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Bunte Auswahl: Jochen Holzkamm verkauft nicht nur graue Autos an die Kunden.

„Manchen kann es gar nicht bunt genug sein“

Interview zu Autofarben: Nicht nur Grau liegt im Trend

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Was die Autofarben anbelangt, gehen die Deutschen auf Nummer sicher. Grau, Schwarz uns Weiß liegen im Trend. Die Miesbacher stehen aber auch auf Bunt, verrät Jochen Holzkamm.

Miesbach– Nur ein knappes Viertel aller Kunden, die ihren Neuwagen im Internet bestellt haben, wagt eine bunte Alternative wie Blau oder Rot, teilt das Online-Portal MeinAuto.de mit. Die beliebteste Neuwagenfarbe der Deutschen sei 2017 Grau mit einem Anteil von fast 27 Prozent gewesen, gefolgt von Weiß (24,2 Prozent) und Schwarz (18,8 Prozent). Die Experimentierfreudigkeit der Privatautokäufer nehme damit weiter ab, folgert das Unternehmen. Doch wie sieht es bei den Händlern vor Ort aus? Wir haben Jochen Holzkamm (58), Verkaufsleiter beim Miesbacher Autohaus Schmid & Co, um eine Einschätzung gebeten.

-Herr Holzkamm, hat bei Ihnen auch der grau-weiß-schwarze Einheitsbrei in der Ausstellungshalle Einzug gehalten?

Jochen Holzkamm: Das kann man so pauschal nicht sagen. Gefühlt ist es aber schon so, dass Grau auch bei uns die beliebteste Farbe ist. Wobei Grau ja nicht gleich Grau ist. Je nach Modell haben wir da bis zu vier verschiedene Töne. Die sind aber mehr bei unseren größeren Wagen gefragt. Bei den kleinen wie dem Fiat 500 sieht das natürlich anders aus. Da kann es den Kunden gar nicht bunt genug sein.

-Damit sie nicht übersehen werden mit ihren kleinen Flitzern?

Jochen Holzkamm: Ich würde eher sagen, dass poppige Retro-Farben wie Lindgrün, Kirschrot, Hellblau oder auch Beige wieder richtig im Trend sind. Da geht es weniger um die Farbe an sich als vielmehr um den Kultstatus von früher, den man damit transportiert. Das passt zu so einem Auto einfach perfekt.

-Wobei wir da eher von einer jungen Zielgruppe sprechen, oder?

Jochen Holzkamm: Klar trauen sich junge Leute eher, sich für eine auffallende Lackierung zu entscheiden. Je älter die Kunden, desto gedeckter werden die Farben. Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen beobachte ich aber übrigens nicht. Das hängt mehr vom Typ ab. Die einen tun sich leichter mit der Auswahl, die anderen brauchen länger.

-Sind Sie da auch als Berater gefragt?

Jochen Holzkamm: Mei, letztlich ist es natürlich eine Geschmackssache. Die Fragen der Kunden gehen eher in Richtung Pflege und praktische Eignung. Schwarz ist im Winter schmutzempfindlicher, Weiß im Sommer. Vielleicht liegt Grau auch deshalb im Trend. Mit den neuen Bi-Color-Lackierungen hat die Vielfalt sogar noch zugenommen. Da kann man zum Beispiel ein weißes Auto mit schwarzem Dach kaufen – oder umgekehrt.

-Wie sieht es mit dem Wiederverkaufswert aus? Haben da exotische Farben nicht schlechte Karten?

Jochen Holzkamm: Ganz im Gegenteil. Mir als Verkäufer ist es lieber, ich habe neben fünf schwarzen Autos auch eine farbige Alternative stehen. Die Frage ist eher, ob sich der Kunde nicht selbst irgendwann davon abgesehen hat.

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