit wir nicht erst anfangen müssen, wenn es so weit ist“, sagt Riblinger. Die Lage behalten der Kreisbrandrat und das Landratsamt jedenfalls genau im Blick. „Wir stehen auch im engen Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt.“ 

Die Feuerwehr Bad Wiessee befüllt Sandsäcke.

10.10 Uhr

Pegelstand um 10 Uhr bei St. Quirin am Tegernsee: 726,33 m NN. Zu Meldestufe 2 sind noch 13 Zentimeter Luft. In der vergangenen Stunde stieg das Wasser um zwei Zentimeter. Die ersten Anwohner ergreifen bereits erste Schutzmaßnahmen.

Am Schliersee wurden um 10 Uhr 777,46 m NN gemessen - damit fehlen nur noch zwei Zentimeter zur Meldestufe 2. 

Die Schlierach in Miesbach hat mittlerweile, 10 Uhr, 117 Zentimeter erreicht. Ist aber kein Problem, denn Meldestufe 2 beginnt erst ab 150 Zentimeter.

Dienstag, 21. Mai, 8.40 Uhr

Es regnet unablässig weiter. Hier die aktuellen Pegelstände:

Am Tegernsee ist Meldestufe 1 erreicht. St. Quirin meldet 726,27 m NN (Stand 8.15 Uhr).

Schliersee nähert sich Meldestufe 2: 777,44 m NN hat das Wasser um 8.30 Uhr erreicht. Vier Zentimeter Luft hat Meldestufe 1 noch.

In Miesbach ist ebenfalls Meldestufe 1 erreicht. 120 Zentimeter wurden um 8.30 Uhr gemessen - 10 cm über der Meldegrenze. Aber der Pegel ist seit 30 Minuten konstant.

So begann das Hochwasser am Montag, 20. Mai


22.35 Uhr

St. Quirin, 22.30 Uhr: Der Tegernsee pegelt sich bei 725,80 m NN ein.

Schliersee, 22.30 Uhr: 777,24 m NN.

Miesbach, 22.30 Uhr: 107 Zentimeter

21.50 Uhr

Am Schliersee wird es langsam richtig eng. 777,23 m NN -  fünf Zentimeter fehlen noch bis Meldestufe 1, Stand 21.45 Uhr.

St. Quirin am Tegernsee meldet 725,78 m NN, Stand 21.45 Uhr.

Die Schlierach bei Miesbach: schon 103 Zentimeter, Stand 21.46 Uhr.

19.45 Uhr

Neue Wasserstandsmeldung von St. Quirin am Tegernsee. Dort wurden um 19.30 Uhr 725,72 Meter über NN gemessen. Meldestufe 1 ist bei 726,21 m NN erreicht.

Vom Schliersee wurden um 19.45 Uhr 777,20 m NN gemeldet. Dort beginnt Meldestufe 1 bei 777,28 m NN.

Auch die Schlierach in Miesbach taucht im Hochwasserbericht auf. Stand 19.45 Uhr wurden hier 98 Zentimeter gemessen, das sind 682,81 m NN. Meldestufe 1 ist bei 110 Zentimetern erreicht.

18.15 Uhr

Nicht nur am Tegernsee, sondern im gesamten Landkreis Miesbach schauen Bürger, Behörden und Einsatzkräfte mit Bange auf die Wetterprognosen. Die lassen aktuell nichts Gutes erwarten. 

Unwetterwarnung des DWD: extrem ergiebiger Dauerregen im Landkreis Miesbach

So warnt der Deutsche Wetterdienst im gesamten Landkreis Miesbach vor einem Unwetter durch „extrem ergiebigen Dauerregen“. Bis Mittwoch, 22. Mai, um 6 Uhr erwarten die Metereologen Niederschlagsmengen zwischen 90 und 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen auch bis 140 Liter. In Verbindung mit dem in den Hochlagen abtauenden Schnee seien teilweise sogar noch größere Abflussmengen zu erwarten. Mögliche Folgen: Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen. Auch Erdrutsche seien nicht auszuschließen.

Lesen Sie auch: News-Ticker zur Hochwasserlage in Bayern

Hochwasserwarnung für Tegernsee, Schliersee, Leitzach und Schlierach

Auch der Hochwassernachrichtendienst hat die Lage im Blick. Seit Montagnachmittag (15.48 Uhr) gilt eine Hochwasserwarnung vor Überschwemmungsgefahr für bebaute Gebiete. Hier die Meldung im Wortlaut:

Steht schon unter Wasser: ein Teil der Seepromenade in Schliersee am Montagnachmittag.

 „Nach unseren derzeitigen Berechnungen kommt es am Tegernsee und am Schliersee zur Überschreitung der Meldestufe 3 (einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich). An der Leitzach wird Meldestufe 1 überschritten (stellenweise kleinere Ausuferungen) und an der Schlierach wird am Dienstag, 21. Mai, vormittags eine Überschreitung der Meldestufe 2 (Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen) erwartet. Für alle Gewässer im Landkreis wird ein weiterer Anstieg der Wasserstände erwartet, insbesondere für die Wildbäche.“

Während es am Montagnachmittag in anderen Teilen Deutschlands schon von Gewittern durchsetzten Starkregen gab, blieb es im Landkreis bis zum frühen Abend vorerst bei mäßigem Dauerregen. In der Nacht gehen die Metereologen aber von einer Verlagerung des Regenschwerpunkts Richtung Alpen aus, wobei sich durch die Winddrehung auf nördliche Richtungen zunehmend eine Staulage einstellt. Wie stark die Pegel tatsächlich steigen, wird sich wohl erst am Dienstagmorgen zeigen. Wie immer bei solchen Wetterlagen lassen sich die konkreten Regenmengen an einem Standort nur sehr schwer im Voraus berechnen.

