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Über die aktuelle Lage im Nahen Osten und das Thema Antisemitismus sprach Israels Generalkonsulin in München, Sandra Simovich, in Miesbach.

Israels Generalkonsulin bei Vortrag in Miesbach

Scharfe Kritik am Iran

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Israels Generalkonsulin Sandra Simovich (44) hat sich in Miesbach über die angespannte Lage im Nahen Osten geäußert. Den Iran bezeichnete sie als große Gefahr für die Region.

Miesbach „Antisemitismus ist und bleibt ein aktuelles Thema und betrifft alle Bevölkerungsschichten.“ Das sagte die Generalkonsulin von Israel, Sandra Simovich, beim Besuch in Miesbach. Aus aktuellem Anlass kam die 44-Jährige auch auf die angespannte Lage im Nahen Osten zu sprechen und machte deutlich, dass aus Israels Sicht weiterhin eine starke amerikanische Präsenz in der Region erforderlich ist: „Wir sehen nicht, dass Europa diese Rolle übernehmen könnte.“

Simovich leitet die diplomatische Vertretung in München seit 2017, es ist das einzige Generalkonsulat Israels in Europa. Auf Einladung des Rotary Clubs Schliersee, der vor einigen Monaten bereits die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, zu Gast hatte, ging sie im Bayerischen Hof auf ihre diplomatische Tätigkeit und die aktuellen Herausforderungen für Israel ein. Simovich machte deutlich, dass der wachsende Einfluss des Iran im Nahen Osten eine große Gefahr darstellt. „Dessen Aufrufe zur Vernichtung Israels sind nicht nur rhetorischer Natur“, stellte sie klar. „Der Iran initiiert und fördert Gewalt in der ganzen Region.“

Sandra Simovich

Der von den USA getötete iranische General Ghassem Soleimani sei dort „einer der bestbekannten Namen für Terrorunterstützung“. Das Bedauern über seinen Tod halte sich in Israel in Grenzen. „Wir vermissen ihn nicht“, sagte Simovich. Auch die großen Trauerfeiern zu seinen Ehren im Iran drückten nicht das wahre Gefühl der iranischen Bevölkerung aus. Die Generalkonsulin wünschte sich in dieser heiklen Lage von der internationalen Gemeinschaft mehr Unterstützung. Nach wie vor sei die Schutzmacht USA Israels engster und bester Partner.

Simovich bezog die Unterstützung der Weltgemeinschaft auch aufs Thema Antisemitismus. Judenhass sei leider ein alltägliches Problem, in aller Welt. Insbesondere in Deutschland brauche es eine starke Zivilgesellschaft, um Tendenzen zur Radikalisierung zu bekämpfen. Sie selbst setzt dabei auf persönliche Begegnungen und baut auch auf die Jugend. „Eines meiner Hauptziele ist die Arbeit mit jungen Menschen“, betonte sie. „Wir müssen für die kommenden Generationen Beziehungen zwischen unseren Ländern etablieren, die noch enger als die bisherigen sind.“ Simovichs großer Traum: „Dass jeder Deutsche mindestens ein Mal in seinem Leben Israel besucht.“

sh

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