Petra Reindl steht nicht mehr zur Wahl.
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Petra Reindl steht nicht mehr zur Wahl.

Fast 15 Millionen Euro Corona-Hilfen hat die Kammer Antragsstellern aus dem Kreis bewilligt

IHK ruft Unternehmer zur Wahl auf

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Landkreis – Es sind schwierige Zeiten für die Wirtschaft, in denen nun vom 9. April bis 7. Mai die IHK-Wahl 2021 ansteht. 22 Unternehmer aus dem Kreis Miesbach wollen ins Parlament der Wirtschaft.

Petra Reindl, aktuell Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach, wirbt bei den 10 500 Unternehmern mit Stimmrecht für die Teilnahme. 15 Sitze gilt es im Regionalausschuss Miesbach zu besetzten.

Reindl, die ihr Mandat trotz des Wegzugs „ihres“ Unternehmens Sixtus Ende 2019 (wir berichteten) noch innehat, aber auf der Kandidatenliste 2021 der IHK München und Oberbayern nicht mehr zu finden ist, stellte fest: „Das Corona Virus stellt die Wirtschaft vor Herausforderungen wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat.“ Die Unternehmer müssten sich mit Lockdown, Grenzschließungen, unterbrochenen Lieferketten, Home-Office, Quarantäne-Maßnahmen und Wirtschaftshilfen herumschlagen. „Die Lage ist bitterernst. Es sind Existenzen bedroht“, sagte Reindl.

Allerdings gebe es nicht nur Verlierer. Vor allem da nicht, wo sich Unternehmer kreativ und flexibel gezeigt hätten und neue Verkaufskanäle gefunden hätten. Konkrete Zahlen, wie viele Insolvenzen 2020 im Landkreis Miesbach angemeldet wurden, konnte die IHK noch nicht nennen. 150 000 bis 160 000 Unternehmen seien bayernweit gefährdet. „Die Insolvenzzahlen waren aber noch nie so niedrig wie 2020“ betonte Robert Obermeier, Chef-Volkswirt der IHK für München und Oberbayern. Allerdings schrieb er das der Verschonungsregel zu. Ob 2021 eine große oder mittlere Insolvenzwelle über Bayern rolle könne man nicht sagen.

Bis Mitte März hat die IHK für München und Oberbayern als bayernweite Bewilligungsstelle mehr als 14,7 Millionen Euro in den Förderprogrammen „Überbrückungshilfe II“ und „Novemberhilfe“ zur Auszahlung an die Antragsteller aus dem Kreis Miesbach angewiesen. „Im Landkreis Miesbach wurden im Rahmen der Überbrückungshilfe II bislang über 4,3 Millionen Euro an 255 betroffene Betriebe ausgezahlt. Den Großteil erhielt das Gastgewerbe mit 2,1 Millionen Förderung“, erklärte Jens Wucherpfennig, der für den IHK-Regionalausschuss Miesbach zuständig ist.

An Antragsteller aus dem Bereich „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ wurden bislang 488 000 Euro ausgezahlt.

Bei den Novemberhilfen bewilligte die IHK bereits 701 Anträge von Unternehmen und Soloselbstständigen aus dem Kreis Miesbach mit einer Gesamtfördersumme von 10,4 Millionen Euro. Davon flossen 6,6 Millionen Euro in das Gastgewerbe und rund 2,2 Millionen Euro in Betriebe, die „sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ erbringen, wie Reisebüros, Event- und Messeveranstalter. Wucherpfennig betonte, dass die IHK über die komplette Abwicklung der Corona-Überbrückungshilfen hinaus aktiv war: als Mittelstandsvertreter in der Politikberatung und im Anstoßen der Förderungen und Hilfen.

Auch wenn Wucherpfennig forderte, dass man Wegkommen müsse von der Orientierung an den Inzidenzen und im Sinne eines wirtschaftlichen Handels „Impfen, Testen und Öffnen“ propagierte, betonte Chef-Volkswirt Robert Obermeier: „Wir sind Wirtschaftsexperten und keine Pandemieexperten. Und können nur Lösungen aufzeigen.“ Diese zu erarbeiten und die wirtschaftliche Vielfalt im Landkreis Miesbach zu erhalten, sei das Ziel der 22 Unternehmer, die sich zur Wahl im IHK-Regionalausschuss beziehungsweise der IHK-Vollversammlung für Oberbayern stellten, betonte Petra Reindl.

Zur Wahl des neuen (bis dato zweiten) IHK Regionalausschuss stellen sich: Michael Ertl, Holzkirchen, Andreas Essendorfer, Schliersee, Andreas Eybel, Waakirchen, Anja Frank, Gmund, Albert Götz, Holzkirchen, Leonhard Grossert, Gmund, Dieter Hein, Miesbach, Martina Kleinfeldt, Hausham, Martin Neumeier, Holzkirchen, Ingrid Rieger-Nitschke, Holzkirchen, Wolfgang Sareiter, Weißach, Stefan Schmid, Holzkirchen, Albert Sedlmaier, Valley, Birgitta Seemüller, Schliersee, Hans Steingraber, Holzkirchen, Anton Stetter, Hausham, Friedrich Tegel, Warngau, Manfred Johann Thalmaier, Miesbach, Peter Ungelenk, Holzkirchen, Hans Vogl, Holzkirchen, Marcel Vogt, Waakirchen. Alexander Schmid, Miesbach, stellt sich darüber hinaus auch zur Wahl für die IHK-Vollversammlung.

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