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Gefahr für den Harzberg: Ein Teil der Bäume liegt in der Fällzone.

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Miesbach 

Käfer-Plage: Stadt Miesbach verzichtet auf Widerspruch

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Allen Appellen zum Trotz: Die Stadt Miesbach wird keinen Widerspruch gegen die Allgemeinverfügungen einlegen, mit denen die zuständigen Behörden den Asiatischen Laubholzbockkäfer ausrotten wollen.

Miesbach – Am Montag, 16. Dezember, endet die Widerspruchsfrist gegen die beiden Allgemeinverfügungen, die die Anstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) erlassen haben. Die Konsequenz, mit denen diese Verwaltungsakte Baumfällungen ermöglichen, wurde bislang teils sehr kritisch beurteilt (wir berichteten). Dennoch will die Stadt als Betroffene keinen Widerspruch einlegen – weder bei der LfL bezüglich der offenen Flächen in der Stadt noch beim AELF wegen der bewaldeten Gebiete wie den Hang des Harzbergs unterhalb des Fritz-Freund-Parks.

Käfer-Plage: Stadt Miesbach verzichtet auf Widerspruch

Es ist eine Entscheidung, die Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) in Absprache mit der Verwaltung und dem Dritten Bürgermeister Michael Lechner (FWG) getroffen hat. „Für uns hat sich die Frage gestellt, was ein Widerspruch bringen soll“, erklärt Bauamtsleiter Lutz Breitwieser. Die Allgemeinverfügungen seien sehr – wie es der Name sagt – allgemein gehalten. Konkrete würden nicht genannt. Das laufende Verfahren zu beantragten Ausnahmen werde davon nicht erfasst. „Vor allem aber hat ein Widerspruch hier keine aufschiebende Wirkung“, sagt Breitwieser. Und wäre die vorhanden, würde man das Fällen noch weiter in den kritischen Frühling verschieben.

Die Kritiker der strengen Fällanordnungen werden dies nicht gern hören. In der jüngsten Sitzung des Miesbacher Stadtrats hatte sich ebenfalls Unmut breitgemacht über die Bekämpfungsstrategie zum ALB. Mehrere Stadträte machten sich dafür stark, dass sich die Stadt für eine weniger konsequente Umsetzung der Vorschriften innerhalb der 100-Meter-Fällzone einsetzen solle. Zumindest als „symbolischen Akt“, wie es Claus Fahrer (FDP) anregte, sei ein Widerspruch wünschenswert.

Vize-Bürgermeister kritisiert Schema F

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) wiederholte dabei seine Kritik: „Die LfL geht mir zu sehr nach Schema F vor. Wenn wir nichts tun, kommt es ganz sicher so. Deshalb wäre es einen Versuch wert, Ausnahmen zu beantragen.“ Dies sei man auch den Bürgern schuldig. „Die Leute verstehen, dass wir nicht bestimmen können“, ergänzte Fertl. „Aber sie erwarten auch, dass wir das Ausmaß durch Ausnahmen begrenzen, basierend auf ökologischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gründen.“

Lesen Sie dazu auch: Allgemeinverfügung liegt vor: 5000 Gehölze werden fallen

Dem widersprach Manfred Burger (Grüne): „Die Situation ist jetzt so – die Vorschriften müssen umgesetzt werden. Wir machen hier den Leuten Hoffnung, aber es wird trotzdem so passieren.“ Wichtiger sei es, mit den Fällarbeiten fertig zu sein, bevor die nächste ALB-Generation ausschwärmen kann.

Bislang kein Erfolg für Kläger

Auch Baumreferent Lechner verteidigte die LfL: „Wir wollen eine effektive Bekämpfung. Ausnahmen wird es nicht beliebig geben – das ist kein Wunschkonzert.“ Mit dem Waitzinger Park habe sich die Stadt auf eine Ausnahme konzentriert. „Für mehr sehe ich keine Chance. Viele andere haben bereits geklagt und alle verloren.“

Zuletzt im Rathaus Thema: Streit um ALB im Bauausschuss Miesbach

Für Aufregung hatte auch ein Brief von der Interessengemeinschaft Fritz-Freund-Park gesorgt. Demnach sollen alle Bäume, die dort von der LfL nummeriert worden seien, gefällt werden. Dem widersprach Pongratz deutlich: „Die Bäume wurden für das Kataster erfasst.“ Das sage nichts über Fällungen aus.

ddy

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