Wenig los im FuKK: (v.l.) die Leiterinnen Ezgi Yüksel und Gisela Staudinger verzeichnen wegen Corona einen Besucherrückgang. Foto: Andreas Leder
+
Wenig los im FuKK: (v.l.) die Leiterinnen Ezgi Yüksel und Gisela Staudinger verzeichnen wegen Corona einen Besucherrückgang.

Programm schwierig

Jugendzentren: Weniger Besucher wegen Corona-Regeln

Keine Feiern, keine Discos: In Pandemiezeiten ist nicht viel geboten für Jugendliche. Doch auch in die Jugendzentren zieht es sie weniger als früher. Warum eigentlich?

Landkreis – Keine Partys, keine Feste, keine Discos: In Pandemiezeiten ist nicht viel geboten für Jugendliche. Zu den wenigen Möglichkeiten, sich zwanglos über den Weg zu laufen und zu treffen, zählen die Jugendzentren. Doch auch die ringen mit den Herausforderungen durch Corona – und bekommen zu spüren, dass sich Jugendliche eben nicht immer Regularien unterwerfen wollen. Wie Mathias Huber, Vorsitzender des Kreisjugendrings, erklärt, ist die Situation in den Treffs im Landkreis teils sehr unterschiedlich. Eins haben die Einrichtungen in Miesbach, Hausham, Tegernsee und Holzkirchen aber gemeinsam: sinkende Besucherzahlen. Viele Jugendliche kommen seit Corona nicht mehr.

In Hausham und Miesbach seien an guten Tagen nur noch etwa 15 Jugendliche da. Vor der Pandemie waren es bis zu 30. Auch in Tegernsee und Holzkirchen kommt nur noch etwa die Hälfte der jungen Besucher. Über die Gründe sind sich die Leiter einig: Maskenpflicht, Abstandsregeln, Registrierung.

Das macht es auch den Betreuern schwer. „Die Jugendarbeit lebt von den Gesprächen“, sagt Huber. Aber die sind eben nur möglich, wenn die Jugendlichen auch kommen. Im Freizeit- und Kulturkeller (FuKK) in Miesbach fehlen vor allem die Jüngeren, sagt Ezgi Yüksel. Sie führt das auf die Situation in den Familien zurück: Viele haben Angst vor Ansteckung oder sind unsicher.

Vor Ort gebe es kaum Probleme wegen der Hygienemaßnahmen, berichtet Huber: „Die, die da sind, halten sich auch dran“, meint der KJR-Vorsitzende. Laura Maier vom JUZ Holzkirchen haben dagegen durchaus schon Beschwerden über die Hygienemaßnahmen erreicht. Das verstehe sie auch. „Ja, das ist nervig, aber wir müssen jetzt einfach zusammenhalten“, sagt Maier. Konflikte habe es deswegen aber noch keine gegeben. Dafür erschweren die Abstandsregeln vor allem die Gestaltung des Programms. Nur im Miesbacher FuKK musste Yüksel kürzlich einen Jugendlichen des Hauses verweisen, da dieser sich weigerte, sich an die Maßnahmen zu halten.

Für den räumlich kleinsten Treff im Landkreis, das Jute in Hausham, ergibt sich zusätzlich ein Platzproblem. Dort dürfen nur bis zu acht Jugendliche gleichzeitig im Haus sein. Im Sommer war das in Ordnung, die meisten Aktivitäten fanden im Freien statt. Doch jetzt kommt die kühle und dunkle Jahreszeit. Und damit auch die Unsicherheit, wie es weitergehen soll im Jute.

„Wir planen, einen wasserdichten Pavillon vor dem Haus aufzustellen“, sagt Jan Freter vom Jute-Team. Dort können sich dann auch Jugendliche im Freien aufhalten. Doch ob das klappt, sei noch offen. Denkbar wäre auch eine zeitliche Begrenzung für den Aufenthalt im Treff. „Es kann sein, dass wir dann Reservierungen für zwei bis zweieinhalb Stunden einführen“, erklärt Freter. „Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass wir den ein oder anderen nach zwei Stunden wieder heimschicken müssen, wenn neue Leute kommen.“ Wirklich zufrieden wäre das Team mit dieser Lösung allerdings nicht.

von Stefanie Fischhaber

Auch interessant

Kommentare