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Die Saison hat begonnen: Noch liegt der Schnee in den Bergen, da rücken die Landwirte schon wieder auf ihre Wiesen aus. Auf Wunsch erhalten sie bald professionelle Unterstützung in der Landschaftspflege.

„Das wird eine sehr positive Geschichte“

Interview: So soll der Landschaftspflegeverband funktionieren

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Die Finanzierung ist geklärt, jetzt geht es an die Umsetzung. Der Termin für die Gründung des Landschaftspflegeverbands steht fest. Doch was macht der Verein eigentlich genau?

Josef Faas ist Teamleiter Fachlicher Naturschutz am Landratsamt Miesbach.

Landkreis– Die Finanzierung ist geklärt, jetzt geht es an die Umsetzung. Der Termin für die Gründungsversammlung des Landschaftspflegeverbands für den Landkreis Miesbach steht fest. Am Mittwoch, 2. Mai, kommen Vertreter der 16 Gemeinden, der Naturschutzverbände und der Landwirtschaft um 19 Uhr im Gasthof Bräuwirt zusammen, um die Satzung des Vereins zu beschließen und den neunköpfigen Vorstand zu wählen. Damit ist auch der Punkt gekommen, an dem sich Josef Faas (53), Teamleiter Fachlicher Naturschutz am Landratsamt Miesbach und Initiator des Projekts, aus der ersten Reihe zurückzieht. Im Interview erklärt Faas, wie weit die Planung gediehen ist und wie die ersten Projekte aussehen.

-Herr Faas, Sie haben viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung der Gründung des Landschaftspflegeverbands investiert. Hat sich der Aufwand gelohnt?

Josef Faas: Davon gehe ich aus. Das wird eine sehr positive Geschichte. Aus den vielen Gesprächen, die ich in den vergangenen Monaten geführt habe, habe ich den Eindruck mitgenommen, dass dies auch in den Zielgruppen des Vereins so angekommen ist.

-Wo war denn am meisten Überzeugungsarbeit notwendig?

Josef Faas: Bei den Landwirten und Almbauern. Das ist aber ganz normal, denn sie sind ja letztlich auch entscheidend für die Umsetzung der Maßnahmen und unsere ersten Ansprechpartner. Bei den Naturschutzverbänden habe ich die Zustimmung eigentlich vorausgesetzt. Hier wird es eher schwierig, Kandidaten für die Ämter im Vorstand zu finden. Die meisten Aktiven sind nicht mehr die Jüngsten und ohnehin schon stark engagiert. Ich bin aber guter Dinge, dass sich bis zur Gründungsversammlung noch genug Interessenten finden.

-Bleibt noch die Kommunalpolitik. In Otterfing haben Ihre Bemühungen ja nicht gefruchtet. Ein großer Rückschlag?

Josef Faas: Das würde ich nicht sagen. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn sich auch der Gemeinderat Otterfing für einen Beitritt ausgesprochen hätte. Man muss aber sehen, dass die Kommune aufgrund der naturräumlichen Voraussetzungen nicht so üppig mit Biotopen ausgestattet ist. Gerade bei der Umsetzung von Ausgleichsflächen könnte der Landschaftspflegeverband aber auch hier wertvolle Unterstützung leisten. Die Tür für Otterfing ist weiterhin offen. Die Erfahrung in anderen Landkreisen hat gezeigt, dass nach und nach immer mehr Gemeinden beigetreten sind. Die beste Werbung für den Verband ist seine erfolgreiche Arbeit in der Praxis.

-Dafür braucht es aber auch entsprechende Projekte. Gibt es schon Ideen?

Josef Faas: Selbstverständlich. Das Spektrum reicht von der Streuwiesenpflege über die Renaturierung von Hochmooren und die Anlage von Hecken und Obstwiesen bis zum Auslichten von zugewachsenen Almflächen. Ein weites Feld. Im Grunde genommen sind das genau die Projekte, die am Naturschutz Spaß machen, aber von einer Behörde aus Kapazitätsgründen nicht mehr geleistet werden können. Hier kann der Landschaftspflegeverband seine Stärke voll ausspielen: die Umsetzung.

-Wer ist denn dafür konkret zuständig?

Josef Faas: In erster Linie der hauptamtliche Geschäftsführer, den der gewählte Vorstand nach der Gründungsversammlung einstellt. Er bespricht die Maßnahmen mit den Landwirten und stellt die entsprechenden Förderanträge. Bei Bedarf vermittelt er auch Unterstützung durch den Maschinenring.

-Das Landratsamt taucht dabei gar nicht mehr auf?

Josef Faas: Auf jeden Fall nicht an vorderster Front. Der Verband arbeitet unabhängig von den hoheitlichen Aufgaben der Behörde. Deshalb sollte in meinen Augen auch der Geschäftsführer nicht am Landratsamt, sondern besser im Grünen Zentrum in Holzkirchen sitzen. Da hat er den kürzesten Draht zu den Landwirten. Bei fachlichen Fragen sind wir aber natürlich weiter jederzeit ansprechbar. Ideal wäre eine Partnerschaft mit den Landwirten auf Augenhöhe. Dann kommt das heraus, was wir uns alle wünschen: Naturschutzarbeit im schönsten Sinne.

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