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Die richtige Entscheidung getroffen: Fabian Rüppel hat sich trotz Abitur für eine Schreinerlehre entschieden und nun die innungsbeste Gesellenprüfung abgelegt. Doch das Wichtigste ist für ihn, dass der Beruf Spaß macht.

Interview zum Tag des Handwerks  

„Mit einem Abi muss man nicht studieren“

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Das muss man erst mal schaffen: Fabian Rüppel aus dem Miesbacher Ortsteil Bergham hat bei der Gesellenprüfung zum Schreiner das beste Ergebnis der Innung Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach erreicht (wir berichteten).

Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt der 21-Jährige, wie er das geschafft hat und warum er lieber in die Lehre als auf die Uni ging.

-Herr Rüppel, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem beeindruckenden Abschluss. Was braucht es, um so ein gutes Ergebnis zu erzielen?

Schwer zu sagen. Es sind mehrere Punkte, auf die es ankommt: das Handwerk, die Prüfungen, das Gesellenstück, und a bissl a Massl braucht man auch.

-Stichwort Gesellenstück: Was haben Sie gebaut?

Ein Spirituosenkabinett, also ein Schnapskastl.

-Wie sind Sie darauf gekommen?

Meine Spezl und ich haben öfters Bargetränke gemixt, und da ist mir aufgefallen, dass ich keinen Platz habe für angebrochene Flaschen. Das Gesellenstück war eine gute Gelegenheit, mir eines zu bauen. Man macht da ja auch etwas, das man selbst brauchen kann.

-Sie haben ja nicht nur einen hervorragenden Abschluss geschafft. Auch Ihr Weg in den Beruf ist ungewöhnlich. Immerhin haben Sie Abitur und sind Handwerker geworden.

Ich habe schon immer gerne mit den Händen gearbeitet. Früher habe ich zum Beispiel mit meinen Spezln Boxen gebaut, um dann mit dem Skateboard drüberspringen zu können. Und als ich nach dem Abitur im Jahr 2015 nicht gewusst habe, was ich machen soll, hat mich der Bruder von einem Freund gefragt, ob ich nicht aushelfen könnte, weil seine Firma gerade so viel Arbeit hat. So habe ich den Schreinerberuf kennengelernt.

-Und Sie sind gewissermaßen hängen geblieben?

Ja, es hat mir gut gefallen. Ich habe dann bei der Schreinerei Thrainer in Miesbach einen Praktikumsplatz bekommen und im Anschluss eine Lehrstelle. Heute arbeite ich in der Schreinerei Hofer in Holzkirchen – der Betrieb, bei dem ich zuerst ausgeholfen habe.

-Warum haben Sie sich trotz Abi fürs Handwerk entschieden?

Warum hätte ich irgendwas studieren sollen? Das Abi bedeutet ja nicht, dass man studieren muss. Das Schreinern hat mir immer besser gefallen. Zumal ich es mit dem Schreiben eh nicht so habe. Das sind ja insgesamt schwierige Entscheidungen: Nach der 4. Klasse denkt man nicht daran, was man später werden will. Ich bin eben aufs Gymnasium gegangen, habe mein Abi gemacht, und dann erst kam das Schreinern. Ich bin halt eher der praktische Typ.

-Geschadet hat das Abitur bei der Lehre aber nicht, oder?

Nein, gerade wenn es um Berechnungen ging, habe ich mich schon etwas leichter getan als andere.

-Was macht den Beruf des Schreiners so interessant für Sie?

Es ist ein total vielseitiger Beruf, bei dem man jeden Tag etwas Neues lernen kann. Man lernt auch viele Leute kennen, und man muss sich immer wieder in etwas Neues hineindenken. Langweilig wird es da nicht.

ddy

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