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Bisher nur ein Traum: Die S11 Richtung Tegernsee.

Von München bis nach Tegernsee

Immerhin eine Vision: S-Bahn bis weit ins Oberland

Die Landkreise rund um München haben ein Positionspapier zum S-Bahnverkehr entwickelt. Die darin enthaltenen Visionen sind auch für den Landkreis interessant.

München – S-Bahnen sind momentan vor allem für den Landkreis-Norden ein Thema. Langfristig könnte sich dies aber ändern. Jedenfalls wenn die Visionen der Verbundlandkreise im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) Wirklichkeit werden. Diese haben nur ein Positionsapapier an Bayern Innenminister Joachim Herrmann übergeben. Darin enthalten: Die Forderung, das S-Bahn-System über den bisherigen MVV-Raum hinaus zu entwickeln. Als „relevante S-Bahn-Destination“ namentlich genannt ist auch das Oberland mit den Endhaltestellen Tegernsee, Bayrischzell und Lenggries, die aktuell bekanntlich von der Bayerischen Oberlandbahn bedient werden. Die sogenannten Express-S-Bahnen würden nur in größeren Orten halten.

Freilich: bis eine solche Vision Wirklichkeit wird, dürften Jahrzehnte vergehen. Die Verbundlandkreise bezeichnen ihre Ideen auch als „Vision 2050“, auch wenn sie ein Stufenkonzept zum Infrastrukturausbau vorschlagen, etwa Zwischenschritte bis 2030 und 2040.

Der Vorschlag einer S-Bahn ins Oberland könnte die Bemühungen der Kreispolitik befeuern, eine Elektrifizierung des Bahnverkehrs südlich von Holzkirchen zu erreichen. Die S-Bahn fährt nun einmal ausschließlich mit Strom. Oberleitungen sind dazu nicht zwingend notwendig. Wie berichtet werden alternative Antriebsmöglichkeiten wie Brennstoffzelle und Akku-Lösungen in. oder außerhalb (E-Tender) der Triebwagen untersucht. Ein solches System könnte wohl auch für Express-S-Bahnen in Frage kommen.

Für die Zukunft der heutigen BOB-Strecken ist der nicht-fossile Antrieb vor allem interessant, weil die Züge aus dem Oberland nur dann auf die Münchner Stammstrecke(n) fahren dürfen, was eine bessere Anbindung an die Innenstadt bedeuten würde.

In Spiel gebracht haben die Landkreisvertreter auch eine Anbindung des Oberland-Regionalverkehr an München über die S-7-Strecke (Kreuzstraße Valley) sowie die Schließung von Taktlücken – vor allem in der Nacht zwischen circa 1 und 5 Uhr.

Für den Landkreis steht allerdings zunächst einmal eine Verbesserung des BOB-Angebots im Vordergrund. Der Vertrag von Transdev (Ex-Veolia) zum Betrieb der Strecken im Oberland endet 2024. Wie das Verkehrsangebot danach aussieht (30-Minuten-Takt bis Bayrischzell, Elektrifizierung etc.) entscheidet sich derweil im Vorfeld der Ausschreibung, also in den nächsten Jahren.

Daniel Krehl

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