Schneechaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke

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Anton Grafwallner (r.), hier auf einem Archivfoto zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller.

Interview mit Kreisbehindertenbeauftragtem

„Mir ist wichtig, dass das Geld im Landkreis bleibt“

Landkreis - 50.000 Euro sind für noch im Fördertopf für barrierefreien Wohnumbau. Kreisbehindertenbeauftragter Anton Grafwallner wirbt dafür, Anträge zu stellen.

Treppen rauf, Treppen wieder runter, dann irgendwie durch die zu enge Tür: Viele Menschen mit einer körperlichen Einschränkung tun sich im Alltag schwer. Und ein Wohnungsumbau ist teuer. Deshalb gibt es im Landkreis eine Förderung von barrierefreiem Wohnraum.

Doch Anfang Dezember war in diesem Topf noch Geld übrig – 50 000 Euro insgesamt. Der Gmunder Anton Grafwallner ist ehrenamtlicher Bauftragter für Menschen mit Behinderung. Er will diese Mittel nicht ungenutzt lassen.

Herr Grafwallner, wie kann es sein, dass so viel Geld übrig ist? 

Grafwallner: Das kann ich auch nicht beantworten. 50 000 Euro sind noch nicht abgerufen, und verbleibende Restmittel müssen zum Jahresende wieder dem Staatshaushalt zugeführt werden. Angesichts der Bedarfslage vieler Landkreisbürger ist das sehr bedauerlich. 

Es wäre sehr schade, wenn man das Geld zurückgeben müsste. Mir ist wichtig, dass das Geld im Landkreis bleibt. Ich habe Bürgermeister und Wohlfahrtsverbände darüber informiert. Jetzt haben sich schon drei Personen gemeldet, die noch Geld nehmen würden. Den Antrag müssen sie aber erst noch stellen. 

Was kann denn generell gefördert werden?

Das Geld soll dazu dienen, dass Menschen möglichst lange zuhause bleiben können. Das Wohnumfeld soll verbessert werden, beispielsweise durch breitere Türen. Ich kenne auch Leute, die einen Treppenlift einbauen lassen. Hauptsächlich wird das Fördergeld aber für einen Badumbau genutzt. Wenn das vernünftig gemacht wird, kostet das auf jeden Fall 20 000 Euro. 

Wer kann einen Antrag stellen, und wie funktioniert das? 

Die Förderung bekommt der Eigentümer der Wohnung. Auch eine Gemeinde kann einen Zuschuss beantragen, wenn sie gemeindeeigene Wohnungen umbauen möchte. Für die verbleibenden Gelder wäre es sinnvoll, noch vor Weihnachten einen Antrag einzureichen. Der wird an das Landratsamt gestellt. Pro Wohnung werden höchstens 10 000 Euro gefördert. Ich weiß aber, dass auch von den Krankenkassen 4000 Euro zur Verfügung stehen.


Information aus dem Landratsamt: So können Betroffene Fördergeld beziehen

Wer seinen Wohnraum barrierefrei umbauen möchte – ob Privatperson oder Gemeinde –, kann laut Landratsamt eine Förderung beantragen.Mit maximal 10 000 Euro pro Wohnung wird ein Umbau bezuschusst. Der Antrag ist an das Landratsamt zu richten. 

Dort gibt es entsprechende Formulare. Für etwaige Baumaßnahmen gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zusätzliche Mittel. Im Jahr 2015 befanden sich insgesamt 150 000 Euro im Fördertopf. 100 000 Euro wurden verbraucht. Davon wird aber auch die Eigenwohnraumförderung gezahlt, wenn eine junge Familie bauen will. 

Sollte pro Jahr mehr Geld gebraucht werden, wird der Fördertopf aufgestockt – wird weniger gebraucht, fließt es zurück in die Staatskasse. Weitere Informationen gibt es per Mail an wohnraumförderung@lra-mb.bayern.de.

von Nina Probst

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