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Vier Musik- und Gesangsgruppen widmeten sich unter der Moderation von Siegi Götze im Waitzinger Keller in Miesbach dem Thema Jagd.

Zwischenapplaus und Bravo-Rufe

Jagerisches Singen und Musizieren in Miesbach: Ein Hohelied auf die Liebe zur Natur

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Das Konzert „Jagerisches Singen und Musizieren“ am Vorabend der Trophäenschau begeisterte Waidmänner und Kulturfreunde. Feine Volksmusik verband sich mit naturverbundener Lebensart.

Landkreis Das Konzert „Jagerisches Singen und Musizieren“ am Vorabend der Trophäenschau des Kreisjagdverbands (wir berichteten) begeisterte Waidmänner und Kulturfreunde gleichermaßen. Feine, echte Volksmusik verband sich mit naturverbundener Lebensart.

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Jagerisches Singen und Musizieren in Miesbach: Ein Hohelied auf die Liebe zur Natur

Die meisten der anwesenden Musiker seien auch Jäger, verkündete Moderator Siegi Götze aus Marquartstein den rund 260 Zuhörern im Waitzinger Keller, als er die Miesbacher Jagdhornbläser, die Kerschbamer Zithermusi, die Weiß’ngroana Tanzlmusi und – anfänglich noch in Abwesenheit – den Haushamer Bergwachtgesang vorstellte. Letzterer kam aufgrund einer vorherigen Veranstaltung etwas später, aber genau rechtzeitig zum ersten Einsatz.

In bester Hoagascht-Manier wechselten die Gruppen durch und interpretierten musikalisch – jede auf ihre Art – die Geschichte und Geschichteln, die Götze zum Thema Jagen zum Besten gab. Während die Miesbacher Jagdhornbläser etwa mit dem „Alpenjäger Marsch“ oder „Auf, auf zum Fröhlichen Jagen“ oder dem „Waldfrieden“ die Zuschauer mit einem kräftigen Klangkörper quasi in eine Jagdgesellschaft auf weiter Flur oder die stimmungsvolle Hubertusmesse versetzten, sorgte der Haushamer Bergwachtgesang mit seinen feinen Jodlern und den lyrischen Texten des Vollblut-Jägers Franz von Kobell für die leisen, anrührenden Momente des Konzertreigens. „Was waars denn ums Leben ohne Jagn“ oder „Das jagerische Leben is a Freud auf der Welt“ oder auch „Und ich bin ein frisches Jagerl“ ließen das Publikum andächtig zuhören.

Bei der Kerschbamer Zithermusi mit ihren unnachahmlich schwung- und würdevoll interpretierten Boarischen, Landlern und Märschen ging es ebenso lustig zu wie bei der Weiß’ngroana Tanzlmusi. Die riss die Gäste mit Eigenkompositionen wie „Vanilleeis“, „Kasimir“, dem „12e läutn Boarischer“ und einigen Polkas mit.

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Jagerisches Singen und Musizieren in Miesbach: Zwischenapplaus und Bravo-Rufe

Jede der vier Gruppen erntete nicht nur Zwischenapplaus und Bravorufe, sondern auch immer wieder ehrfürchtiges Nicken des von Volksmusiksendungen im Radio bekannten Moderators Götze. Der schaffte es unter den zahllosen präsentierten Geweihen und Krickerl souverän und humorig, ein bisserl am Jager-Image zu feilen. Er blickte zurück auf die Genese der Jagd von den Anfängen vor 200 000 Jahren bis zu den heutigen Sportjägern. Er legte dar, wie sich die Jagd unter den verschiedenen Herrschafts- und Rechtssystemen veränderte, brach das Thema auf Bayern und schließlich auf das Oberland herunter und stellte Bezüge zu Klostergründungen und soziokulturellen Entwicklungen an sich her. Es fielen die Namen bekannter Jager wie Tassilo III., Kaiser Maximilian I., Kaiser Karl V., Max II. von Bayern und Prinzregent Luitpold, aber auch die von bekannten Schriftstellern wie Franz von Kobell, Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma, die der Jagd eng verbunden waren.

Thema war auch das Image. Weil die Obrigkeit nicht greifbar gewesen sei, habe sich die Wut der Bauern über das ungerechte Jagdrecht gegen die Jäger als deren Stellvertreter gerichtet, erklärte Götze den Imageschaden der Jägerschaft und stellte bereits eingangs klar, dass der Abend keiner für Wildschützenromantiker sei. Am Ende geriet die Veranstaltung in Wort und Musik zu einem Hohelied auf die Liebe zur Natur und auf deren Hege und Pflege als Lebensart.

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