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Verunglückte tödlich an der Küste der Kanaren-Insel La Palma: Tobias G. aus Miesbach.

Tragödie auf den Kanaren

Unterirdische Welle verschluckt Miesbacher (26)

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Auf der kanarischen Insel La Palma hat sich am Freitag eine Tragödie abgespielt. Ein Miesbacher wurde von einer Welle erfasst und in ein Loch gezogen. 

Das Phänomen ist in unseren Breiten unbekannt, an der Küste einer Vulkaninsel mit starkem Wellengang allerdings nicht ungewöhnlich. So wurde der Freundeskreis aus dem Landkreis Miesbach völlig überrascht. Die jungen Leute mussten hilflos mit ansehen, wie ihr Freund Tobias G. (26) in die Tiefe gezogen wurde. 

Die Gruppe machte eine Tour an der Steilküste im Nordwesten der kanarischen Insel La Palma am Meer entlang. Bei starkem Wellengang ist dort, Region Lomada Grande im Gemeindegebiet Garafia, ein faszinierendes Schauspiel zu beobachten. Während eine Welle gegen die Küste donnert, schießt Wasser aus Löchern in der Felsküste wie bei einem Geysir in die Luft. 

Dahinter steckt ein gigantisches Labyrinth aus Höhlen, Kanälen und Gängen, das die gesamte Insel durchzieht. Wie ein Schweizer Käse, schreibt der Blogger Manfred Betzwieser, der seit 20 Jahren auf der Insel lebt. 

Ein solcher Geysir erfasste Tobias G.. Aber erst als sich das Wasser wieder zurückzog. Das Problem: Genauso kraftvoll wie das Wasser aus den Löchern herausschießt, zieht es sich bei gegenläufiger Brandung wieder in das Felslabyrinth unter dem Meeresspiegel zurück. Was dabei in seinen Sog gerät, wird gnadenlos mit in die Höhlen gezogen. Wer einmal das Reißen am Körper durch eine starke Brandung an einem Strand erlebt hat, kann sich vorstellen, wie sich die selben Kräfte auf einen schmalen Felskanal auswirken. 

So erging es dem Miesbacher am Freitag. Als sich das Wasser immer schneller in das Loch zurückzog, riss es den 26-Jährigen mit. „Noch einmal wurde der Körper des Deutschen an die Oberfläche gespült und dann verschluckt und nicht mehr gesehen“, zitiert der Blogger Betzwieser eine Quelle vor Ort. Dann verschlang ihn das Meer, zog ihn tief unter die Insel in das unendliche Labyrinth. 

Seine Freunde verständigten sofort Einheimische, die dann einen Notruf absetzten. Eine riesige Rettungsaktion startete. Mit einem Helikopter der spanischen Seerettung wurde das küstennahe Meer abgesucht. Taucher der Guardia Civil versuchten unterirdisch in das Höhlenlabyrinth einzudringen - allein: erfolglos. Die Strömung war zu stark. Die Rettungsaktion musste am Freitagabend abgebrochen werden. Die Suche ging dann von Samstag bis Montag weiter. Am Sonntag dann die traurige Gewissheit: Der Körper des Miesbachers wurde leblos vor der Küste treibend entdeckt. Die Höhlen hatten ihn wieder freigegeben. 

Familie und Freunde, auch seine Teamkameraden vom SV Parsberg trauern um ihren Tobi. Andere fragen sich: Hat der Miesbacher vielleicht leichtsinnig gehandelt? Wäre das Unglück zu verhindern gewesen? Der kanarische Blogger Betzwieser lässt sich in seinem Blogbeitrag zu einem äußerst belehrenden Satz hinreißen - und das direkt im Anschluss an die Unglücksnachricht. Der Blogger spekuliert gar, ob die riskante Rettungsaktion nicht hätte vermieden werden können. Überhaupt seien Übermut und Risikobereitschaft bei den Urlaubern leider oft an der Tagesordnung und forderten jährlich Opfer. Allein für 2016 spricht Betzwieser von 20 Toten. 

Freunde des Verunglückten wollen diese Belehrung nicht so stehen lassen. Gisela Perzlmeier kommentiert unter den Blogeintrag:

„Ja, sie hätten vorsichtiger sein können, aber wir kannten Tobi, das ist der Mensch, der ums Leben kam – und wir wissen, Tobi war vorsichtig, er hat keine Adrenalinkicks gesucht. Es bleibt bei uns – wir, die Freunde, die Eltern der Freunde, der Freundin, den Eltern und allen, die von diesem liebenswerten Menschen profitiert haben nur ein unendlicher Schmerz. Wir danken allen, die sich an der Rettungsaktion beteiligt haben.“

Und ein anderer User ergänzt:

„Sehr geehrte Leser und Autoren, leider ist die Textstelle „Etwas Hirn und die Rettungsaktion wäre vermeidbar gewesen“ etwas unglücklich gewählt. Der betroffene junge Mann war ein sehr guter Freund von uns und ist uns als vorsichtiger und vernünftiger Mensch in Erinnerung. Die Aussage „Etwas Hirn“ muss ich daher an die Herausgeber dieser Seite zurückgeben. Wir alle erleben Situationen, nach welchen wir uns bewusst werden, dass es knapp war. Zum Glück müssen wir nicht jeden Fehler mit dem Leben bezahlen. Ihm war es dieses Mal nicht vergönnt.“

Wer und ob jemand Schuld an dem tragischen Unglück hat, sei dahingestellt und im Moment ist das vielleicht auch nicht so wichtig. Was bleibt, bei Familie, Freunden und den Menschen in der ganzen Region, ist eine tief empfundene Trauer um den Verlust von Tobias G..

kmm   

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