17.50 Uhr

An der Messstelle in St. Quirin werden im 15-Minuten-Takt die Pegelstände gemessen. Zuletzt, um 17.45 Uhr, lag der Pegel bei 725,69 Meter über Normalnull. Um 14 Uhr waren es noch 725,61 m NN.

Ursprünglicher Artikel Montag 20.05.2019

Gmund – Noch bis Mittwoch, so die Prognosen, soll die sogenannte Vb-Wetterlage die Region beherrschen. Ein Mittelmeertief pumpt dabei warme Luftmassen über das Mittelmeer, reichert diese dort stark mit Feuchtigkeit an und drückt dann von Nordosten her gegen die Alpen. Die Folge ist intensiver Stauniederschlag. 

Schon 2013 sorgte diese Vb-Wetterlage für heftige Regenfälle und verheerendes Hochwasser. „Wir haben derzeit so eine ähnliche Wetterlage“, erklärt Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. „Und man hat festgestellt, dass bei diesem Wetter-Modell mit Hochwasser zu rechnen ist.“ 

Die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes, so Holderer, liege bei 150 Millimetern in 24 Stunden „Das ist nicht ganz wenig.“ Auch die Schneeschmelze komme dazu. Das Landratsamt habe Feuerwehren und Rettungsdienste bereits in Hab-Acht-Stellung gebracht.

Laut Holderer werde wohl die Meldestufe 2 bis 3 am Tegernsee erreicht. Das hieße, dass Seeufer in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee über die Ufer treten.

Hochwassersituation am Tegernsee: In St. Quirin wird laufend Pegelstand gemessen

Konkret wurde an der Messstelle St. Quirin am Montag um 14 Uhr ein Pegelstand von 725,61 Meter über Normalnull (NN) gemessen. Ab 726,21 Meter über NN beginnt laut Hochwassernachrichtendienst Bayern die Überflutung der Uferpromenaden in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee, ab 726,46 (Meldestufe 2) die Überflutung der Uferwege in Gmund sowie ufernaher Häuser in Rottach-Egern und Bad Wiessee. Meldestufe 3 ist bei 726,76 erreicht.

„Wir werden wohl immer noch einen Meter unter dem Wasserstand von 2013 liegen“, prognostiziert Holderer. Am 3. Juni 2013 lag der Pegel des Tegernsees bei 727,52 Meter NN.

Lesen Sie hier: Rückblick auf das Hochwasser von 2013

Mit dem Ruderboot durch die Rottacher-Uferstraße: So sah es am 2. Juni 2013 aus.  

Während Hausbesitzer in Ufernähe mit Sorge zum Himmel und auf den See blicken, kocht bei Andreas Scherzer, dem Vorsitzenden des nach dem Hochwasser von 2013 gegründeten Vereins „Rettet den Tegernsee“, schon die Wut hoch. Er hat sich mit dem Wiesseer Peter Kathan auf den Weg gemacht und das Schuhmacherwehr in der Mangfall bei Gmund inspiziert.„Warum werden dort die Bretter nicht umgelegt, damit mehr Wasser abfließen kann“, wundert sich Scherzer. Er unterstellt dem Betreiber, nur den Gewinn aus der Stromproduktion im Auge zu haben. „Sollte dies nicht passieren, dann wissen wir schon, wer im Schadensfall zur Rechenschaft gezogen werden könnte“, wettert Scherzer.

Hochwassersituation am Tegernsee: Welche Rolle spielt das Schuhmacherwehr?

Das Wehr gehört Florian Kohler, dem Inhaber der Büttenpapierfabrik. „Und der hat einen wasserrechtlichen Bescheid, in dem klar steht, wann das Brett umzulegen ist“, erklärt Andreas Holderer. „In dem Bescheid sei alles klar geregelt.“ Holderer versucht die Wogen zu glätten: „Den Tegernsee kann man im Übrigen nicht steuern. Der Abfluss ist so gut wie gar nicht zu beeinflussen.“

Florian Kohler reagiert: Man habe noch am Wochenende bei Sonnenschein den sogenannten „Freischuss“ am Wehr geöffnet, damit mehr Wasser abfließen könne. Die Bretter müsse er laut Vertrag erst bei einem Pegel von 725,71 über NN umlegen. Im Laufe des Montagnachmittag wurde dies veranlasst. Im Übrigen, so Kohler, sei er erstaunt über abermals unfachgemäße Darstellung des Vereins: „Bei Hochwasser werde erstens weniger Strom produziert und zweitens leide die Fabrik selbst am meisten darunter.“

Noch kann der Pegelstand des Sees nicht reguliert werden, aber vielleicht in Zukunft?Derzeit wird ein Konzept zur Regulierung entwickelt, der Einbau einer Druckleitung bei Gmund ist geplant.

Weitere aktuelle Berichte aus der Region lesen Sie hier.

gr/sg/ddy/tas

Lesen Sie dazu auch:

Ärger um Hochwasserschutz in Miesbach: Bürgermeisterin stellt die Vertrauensfrage

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