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Hopf-Festtage: Fingerhakeln fesselt Publikum - Jubelrufe und Siegerposen

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Von: Alexandra Korimorth

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Kraft und die richtige Taktik sind gefragt beim Fingerhakeln. Die meisten der Buben traten in Lederhosen an. Ein Auffänger hinter den Haklern ist obligatorisch.
Kraft und die richtige Taktik sind gefragt beim Fingerhakeln. Die meisten der Buben traten in Lederhosen an. Ein Auffänger hinter den Haklern ist obligatorisch. © Christian SCHOLLE

80 junge Fingerhakler haben bei der Alpenländischen Schülermeisterschaft ihr Können im Rahmen der Hopf-Festtage gemessen. Zum Sieg führt dabei nicht nur Muskelkraft.

Miesbach – Muskelschmalz, Taktik, Spannung, lautstarke Fans, große Siegerposen, aber auch Tränen der Enttäuschung gab es am Sonntag bei der Alpenländischen Schülermeisterschaft im Fingerhakeln. 80 Hakler zwischen sechs und 15 Jahren aus ganz Bayern zogen sich zweieinhalb Stunden lang gegenseitig über den Tisch. Bis am Ende die fünf Einzelsieger der Klassen und auch die Gewinner-Gaue feststanden, ging es hoch her im Hopf-Festzelt auf dem Miesbacher Volksfestplatz.

Fingerhakeln: Es geht nicht nur um Muskelkraft

Schon am Vormittag waren die Schlachtrufe über dem Platz geschallt. Es waren die Familien der jungen Hakel-Gladiatoren, die ihre Sprösslinge anfeuerten: „Ammergau!“ und „Werdenfels!“ dröhnte es schon zu Beginn der Wettkämpfe aus dem Zelt, als die Sechs- und Siebenjährigen antraten, die meisten der Buben in Lederhosen und offensichtlich bestens trainiert. Bevor es losging, wärmten sie ihre Muskeln im Schulterbereich mit Übungen auf, tauchten ihre Finger in Magnesium und krempelten die Ärmel ihrer Trachtenhemden hoch. Manch einer bekam von der Trainerin oder der Mutter eine schnelle Massage der Nackenmuskulatur mit einem Faszienball verpasst.

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Bei jedem Durchgang taxierten die Sportler ihre Gegner und deren Taktik. Denn beim Fingerhakeln geht es nicht allein um Muskelkraft. Darum heißt es, den Gegner zu studieren. Wurden ihre Namen aufgerufen, schlupften die jungen Profis auch noch aus ihren Hosenträgern: Nichts sollte sie behindern. Mit großer Ernsthaftigkeit schritten sie dann an den Hakel-Tisch auf der Bühne, schlüpften in den Ring, stemmten ein Bein ein und zogen nach Leibeskräften und eigener Taktik unter den Augen von Schiedsrichter Helmut Weiß.

Durchgänge bis zu einer Minute

Manche Durchgänge dauerten nur wenige Sekunden, andere – vor allem bei den 14- und 15-Jährigen in der Klasse 5 – zogen sich bis zu einer Minute hin. Dabei machte es Moderator Hans Lidl spannend. Er heizte das Publikum förmlich an, und jedes Mal brach ohrenbetäubender Schlachtruf-Lärm aus. Bis aus Aschaffenburg (Gau Spessart), dem Bayerischen Wald, dem Altmühlthal, dem Chiemgau, dem Isargau, dem Allgäu (Gau Auerberg), Ammergau, Werdenfelser Land (Gau Werdenfels) und freilich aus dem Schlierachtal waren die jungen Sportler angereist. Nur die drei Gaue aus Österreich hatten gepasst.

Nach jeder Runde waren Jubelrufe zu hören und Siegerposen zu sehen, fast immer folgte dem Kräftemessen ein freundschaftlicher Handschlag mit dem Gegner. Zwischendrin spielten Flori Ostler und seine Musikanten zur Beruhigung auf. Nach zweieinhalb Stunden die Siegerehrung: Der riesige Wanderpokal ging mit 43 Punkten an den Gau Auerberg ins Allgäu. Zweite wurden die Werdenfelder und Dritte der Isargau. Die ausrichtenden Schlierachtaler landeten auf dem fünften Platz (Ergebnisliste folgt).

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