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Hier kommen Sie durch: Unsere Karte zeigt, wo Autofahrer während der Sperrung der Miesbacher Johannisbrücke die Schlierach überqueren können. Die offizielle Umleitung führt über die B 472.

Johannisbrücke über Wochen gesperrt

So entkommen Sie dem Brücken-Chaos

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Miesbach - Ab Donnerstag wird die Miesbacher Johannisbrücke einen Monat lang für Autos gesperrt. In unserer Übersicht stellen wir die offizielle Umleitung vor – und zeigen, welche Schleichwege es gibt.

Aktualisierung: Brücke voraussichtlich erst ab Donnerstag gesperrt, berichtet die Gemeinde auf Nachfrage.

Ursprünglicher Artikel:

Sie ist die Hauptverkehrsader über die Schlierach – und in Kürze ist sie dicht. Ab Dienstag, 16. August, wird die Miesbacher Johannisbrücke mindestens einen Monat lang für Autos gesperrt. Grund sind die Vorarbeiten für den Neubau im kommenden Frühjahr.

Wie berichtet, wird eine Spezialfirma dabei zuerst Bohrpfähle in den Boden treiben, um die maroden Stützwände abzusichern. In einem zweiten Arbeitsschritt wird die Behelfsbrücke für Fußgänger, Radfahrer und Versorgungsleitungen errichtet. Die Umleitungsschilder sind aufgestellt, auch für Feuerwehr und Rotes Kreuz hat Franz Braun vom städtischen Tiefbauamt eine sogenannte Verkehrsrechtliche Anordnung herausgegeben. Wo die Miesbacher am besten durchkommen, erklären wir vorab in unserer großen Übersicht.

Die offizielle Route

Zentrale Ausweichroute wird die B 472. Sie verbindet Innenstadt und Bahnhof im Osten mit Senioren- und Berufschulzentrum, Friedhof und den Siedlungen im Westen Miesbachs. Wer von dort aus mit dem Auto ins Zentrum will, fährt über die Tölzer Straße in Richtung Schweinthal und dort auf die B 472. Um das Abbiegen auf die viel befahrene Straße zu erleichtern, wird dort das Tempolimit von 80 auf 60 Stundenkilometer abgesenkt. Eine Ampel oder ein Kreisel seien nach Absprache mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim nicht machbar gewesen, erklärt Braun. Weder baulich noch kostenmäßig. „Das wäre Irrsinn“, sagt Braun. Heißt aber auch, dass sich Autofahrer zu Stoßzeiten auf Wartezeiten beim Abbiegen einstellen müssen.

Gleiches gilt für den weiteren Weg in die Innenstadt. Die offizielle Umleitung führt über die Schlierseer Straße in Richtung Stadtplatz – und damit an Edeka und dm-Drogeriemarkt vorbei. Schon jetzt ist es da nach Feierabend gerne richtig voll. Ortskundige können jedoch auch auf die Stöger-Ostin-Straße, die Rosenheimer oder sogar die Münchner Straße ausweichen. „Da kann jeder fahren, wie er will“, sagt Braun. Auswärtige Autofahrer sollen die Umleitung direkt auf ihr Navigationssystem eingespeist bekommen.

Die Schleichwege

Vor allem die Anwohner von Bergwerkstraße, Tölzer Berg oder Albert-Schweitzer-Straße wird es in den Fingern jucken: Der Schlierachweg am Eisstadion vorbei mit Anschluss zur Brücke an der Badstraße scheint eine verlockend elegante Umfahrung der Baustelle zu sein. Zumindest in Metern ausgedrückt ist sie sogar die kürzeste. Doch sie ist auch gefährlich. Schon jetzt dürfen offiziell nur Anlieger den Schlierachweg befahren. In den Engstellen kommen kaum zwei Autos aneinander vorbei. Während der Brückensperrung wird die Straße zudem als Rettungsweg ausgewiesen. Wer da ohne Erlaubnis durchfährt, riskiert laut Braun eine saftige Strafe.

Wesentlich einfacher haben es die Anwohner auf dem Kreuzberg. Sie nutzen für den Weg in die Innenstadt wie bisher die Routen über die Bad- oder die Haidmühlstraße. Richtung Seniorenzentrum oder Friedhof müssen aber auch sie über die B 472 ausweichen. Entweder über die Grünpfeilregelung an der Stöger-Ostin-Straße oder die Ampel an der Kreuzung an der Rosenheimer Straße. Vor allem im Berufs- oder Ausflugsverkehr dürfte es auch hier zu Wartezeiten kommen – mögliche Rückstaus durch die Sperrung der Schlierachbrücke in Hausham noch gar nicht eingerechnet.

Bus, Rad, Fußgänger

Wer das eigene Auto im Verkehrschaos lieber stehen lassen möchte, denkt zuerst an öffentliche Verkehrsmittel. So führen auch die RVO-Buslinien 9554 aus Tegernsee und 9567 aus Holzkirchen Richtung Miesbach Bahnhof über die Johannisbrücke. Während der Sperrung machen die Busse jedoch einen großen Bogen um das Areal. Die Haltestellen Schweinthal Grießer, Miesbach Friedhof, Von-Vollmar-Straße und Frauenschulstraße werden nicht mehr angefahren. „Das geht leider nicht anders“, sagt Peter Bartl von der RVO GmbH. Durch die Umleitung würden sich die Fahrzeiten so stark verzögern, dass die Anschlüsse an die Bayerische Oberlandbahn (BOB) und an andere Buslinien nicht mehr garantiert werden könnten. Das liegt auch an den zahlreichen anderen Baustellen im Landkreis. „Wir haben keinen Puffer mehr“, sagt Bartl. Sollte die Brücke bis zum Schulanfang noch nicht frei sein, werde man zumindest die Schulbus-Haltestelle in Schweinthal bedienen.

Am einfachsten haben es Radfahrer und Fußgänger. Sie können während der gesamten Bauzeit die Schlierach überqueren. Zuerst über den Gehsteig an der Südseite der Johannisbrücke, später über die Behelfsbrücke.

Richtig ernst wird es dann im Frühjahr 2017. Sobald es das Wetter zulässt, werden die Baufirmen mit dem Abriss und Neubau der Brücke beginnen. Inklusive der Asphaltierungsarbeiten an den Anschlüssen Richtung Bahnübergang, Albert-Schweitzer-, Bergwerkstraße und Tölzer Berg müssen sich die Autofahrer auf eine Vollsperrung von drei bis vier Monaten einstellen. „Die jetzige Sperrung ist für uns ein Testlauf“, sagt Braun. Die Stadt werde die Verkehrssituation während der Umleitungsphase genau beobachten und eventuell Anpassungen vornehmen.

Egal ob Einheimische oder Ortsfremde: Ein bisschen Geduld werden alle Autofahrer während der Brückensperrung mitbringen müssen. Das dürfte aber so gesehen nichts dramatisch neues sein, meint Braun: „Wir haben auch sonst immer wieder mal ein hohes Verkehrsaufkommen.“

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