Vakzine auf Tour: Wie hier in Sachsen rollen in vielen bayerischen Landkreisen und Städten Impfbusse durch die Orte, um die Corona-Vakzine niederschwellig direkt dort anzubieten, wo Menschen unterwegs sind.
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Vakzine auf Tour: Wie hier in Sachsen rollen in vielen bayerischen Landkreisen und Städten Impfbusse durch die Orte, um die Corona-Vakzine niederschwellig direkt dort anzubieten, wo Menschen unterwegs sind.

Damit die Impfkampagne neuen Schwung bekommt

Bitte einsteigen und Arm frei machen: Landkreis überlegt, einen Impfbus zu chartern

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Vor Rathäusern, auf Marktplätzen, auch an der Tourist-Information. Das Impfmobil hält dort, wo anzunehmen ist, dass Menschen in größerer Zahl vorbeikommen. Jeden Tag woanders. Einige Landkreise schicken Impfbusse übers Land. Auch der Landkreis Miesbach überlegt, einen solchen Bus zu chartern.

Miesbach - Der Landkreis Traunstein schickt seit 10. Juli einen Impfbus durch die Lande, um die lahmende Impfkampagne anzuschieben – so wie viele andere Städte und Landkreise in Bayern. Kurzentschlossen können sich Ungeimpfte hier ohne Anmeldung den Pieks holen, es genügt die Vorlage des Personalausweises. Angefahren werden besonders Plätze, wo sich die junge Generation tummelt, an der Beachbar und auf McDonald’s-Parkplätzen. Wäre das nicht auch ein Angebot, das der Landkreis Miesbach ausrollen könnte? Motto: Wenn Du nicht zur Spritze kommst, kommt die Spritze zu dir?

„Wir prüfen den Einsatz eines Impfbusses“, bestätigt Sophie Stadler, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage. Spruchreif sei da aber noch nichts. Solche Busse gibt es bereits auf dem Markt, sie verfügen über Kabinen und Kühlvorrichtungen und wären schnell einsetzbar. Das Personal stellen in der Regel die jeweiligen Impfzentren. Der Mietpreis ist nicht günstig, dem Vernehmen nach wird für jeden Tag ein stolzer vierstelliger Betrag aufgerufen.

Gespräche mit Nachbarlandkreisen laufen

Unklar ist, ob der Landkreis in Vorleistung gehen und sich die Auslagen dann vom Freistaat holen müsste. „Wir sind in Kontakt mit der Regierung und mit Anbietern“, teilt Behördensprecherin Stadler mit. Angedacht wird offenbar auch, zusammen mit benachbarten Landkreisen einen gemeinsamen Impfbus zu chartern. Auch hier laufen Gespräche, heißt es aus dem Landratsamt Miesbach.

Besonders in Bayern wird es schwieriger, die mittlerweile reichlich vorhandenen Corona-Vakzine aller Hersteller verimpft zu bekommen. Der Freistaat liegt bei den vollständig Geimpften nicht einmal bei einer Quote von 50 Prozent – und damit auf Platz 13 aller 16 Bundesländer. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat angekündigt, mit Sonderimpfaktionen Schwung in die Kampagne bringen zu wollen.

Im Landkreis ist die Impfbereitschaft zumindest noch nicht versiegt: Die „Happy Hour“ für unangemeldete Impflinge am Impfzentrum in Hausham (17 bis 19 Uhr), die seit 19. Juli angeboten wird, erfreut sich regen Zuspruchs.

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