Daheim auf der Weide ist es am schönsten: Kälber auf einer Weide bei Reitham.
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Daheim auf der Weide ist es am schönsten: Kälber auf einer Weide bei Reitham.

Regionale Vermarktung

Kälbern lange Transporte ersparen

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Landkreis – Tierwohl, Klimaschutz und das Überleben kleiner landwirtschaftlicher Betriebe: drei Themen, die viel diskutiert werden. Auch der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands (BBV) macht sich dazu Gedanken und startet nun gemeinsam mit der Öko-Modellregion ein neues Projekt.

Kälber, die in den Milchviehbetrieben des Landkreises geboren werden, sollen dort aufgezogen, regional geschlachtet und ihr Fleisch hier vermarktet werden.

Das Ziel: die zuletzt oft kritisierte Problematik der Kälberexporte zu entschärfen und die Wertschöpfung in der Region zu halten.

In der Milchwirtschaft führt kein Weg am Kalb vorbei. „Wer Milch oder Milchprodukte konsumiert, der muss wissen, dass dafür Kälber geboren werden“, sagt Öko-Modellregionsmanagerin Stefanie Stiller. Die meisten dieser Kälber kommen auf den Markt und dann auf einen mehr oder weniger langen Transport in einen Mastbetrieb. Viele nach Holland, manche bis nach Spanien, weiß Stiller. Im Ausland ist die Mast der Tiere günstiger. Und in der Gastronomie wirbt man sogar oftmals mit importiertem Kalb- oder Rindfleisch, wie zum Beispiel Argentinischem Rib-Eye. Landwirte, die ihre Kälber nicht weggeben, sondern selbst aufziehen wollen, können das nur, wenn sie die Kosten über den Erzeugerpreis erstattet bekommen.

Hier setzt das Projekt an: Landwirte sollen einen fairen Preis für ihre Kälber bekommen, die Schlachtung bei einem Metzger aus der Region soll den Tieren lange Transportwege ersparen, Großküchen und Kantinen sollen sichere Abnehmer sein. Die Basis ist bereits gelegt. Stiller hat „Zusagen aus allen drei Bereichen“ wie sie erklärt. „Aber es ist noch viel Arbeit.“ Sie hofft auf einen Start im Herbst.

Für die Initiatoren des Projekts ist klar: „Ein hohes Maß an Tierschutz, eine klimafreundliche Erzeugung und der Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen sowie unserer Kulturlandschaft können nur gelingen, wenn Erzeugung und Wertschöpfung in der Region bleiben und diese stärken.“ Sie betonen außerdem: „Wichtig ist, dass jeder eine Verantwortung trägt: Landwirte, Politik, Verarbeiter, Gastronomen und Konsumenten.“ Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich bei Stiller informieren, unter z 0 80 25 / 99 37 222 oder per E-Mail an sst@smg-mb.de.

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