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Ein großer Moment: Eröffnung der neuen Johannisbrücke.

Bauzeitenplan exakt eingehalten

Johannisbrücke fertig: Freie Fahrt über die Schlierach

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Das Warten hat ein Ende: Nach sieben Monaten Sperrung wurde die neue Miesbacher Johannisbrücke am Montagvormittag pünktlich für den Verkehr freigegeben. Die Freude war groß. 

Miesbach – Mit einem beherzten Schnitt durchtrennte Ingrid Pongratz das rot-weiße Absperrband – und führte damit die beiden Hälften der Kreisstadt wieder zusammen. „Freigegeben“, rief die gut gelaunte Bürgermeisterin und reckte die Arme in die Luft. Die zahlreich erschienenen Miesbacher klatschten, einige knipsten Erinnerungsfotos. Die Erleichterung war auf allen Seiten deutlich zu spüren: Nach sieben Monaten Bauzeit ist die neue Johannisbrücke fertig. Autofahrer können wieder ohne Umweg über die Bundesstraße 472 die Schlierach überqueren.

Die Stimmung auf der Brücke glich der eines fröhlichen Straßenfests. Die Stadt spendierte Glühwein, Bier und Leberkäsesemmeln, der Musikverein ließ seine Blasinstrumente erklingen. Um Punkt 11 Uhr ergriff Pongratz das Wort. Eine echte Punktlandung, die bis zum Schluss auf der Kippe gestanden hatte. „Wir wussten nicht, ob wir es schaffen“, sagte die Bürgermeisterin. Wie berichtet, war die letzte technische Abnahme nur wenige Stunden vor dem Eröffnungstermin über die Bühne gegangen.

Umso mehr dankte die Bürgermeisterin den anwesenden Vertretern der Baufirma Wadle sowie der Ingenieurbüros Trummer und Ostler, die den Zeitplan für Abriss und Neubau der Brücke exakt eingehalten hatten. Ein Extralob erhielt der städtische Tiefbautechniker Jürgen Brückner. „Sein Name bürgt für Qualität“, scherzte Pongratz. Auch als Brückenbauer zu den Bürgern musste sich der Rathausmitarbeiter in den vergangenen Monaten beweisen. „Er hat sich vieles anhören müssen“, sagte Pongratz. Wie beim Fußball hätten sich auch einige „Zuschauer“ der Baustelle für größere Experten als die Fachleute gehalten.

Keine Beschwerden habe es von den unmittelbaren Nachbarn gegeben, hob die Bürgermeisterin lobend hervor. Stellvertretend bedankte sie sich bei den Familien Loy, die einen Teil ihres Grundstücks für die Arbeiten zur Verfügung gestellt hatte, und Medvejsek, die mit dem Neubau der Johannisbrücke und der Sanierung des ehemaligen Gemeindehauses Wies gleich zwei Baustellen vor der Haustür hatte. „Die Erschütterungen hat man sogar im Friseurstuhl gespürt“, erzählte Pongratz und drückte Bettina Medvejsek, Inhaberin des Salons Haarlekin, und einer ihrer Mitarbeiterinnen je einen Blumenstrauß in die Hand.

Die symbolische Bedeutung des Brückenbaus hoben der katholische Kaplan Korbinian Wirzberger und der evangelische Pfarrer Erwin Sergel hervor. „Eine Brücke ist ein Zeichen, um aufeinander zuzugehen“, sagte Wirzberger. Vor dem Segen deutete er auf die Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk, die in einem Bildstock am Haus zwischen Albert Schweitzer und Tölzer Straße über die Bauarbeiten wachte. Dass auch das Fehlen einer Brücke eine einschneidende Erfahrung sein kann, stellte Sergel heraus: „Dadurch ist man gezwungen, Gewohnheiten aufzugeben.“ Es bestünde aber auch die Gefahr, dass Begegnungen zwischen Menschen abreißen würden.

Ganz so schlimm war es in Miesbach dank der Fußgängerbrücke nicht. Dennoch zeigten die vielen gut gelaunten Passanten auf den Bürgersteigen, dass die Eröffnung des Neubaus die Kommunikation wieder befeuerte. Die Bypass-Operation an der Hauptschlagader des Verkehrs in Miesbach sei gelungen, sagte Pongratz. „Der Patient hat überlebt.“ Damit er auch möglichst lange gesund bleibt, bat die Bürgermeisterin die Miesbacher, nichts an das neue Geländer zu hängen. „Das wird mit der großen Schere sofort wieder entfernt“, meinte sie schmunzelnd. Als traurig bezeichnete Pongratz die Schmiererei, mit der sich Unbekannte bereits unschön auf dem Bauwerk verewigt hatten.

Dass die Autofahrer ihre Brücke trotz der langen Sperrung nicht aus dem Gedächtnis gestrichen haben, zeigte sich schon in den ersten Minuten nach der Freigabe. Kaum hatten die Arbeiter den letzten Bauzaun von der Straße geräumt, rollten die ersten Autos über die Schlierach.

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