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Lässt sich zum Diakon weihen: Pastoralreferent Joachim Baumann aus Miesbach.

Miesbacher hat sich mit 51 Jahren zur Weihe entschieden

Joachim Baumann im Interview: „Ein Diakon ist ein Brückenbauer“

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Mit 51 Jahren lässt sich Joachim Baumann aus Miesbach zum Diakon weihen. Warum er sich trotzdem nicht als Spätberufener fühlt, erklärt der Vater von drei Töchtern im Interview.

Miesbach/Gaißach – Nach zwölf Jahren im Erzbischöflichen Jugendamt in München zieht es Joachim Baumann wieder zurück in die Seelsorgsarbeit. Am 7. Oktober wird der Pastoralreferent und Vater von drei Töchtern aus Miesbach im Münchner Liebfrauendom zum Diakon geweiht. Wir haben den 51-Jährigen, der sich seit Februar auf seinen künftigen Einsatz im Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) vorbereitet, zu seinem Entschluss befragt.

-Herr Baumann, Sie lassen sich mit 51 Jahren zum Diakon weihen. Würden Sie sich als Spätberufener bezeichnen?

Baumann: Nein! Und doch ist 50 schon eine Art Schlüsselzahl für das Amt des Ständigen Diakons. Bis zu diesem Alter sollte man sich über seine Berufung im Klaren sein. So gesehen liege ich also noch im Zeitplan.

-Wobei man so einen Entschluss eigentlich nicht wirklich planen kann, oder?

Baumann: Das ist sicher richtig. Ich bin seit 20 Jahren als Pastoralreferent im Dienst der Kirche. In dieser Zeit habe ich in vielen verschiedenen Pfarrstellen gearbeitet. Als Stellvertretender Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes war ich vorwiegend für Personalführung und -entwicklung sowie für inhaltliche und strategische Aufgaben zuständig. Irgendwann habe ich dann den Wunsch verspürt, im letzten Drittel meines Berufslebens wieder an die Basis zurückzukehren. Auch, weil ich schon immer gerne mit Menschen gearbeitet habe.

-Welche seelsorgerlichen Aufgaben dürfen Sie als Diakon denn übernehmen?

Baumann: Ein Diakon trägt bei der Eucharistiefeier das Evangelium vor und hebt im Hochgebet den Kelch in die Höhe. Dies tut er für die Menschen, die nicht kommen konnten – aus welchen Gründen auch immer. Zudem darf er predigen und taufen, und auch bei Hochzeiten assistieren. Fachlich bin ich da als Pastoralreferent schon gut ausgebildet. Im Studium ist man viel mit Priesteramtskandidaten zusammen. Während für sie ihre Zeit als Diakon quasi eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe ist, bleibe ich der Rolle des Ständigen Diakon langfristig verbunden.

-Haben Sie nie daran gedacht, selbst Pfarrer zu werden?

Baumann: Nein. Ich wollte eine eigene Familie gründen und das ist wunderschön! Ein Diakon ist auch ein Brückenbauer zu den Menschen. Er achtet darauf, dass in dem vielfältigen Tun, das unsere Kirchengemeinden prägt, niemand übersehen wird und er hat die Aufgabe, auch kritische Fragen zu stellen. Zum Innehalten einzuladen. Diese Rolle ist schon in der Anfangszeit der Kirche entstanden. Heutzutage ist sie mehr gefragt denn je.

-Warum?

Baumann: Die Kirche wird sich wie unsere Gesellschaft stark verändern. Dafür braucht sie Leute, die diese Prozesse mitgestalten und bisweilen auch kritisch beleuchten können. Vielleicht kann ich so – gewissermaßen als Quereinsteiger-Diakon – zu diesem Transformationsprozess der Kirche etwas beitragen.

-Stichwort Quereinsteiger: Kann eigentlich jeder Diakon werden?

Baumann: Prinzipiell ja. Es gibt auch Handwerker oder Banker, die über den zweiten Bildungsweg zur Weihe gekommen sind. Auch diese Vorerfahrungen können eine Brücke zu den Menschen in der Kirchengemeinde sein. Genau wie Aktivitäten in Vereinen, wie in meinem Fall beim Trachtenverein Miesbach. Seelsorge ist kein Bürojob. Das hat mich schon immer daran gereizt.

Seine erste Messe

als Diakon in seiner Heimatstadt Miesbach feiert Joachim Baumann am Sonntag, 15. Oktober. Nach dem 9 Uhr-Gottesdienst geht es in einem Kirchenzug zum Frühschoppen mit anschließendem Kirta-Fest in der Trachtenhütte im Waitzinger Park.

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