Armin Laschet und Markus Söder.
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Tja, das war‘s, Markus: Der CDU-Bundesvorstand hat sich mehrheitlich hinter Armin Laschet gestellt.

Bundestagswahl 2021

„Klar der bessere Kandidat“: CSU-Politiker bedauern Söders Verzicht

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Söder bleibt in Bayern. Was die CSU-Mitglieder im Landkreis Miesbach einerseits freut, verpasst ihnen andererseits auch einen kleinen Stimmungsdämpfer.

Landkreis - „Markus Söder wäre klar der bessere Kanzlerkandidat gewesen“, findet der stellvertretende Kreisvorsitzende und Bayrischzeller Bürgermeister Georg Kittenrainer. Und das, obwohl er bekanntlich kein großer „Söder-Fan“ sei und nicht in allen Punkten mit dem Ministerpräsidenten einer Meinung sei. Dass die CDU letztlich auf ihr Zugriffsrecht und damit ihren Parteivorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidat gepocht habe, könne er angesichts der „eindeutigen Meinungsumfragen“ nicht nachvollziehen, betont Kittenrainer in Bezug auf die Entscheidung zur Kanzlerkandidatur der Union.

CSU-Basis enttäuscht über Söders Verzicht

Auch in den CSU-Ortsverbänden im Landkreis überwiegt die Enttäuschung über Markus Söders Verzicht. Gar von einer „Katerstimmung“ spricht der Holzkirchner Ortsvorsitzende Sebastian Franz. Als Söder sein Interesse an einer Kandidatur bekundet habe, sei ein „frischer Wind“ durch den Ortsverband gegangen. Doch trotz der Enttäuschung, dass daraus nun doch nichts wird, habe der Ministerpräsident an der Basis nochmals deutlich „gewonnen“, findet Landrat Olaf von Löwis (CSU). „Er hat das sehr diplomatisch gelöst.“ Und zwar, indem er sich nicht aufgedrängt habe, aber bereit gewesen sei, Verantwortung zu übernehmen. „Er sitzt in Bayern fest im Sattel und hätte sich das nicht antun müssen“, sagt Löwis.

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Gleiches gelte für Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die beim potenziellen Wechsel Söders ins Kanzleramt gute Chancen auf seine Nachfolge in Bayern gehabt hätte. „Das wäre natürlich für den Landkreis super gewesen“, meint Löwis. Und auch Franz sagt: „Eine Mrs. President aus unserem Stimmkreis, das hätte schon was gehabt.“ Eine Aussicht, die auch Kittenrainer „sehr begrüßt“ hätte.

Bundestagsabgeordneter setzt auf gemeinsamen Wahlkampf von CDU und CSU

In diplomatischer Zurückhaltung übt sich der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. „Ich unterstütze Ilse Aigner immer, wenn sie eine neue Verantwortung übernehmen will, die Erfahrung hat sie“, sagt Radwan. Sie werde als Landtagspräsidentin den Stimmkreis aber auch so weiterhin optimal vertreten. Für die kommenden Monate müsse man nun als Union an einem Strang ziehen und gemeinsam ein starkes Wahlprogramm entwickeln. CDU und CSU müssten weiterhin Regierungsverantwortung in Deutschland tragen. „Es stehen grundlegende Entscheidungen an, die sich auch auf unsere Heimat im Landkreis Miesbach auswirken werden“, betont Radwan. Die politische Alternative eines Linksbündnisses unter Führung der Grünen sei „keine Option“.

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Franz sieht die Grünen auch vor Ort auf dem Vormarsch und schwört die CSU-Mitglieder in Holzkirchen auf einen erfolgreichen Wahlkampf mit Armin Laschet ein. Nur mit einem starken Ergebnis als Union könne die CSU weiter die bayerischen Interessen in Berlin vertreten, fügt der Landrat hinzu. Sein Blick geht aber bereits noch ein gutes Stück weiter in die Zukunft: bis zur Landtagswahl 2023. Dafür sei die aktuelle Entwicklung ausschließlich positiv, weil sie Ruhe reinbringe, betont Löwis. „Was gibt es besseres, als mit einem starken Ministerpräsident Söder anzutreten?“

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