Interessierte Kursteilnehmerin: Margarete Hofer aus Agatharied hatte Spaß beim Online-Kurs über „Bayerns evangelische Königinnen“ des Katholischen Bildungswerks Miesbach.
+
Interessierte Kursteilnehmerin: Margarete Hofer aus Agatharied hatte Spaß beim Online-Kurs über „Bayerns evangelische Königinnen“ des Katholischen Bildungswerks Miesbach.

Wissens- und Computerkurs in einem

Katholisches Bildungswerk Miesbach begeistert mit Online-Angeboten auch Senioren

Wegen der Corona-Krise finden alle Kurse und Vorträge des Katholischen Bildungswerks ausschließlich online statt. Für die Teilnehmer ist das digitale Leben so selbstverständlich geworden wie das analoge.

Landkreis – Für jüngere Semester ist das digitale Leben so selbstverständlich, wie das analoge. Doch auch für einige Senioren aus dem Landkreis ist es im Laufe des vergangenen Semesters des Katholischen Bildungswerks (KBW) zu einer wichtigen Begegnungsstätte geworden: Wegen der Corona-Krise fanden alle Kurse und Vorträge ausschließlich online statt.

Die Angebote des KBW finden Sie auf folgender Webseite: www.kbw-miesbach.de

Katholisches Bildungswerk Miesbach begeistert mit Online-Angeboten auch Senioren

Über die Videotelefonie-App Zoom konnten sich beispielsweise die Teilnehmer des Vortrags, „Bayerns evangelische Königinnen“ einwählen und vom Sofa aus viel Neues über ihre bayerische Heimat und deren Geschichte lernen. Für Margarete Hofer aus Agatharied hat „alles ganz gut geklappt“, erzählt sie. Wenn dann doch mal Probleme mit dem Internet aufgetreten sind, waren immer die Enkel mit tatkräftiger Unterstützung zur Stelle.

Es war nicht der erste Kurs den die 81-Jährige besucht hat, doch der erste, der gänzlich im Internet stattfand. „Die Gesellschaft drum herum hat dann schon gefehlt“, resümiert sie. „Wenn alle beieinander sind, dann sind die Kurse doch noch viel intensiver.“ Aber lehrreich war es allemal: „Ich war wirklich begeistert und überrascht, wie gut das funktioniert hat“, sagt Hofer staunend.

Eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung habe sie per E-Mail einen Link erhalten, der sie dann direkt zum Vortrag geführt habe. Ihre eigene Kamera habe sie für die Dauer der Vorlesungen aber ausgeschaltet: „Da hat mich die ganze Zeit so eine grauhaarige Frau angeschaut“, sagt Hofer und lacht. Selbstverständlich werde sie auch im kommenden Semester an den Online-Veranstaltungen teilnehmen. „Es war ein Gewinn.“

Das sieht Inge Lösch, 75, aus Schaftlach ganz genauso: „Ich finde es großartig, dass es online weitergeht.“ Gerade in der Corona-Zeit, wo die Kontakte so eingeschränkt sind, sei es für sie wichtig, die anderen Kursteilnehmer zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen, „Ich besuche die Vorlesungsreihe ,Kultur, Geschichte, Brauch‘ und da tut es gut, die bekannten Gesichter wenigstens übers Internet sehen zu können.“

Auch Rita Weber aus Schliersee hat sich den Online-Vortrag angesehen: „Es gab schon öfter Veranstaltungen, die mich interessiert hätten. Aber dann abends nochmal raus nach Miesbach zu fahren – das war mir immer zu weit.“ Dass sie den Vortrag nun „ganz bequem vom Sessel aus“ verfolgen konnte, kam für Weber wie gerufen. „Das ist doch mal eine gute Sache an Corona“, findet die 71-Jährige. „Es wäre schön, wenn das nach dem Lockdown weitergehen könnte!“

KBW-Geschäftsführer Wolfgang Foit freut sich, dass das Online-Angebot so gut angenommen wurde. „Die Teilnehmer haben sich unheimlich schnell in die Software eingearbeitet“, berichtet er. Natürlich bieten er und seine Kollegen auch technische Unterstützung an, sollten bei den Teilnehmern doch einmal Schwierigkeiten bei der Bedienung des Computers auftreten. „Wir sehen das Online-Angebot als Form der Inklusion.“ Es sei ihm ein persönliches Anliegen, auch während der Corona-Krise seinen Teil zur Erwachsenenbildung beitragen zu können. „Die Senioren nutzen nicht nur das Diskussionsangebot, sondern auch die Möglichkeit, durch Chatnachrichten die laufenden Vorträge zu kommentieren“, stellt Foit fest. Man merke, dass sie sich nach dem Austausch sehnen und die so gegebene Chance gerne nutzen.

Wenn die Senioren ihren Online-Kurs über die evangelischen Königinnen besuchen, erfahren sie somit eine doppelte Bildung: Sie lernen neben der bayerischen Geschichte auch noch den Umgang mit dem Internet und der Videotelefonie. „Die Senioren, die den Sprung ins Internet mitgemacht haben, haben einen sehr verspielten Zugang zu den neuen Medien und viel Spaß dabei, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation auszuprobieren“, sagt Foit. Für das KBW bieten die Online-Kurse eine weitere Chance: „Es ist einfacher geworden, spannende überregionale Referenten zu buchen.“

Doch nicht alle sind den Schritt mitgegangen: Durch die Verlegung der Kurse ins Internet fallen statistisch gesehen ein Drittel der regulären Teilnehmer weg. Während Foit in normalen Zeiten über 50 zählen kann, waren es bei dem Vortrag zu Bayerns evangelischen Königinnen nur noch 42 Teilnehmer. „Sobald es möglich ist, wollen wir die Veranstaltungen natürlich wieder vor Ort abhalten, damit auch wirklich jeder teilnehmen kann, der das gerne will. Wir arbeiten aber auch an einem Konzept, um zukünftig beides anbieten zu können: Präsenz- und Onlineteilnahme.“

von Moritz Hackl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare