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Jugendseelsorgerin Michaela Geh wechselt den Landkreis. 

„Was bleiben wird, sind die Erinnerungen“

Jugendseelsorgerin Michaela Geh verlässt das Dekanat Miesbach

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Die katholische Jugendseelsorgerin des Landkreises Miesbach, Michaela Geh, wechselt nach Ottobrunn. Sie erinnert sich an die schönsten Aktionen und Veranstaltungen zurück.

Miesbach – Sieben Jahre kümmerte sich Michaela Geh (48) um die Belange der katholischen Jugend im Landkreis. Jetzt zieht es sie woanders hin, räumlich. Der Aufgabenbereich als Jugendseelsorgerin bleibt. Vor ihrem offiziellen Abschied beim Jahresempfang der katholischen Jugendstelle und des BDKJ Miesbach am Freitag blickt sie im Gespräch mit unserer Zeitung auf die sieben Jahre zurück, verrät ihre schönsten Erinnerungen und nach welchem Leitsatz sie handelt.

Frau Geh, sie wechseln im Februar in die Jugendstelle nach Ottobrunn. Wie kommt’s?

Geh: Nach sieben Jahren überlegt man sich eben, wie es weitergehen soll. Für mich war es an der Zeit, sich zu verändern. Die Jugendarbeit wird aber nach wie vor mein Bereich bleiben. Die Arbeit wird ähnlich sein, aber mit anderen Akzenten. Und darauf bin ich sehr gespannt.

Fällt Ihnen der Abschied aus Miesbach leicht?

Geh: Nicht so ganz. Was ich mitnehme, sind die vielen schönen Erinnerungen an die Menschen, die ich hier kennengelernt habe und mit denen ich zusammengearbeitet habe. Beim Gedanken daran, tut mir das Herz schon ein bisschen weh. Aber ich freue mich auch auf die neue Stelle. Ich will Altbewährtes dort nach Möglichkeit mit einbringen und Neues entwickeln. Ganz nach einem Leitsatz von Bischof Klaus Hemmerle.

Und was sagt der?

Geh: ,Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.’ Dieser Leitsatz erinnert mich immer daran, dass Glauben individuell ist und in jede Begegnung neu übersetzt werden muss.

Wie gläubig sind denn die Jugendlichen heutzutage noch?

Geh: Was ich hier deutlich gemerkt habe, ist, dass es nach wie vor jede Form von Glauben gibt, von traditionell bis sehr offen. Da gibt es die, die sich stärker engagieren, bei den Ministranten beispielsweise oder auch in den Jugendverbänden. Und dann sind da die Jugendlichen, die eher zurückhaltend sind und einen vorsichtigeren Zugang zum Glauben wählen. Für mich geht es darum, sensibel mit dieser Glaubensvielfalt umzugehen.

Das erfordert Wahrscheinlich eine Menge Einfühlungsvermögen.

Geh: Ich will mit den Jugendlichen die Schnittpunkte finden, die uns verbinden und mich mit ihnen auf die Suche machen. Welche Tiefe in ihnen steckt, zeigt sich vor allem in Einzelgesprächen. Da erfahre ich aber auch, wie sie an sich selbst zweifeln und die Anforderungen an sich zu hoch setzen. Wenn sie dann aber in der Gemeinschaft zusammen sind und Glauben erleben, kann ich sehen, wie sie auftanken, zu sich selbst kommen und dadurch mit Gott in Berührung kommen. Besonders im Zeltlager, bei den sogenannten Abenteuerexerzitien, ist mir das aufgefallen. Deswegen sind solche Angebote auch so sinnvoll.

Sind die Jugendlichen hier von Beginn an so offen zu Ihnen gewesen?

Geh: Ich wurde zu Beginn meiner Tätigkeit sehr herzlich aufgenommen, auch in all den Gremien rund um die Kirche und im Landkreis. Bei den Jugendlichen bin ich gleich auf viel Offenheit gestoßen. Das hat mir den Einstieg erleichtert. Dieser Eindruck hat sich auch fortgesetzt. Grundsätzlich sind die Jugendlichen sehr ehrlich und leben auch ihren Glauben so. Sie haben ein gutes Gespür dafür, was authentisch ist und was aufgesetzt. Letzteres lehnen sie dann ab.

Gibt es Momente, an die Sie sich besonders erinnern?

Geh: Sehr schöne Erinnerungen habe ich an die Ministrantenwallfahrten nach Rom. Wenn man mit den Jugendlichen unterwegs ist, merkt man erst, was wirklich in ihnen steckt. Und dann sind da natürlich noch die vielen Aktionen und Projekte, die ich in Erinnerung behalten werde.

Da werden Sie eine große Lücke hinterlassen.

Geh: Die Reaktionen bei den Jugendlichen waren gemischt. Zum einen sind sie schon betroffen und traurig, aber sie haben auch Verständnis für meinen Wunsch nach Veränderung. Und meine Stelle bleibt ja nicht leer. Sie wird neu ausgeschrieben und bis jemand gefunden ist, übernimmt Jugendpfleger Jürgen Batek, meine Verantwortlichkeiten im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Dann haben Sie jetzt noch ein bisschen Zeit für sich bis zum Beginn der neuen Stelle?

Geh: (lacht) Nein, das nicht. Ich mache seit zwei Jahren eine Ausbildung zur Exerzitienleiterin. Mein Ziel ist, das Bewusstsein der Jugendlichen für die Realität zu schärfen. Sie sollen die Realität annehmen können und sich auch darüber freuen und lernen, welch tragende Rolle Gott dabei spielen kann. Und das muss man erfahren, das kann ich niemanden lehren.

nip

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