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Feierlicher Einzug in die Stadtpfarrkirche Miesbach: Weihbischof Wolfgang Bischof (hinten Mitte) zelebrierte den Festgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Katholischen Jugendstelle. Ursprünglich hätten die Festmesse und das Rahmenprogramm auf der Klosterwiese stattfinden sollen.

50 Jahre katholische Jugendstelle

Trotz Regen auf der Sonnenseite

Miesbach - Dauerregen und Fröhlichkeit, leere Straßen und volle Kirche: Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Katholischen Jugendstelle Miesbach waren diese Gegensätze am Sonntag kein Hindernis.

Wie gut, dass Weihbischof Wolfgang Bischof beim Einzug in die Miesbacher Stadtpfarrkirche am Sonntagvormittag von vielen wehenden Fahnen der Jugendorganisationen begleitet wurde. Denn die am Kirchenportal aufgestellten weiß-gelben Leinentücher hingen im anhaltenden Schnürlregen schlapp herab. Die vielen Besucher – unter ihnen Landrat Wolfgang Rzehak und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz – wurden von Joachim Baumann, dem stellvertretenden Jugendamtsleiter, herzlich begrüßt. Drinnen herrschte bei aller gebotenen Würde Heiterkeit, Frohsinn, auch Lachen und rhythmisches Klatschen mit den Händen.

Kein Wunder, die sinnigen Texte der Lieder versprühten gleichermaßen Zuversicht, Dank, Aufschwung, Hoffnung und Optimismus. Das Spiel der die Sänger begleitenden Posaunen, Trompeten, Klarinetten und Geigen harmonierte eindrucksvoll. Mit den Titeln „Wagt Euch zu neuen Ufern“, „Wer zündet das Licht?“ oder „Herr, wir bringen Brot und Wein“ sollten die Jugendlichen wieder mehr zu Gott geführt werden.

Mit einem fröhlichen Lachen und voller Temperament rollte eine lustige Schar Kinder und Jugendlicher eine über einen Meter hohe Weltkugel in das Kirchenschiff. Dann wurde es wieder ernst. „Auch die Kirche will in der sprachlichen Verständigung andere Wege gehen“, sagte der Weihbischof. „Nicht sinnentstellend, aber in der heutigen Umgangssprache hat sich speziell bei den Jugendlichen einiges verändert.“ Verschiedene Vorgänge würden heutzutage anders ausgedrückt. „Das habe auch ich schon des Öfteren mitbekommen“, gestand Bischof, „und auch selbst festgestellt, als ich mich auf den heutigen Tag vorbereitet und mich an meine Jahre bei der Jugendstelle zurückerinnert habe.“

Als Zeichen der geistigen Verbundenheit bat der Seelsorger die Kirchenbesucher, sich gegenseitig die Hand auf die Schulter zu legen und um Gottes Hilfe und Beistand zu bitten: „Du bist gesegnet, ein Segen bist Du“, lautete der kurze Satz zum Abschluss der kirchlichen Feier.

Nach dem Gottesdienst ging es ins Miesbacher Pfarrheim. Wegen des anhaltenden Regens hatte die Jugendstelle umplanen und die Feierlichkeiten von der Klosterwiese kurzerhand ins Innere verlegen müssen – wie schon so viele Programmpunkte im Laufe der vergangenen Woche (wir berichteten). Der engagierten Podiumsdiskussion über die Jugendarbeit im Wandel der Zeit tat dies keinen Abbruch. Sie zeigte: Kirchliche Jugendarbeit funktioniert weiterhin – auch wenn das Wetter mal nicht so mitspielt.

Manfred Merk

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