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„Jetzt fehlt etwas“: Judith Claremont-Fertl zum Tod von Queen Elizabeth II.

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Von: Christian Masengarb

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Tochter von Royal-Fans: Die Berichte zum Tod von Elizabeth II. erinnern Judith Claremont-Fertl an viele Kindheitserlebnisse. An den Gedanken, dass die Queen nicht mehr lebt, muss sie sich erst noch gewöhnen.
Tochter von Royal-Fans: Die Berichte zum Tod von Elizabeth II. erinnern Judith Claremont-Fertl an viele Kindheitserlebnisse. An den Gedanken, dass die Queen nicht mehr lebt, muss sie sich erst noch gewöhnen. © Thomas Plettenberg

Als Engländerin verbindet Judith Claremont-Fertl (70) eine enge Beziehung zu Queen Elizabeth II. Wie haben mit ihr über ihre Reaktion auf den Tod der Königin gesprochen.

Miesbach – Als gebürtige Engländerin und Vorsitzende des Partnerschaftsvereins der Landkreise Tewkesbury und Miesbach verbindet Judith Claremont-Fertl (70) eine enge Beziehung zu Queen Elizabeth II. Wie haben mit ihr über ihre Erinnerungen an die Königin und ihre Reaktion auf deren Tod gesprochen.

„Jetzt fehlt etwas“: Judith Claremont-Fertl zum Tod von Queen Elizabeth II.

Frau Claremont-Fertl, Queen Elizabeth II. ist gestorben. Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen?

Ich bin traurig, aber ich habe es noch nicht ganz realisiert. Sie war immer da, hat einfach immer dazu gehört. Ich bin 1952 geboren, im gleichen Jahr, in dem die Queen den Thron bestiegen hat. Jetzt lebe ich zum ersten Mal in einer Welt ohne sie. Eine Era ist zu Ende gegangen. Es ist ein bisschen unglaublich.

Ja, es war fast selbstverständlich: Jeden Tag geht die Sonne auf und die Queen regiert über das Vereinigte Königreich.

(lacht) Genau. Natürlich ist jeder endlich. Der Palast hat seit einiger Zeit versucht, das Volk darauf vorzubereiten, dass sich der Gesundheitszustand der Queen verschlechtert. Sie hatte auch immer weniger öffentliche Auftritte. Es war also irgendwann abzusehen. Als sie am Dienstag Liz Truss zur neuen Premierministerin ernannt hat, dachte ich aber: „Sie sieht ganz rüstig aus.“ Jetzt ist sie gestorben. Dass es so schnell ging, hat mich schockiert.

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Wie haben Sie die Nachricht erfahren?

Ich war zuhause. Mein Mann hat es auf dem Handy gelesen und es mir ganz sachlich gesagt. Später habe ich viele Nachrichten von meiner Familie bekommen. Es hat uns alle sehr getroffen. Ich habe abends viele Sendungen angesehen. Das hat vieles in Erinnerung gerufen, das ich von früher kenne.

Woran haben Sie zuerst gedacht?

Oh! Das kann ich aus dem Stegreif gar nicht sagen. Ich bin an der britischen Südostküste aufgewachsen, meine Eltern waren Fans der Queen und sie war sehr präsent in unserer Familie. Als Kind haben meine Eltern oft mit mir über sie geredet. Ich bin ihr nie begegnet, nur eines meiner Kinder hat sie mal im Auto vorbeifahren sehen. Trotzdem hat sie immer dazugehört. Ich habe vor allem an dieses Gefühl gedacht und daran, dass es jetzt weg ist.

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Obwohl man den Menschen eigentlich nicht kannte, ist man traurig.

Ja. Jetzt fehlt etwas. Da fällt mir doch eine Erinnerung ein: Als die Queen 1969 Prince Charles zum Prince of Wales ernannt hat, wurde das landesweit ausgestrahlt. Unsere Familie hatte keinen Fernseher, also bin ich mit einer Freundin zu einer öffentlichen Ausstrahlung gegangen und wir haben uns das Ereignis mit vielen anderen angeschaut. So ist das: Ich denke an meine Freunde und schon denke ich auch an Queen Elizabeth. Sie war unglaublich pflichtbewusst. Das sollte man honorieren.

Was erwarten Sie vom neuen König Charles III.?

Schwer zu sagen. Er ist natur- und umweltorientiert, darf sich aber nicht mehr offiziell zu politischen Themen äußern. Ich finde seine Gedanken gut und hoffe, dass er sie weiterverfolgt. Aber ich weiß nicht, ob er es kann oder darf.

Haben Sie auch an Charles besondere Erinnerungen?

Ja. Er besitzt seit Jahren eine Bio-Landwirtschaft. Einen Film dazu haben wir im Kino in Holzkirchen einer Gruppe englischer Landwirte gezeigt, die hier zu Besuch waren. Die wenigsten waren Bio-Landwirte. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich.

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