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Laden zum spirituellen Spaziergang ein: (v.l.) Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch, Historiker Alexander Langheiter und Pastoralreferentin Kathrin Baumann haben einen Kapellenweg in der Oberen Wies in Miesbach entwickelt.

Neue Broschüre lädt zum spirituellen Spaziergang ein

Kapellenweg: Über acht Stationen durch die Obere Wies

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Geschichtliches und Spirituelles miteinander verbinden: Das geht ab sofort in der Oberen Wies bei Miesbach. Die acht Stationen des Kapellenwegs laden beim Spazierengehen zum Verweilen ein.

Miesbach – Beim Spazierengehen oder Radeln hat sie jeder schon gesehen: Kapellen, Marterl und Hofkreuze säumen viele Wege durch die Wald- und Wiesenlandschaft rund um Miesbach. Sie haben eine lange Geschichte und sind ein Symbol des tiefen Glaubens ihrer Erbauer – und derer, die sie bis heute liebevoll pflegen. Den meisten Passanten bleibt ihre Bedeutung jedoch verschlossen. Für die Obere Wies gilt das künftig nicht mehr. Unter dem Titel „Himmelsspuren“ haben der Katholische Pfarrverband und das Kulturamt Miesbach einen Kapellenweg mit acht Stationen ausgewiesen.

Die sieben Kilometer lange Route startet am Parkplatz beim Warmfreibad in Miesbach und führt über Schönberg bis zum Gieshof und über Schweinthal zurück in die Stadt. Den Plan und eine ausführliche Beschreibung der Stationen haben die Initiatoren in einer farbigen Broschüre zusammengefasst. „Sie richtet sich an Einheimische und Gäste gleichermaßen“, erklärt Pastoralreferentin Kathrin Baumann. Für sie ist der Kapellenweg eine gute Gelegenheit, Tourismus, Geschichte und Spiritualität miteinander zu verbinden.

Tatsächlich ist die Broschüre ein Gemeinschaftswerk. Historiker Alexander Langheiter lieferte jeweils einen kurzen geschichtlichen Abriss der Kapellen, Kreuze und Marterl. Baumann steuerte unter dem Stichwort „Verinnerlicht“ passende spirituelle Gedanken und Bibelstellen bei. Sie sollen dazu anregen, beim Innehalten und Weitergehen das eigene Leben in den Blick zu nehmen

Als Beispiel nennt Baumann die Station Nummer zwei: Der Bildstock mit der von Erich Moos in den 1970er-Jahren gemalten Darstellung des Fegefeuers liegt zwischen Reith und Schönberg. Aufgestellt wurde er laut Langheiter im 17. Jahrhundert am Pestfriedhof der Wieser Bauern. Eine düstere Epoche, deren Stimmung sich durch die Lage des Marterls auch auf seine heutigen Besucher überträgt. „Das liegt wirklich an der dunkelsten Stelle im Wald“, sagt Baumann. Auch der Lebensweg jedes Einzelnen führe manchmal durch dunkle Täler. Ein Anstoß, darüber nachzudenken, wie und an wessen Seite man diese durchschritten habe, meint Baumann.

Wer sich diese Gedanken nicht allein machen möchte, kann sich an diesem Sonntag einem geführten Rundgang auf dem Kapellenweg anschließen. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Gymnasium Miesbach. Doch auch allein können die Miesbacher und ihre Gäste den Himmelsspuren folgen. Die Broschüre liegt ab sofort im Kulturamt und in der Stadtpfarrkirche aus.

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