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Verabschiedet sich Ende März: Ernst Geissler, der zusammen mit seiner Frau Anita den Edeka-Markt im Miesbacher Gewerbegebiet Ost betreibt.

„Jetzt sind alle Reserven aufgebraucht“

Er muss seinen Edeka entnervt schließen - und kündigt Ermäßigungen an

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Ein Jahr lang hat Ernst Geissler draufgezahlt. Ende März werden er und seine Frau Anita ihren Edeka-Markt im Gewerbegebiet Ost schließen. Die Konkurrenz durch den Alpengroßmarkt war zu groß.

Miesbach – Ein Jahr lang hat Ernst Geissler draufgezahlt. „Jetzt sind alle Reserven aufgebraucht“, sagt der Pächter des Edeka-Markts im Miesbacher Gewerbegebiet Ost. Ende März werden er und seine Frau Anita ihren Laden schließen. Das habe ihm der Konzern nahegelegt, sagt Geissler. Nicht nur für die Kunden, sondern auch für die drei Vollzeit- und vier Teilzeitmitarbeiter eine traurige Nachricht. „Sie jammern schon“, sagt der 60-Jährige. „Und manche weinen auch.“

Seit 2011 führen die Geisslers den Edeka-Markt an der Wendelsteinstraße. Früher war der Laden ein Eurospar, später wurde ein Spar daraus, erzählt Geissler. „Dann hat ihn Edeka übernommen.“ Die ersten Jahre sei das Geschäft gut gelaufen. Das änderte sich, als Ende 2014 der neue Alpengroßmarkt an der Schlierseer Straße seine Türen öffnete. „Das hat uns das Genick gebrochen“, sagt Geissler. Weder vom Sortiment, noch von den Preisen her habe er mit der neuen Konkurrenz mithalten können. Deren Verkaufsfläche sei mehr als dreimal so groß wie seine 800 Quadratmeter.

Dennoch steckten die Geisslers nicht auf und kämpften weiter für ihren Laden. Doch die Lage wurde immer schwieriger. Ein weiterer Nackenschlag erfolgte mit der Eröffnung des neuen Edeka in Hausham Ende November 2017, und mit dem Markt in Weyarn steht der nächste Mitbewerber quasi schon in den Startlöchern. Als den Geisslers Anfang Dezember auch noch ihr Untermieter Vinzenzmurr den Rücken kehrte, war das Aus für den Markt quasi besiegelt. Nur zwei Tage nach der Kündigung habe der Betreiber seine Wurst- und Fleischtheke abgebaut, berichtet Geissler.

Dennoch wird er noch bis Ende März für seine Kunden, denen er sich sehr verbunden fühlt, da sein, betont er. Er hofft, dass diese ihm bis zur Schließung treu bleiben. „Es wird Sortimentsermäßigungen geben“, kündigt Geissler an. Wie es danach mit ihm weitergeht, weiß er nicht. In seinem Alter werde ihm Edeka keinen neuen Laden mehr geben, fürchtet der 60-Jährige. Zumindest fünf bis sechs Jahre müsse und wolle er aber noch arbeiten, meint Geissler. Am liebsten hätte er das natürlich in seinem Miesbacher Markt getan.

Mit der Schließung ist der Lidl der älteste Supermarkt in Miesbach. Alle anderen – Netto, Aldi, Rewe – sind in den vergangenen zehn Jahren neu gebaut worden.

Video: Fiese Undercover-Aktion: So macht sich Edeka über Lidl lustig

Video: Glomex

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