Über den Dächern von Miesbach: Der Kreuzberg ist weiterhin die teuerste Wohnlage in der Kreisstadt. Den größten Preisanstieg hat jedoch die Innenstadt rund um den Marktplatz im Hintergrund erlebt.
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Über den Dächern von Miesbach: Der Kreuzberg ist weiterhin die teuerste Wohnlage in der Kreisstadt. Den größten Preisanstieg hat jedoch die Innenstadt rund um den Marktplatz im Hintergrund erlebt.

Neue Bodenrichtwerte im Landkreis Miesbach veröffentlicht

Kein Ende in Sicht: Grundstückspreise ziehen in der Stadt Miesbach massiv an

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Die Quadratmeterpreise für Baugrund haben auch in Miesbach angezogen. Das zeigen die vom Gutachterausschuss am Landratsamt veröffentlichten Bodenrichtwerte. Damit liegt die Kreisstadt im allgemeinen Trend. Auffällig ist jedoch, dass die Preissprünge aber deutlich höher ausgefallen sind als zu erwarten war.

Miesbach – Hohe Wohnlage – hohe Preise. Das ist in Miesbach nicht anders als am Tegernsee. Wenngleich die Grundstückspreise pro Quadratmeter in beiden Städten deutlich auseinander liegen. Dennoch lässt sich auch für Miesbach feststellen: Oben wohnt es sich am teuersten.

Wie die aktuelle Bodenrichtwerte für die Kreisstadt zeigen, liegt der Kreuzberg, der die Innenstadt im Westen begrenzt, mit nunmehr 1200 Euro ganz vorne in der Preisliste, die der Gutachterausschuss am Landratsamt für die beiden Jahre 2019/20 auf Grundlage der veräußerten Immobilien ermittelt hat. Ein wenig dahinter folgt die Höhenlage auf der Ostseite: Am Harzberg wurden 1150 Euro für den Quadratmeter ermittelt.

Kreuzberg bleibt Premiumregion vor dem Harzberg

An der Reihenfolge hat sich im Vergleich zum vorherigen Bemessungszeitraum 2017/18 nichts geändert. Auch damals lag der Kreuzberg vor dem Harzberg, damals noch mit 900 Euro vor 850 Euro. Platz drei gehört weiterhin der Innenstadt, die als Mischgebiet nun bei 1100 Euro pro Quadratmeter angelangt ist. Zum Vergleich: In den Jahren 2017/18 wurden noch 750 Euro pro Quadratmeter ermittelt. Damit verbucht die Innenstadt mit dem Marktplatz als der guten Stube der Kreisstadt mit fast 50 Prozent den deutlichsten Anstieg vor dem Harzberg und dem Kreuzberg.

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Nachgerückt ist auch der östliche Bereich zwischen der Innenstadt und Harzberg. Hier kommt der Quadratmeter mittlerweile auf 850 Euro statt bislang auf 650; der Norden erreicht 1000 statt bislang 750 Euro. Und im Vergleich der beiden Gewerbegebiete konnte sich Nord etwas absetzen. Lag der Bereich zuvor mit Ost noch preislich gleichauf bei 220 Euro, kletterte Nord nun auf 320, Ost aber nur auf 300 Euro. Die Grünlandzahl für Landwirtschaftsflächen stieg von neun auf 10,50 Euro.

Auch die Randgebiete legten deutlich zu

Auch die Randgebiete haben sich verteuert. Der Ortsteil Parsberg kletterte von 700 auf 900 Euro, Bergham von 750 auf 950 Euro und Kleinthal von 800 auf 1000 Euro. In Leitzach-Mühle erhöhte sich der Quadratmeters von 450 auf 600 Euro. Auch die Wies legte zu: Schweinthal, Wachlehen und Müller am Baum entwickelten sich im Gleichschritt von 650 auf 850 Euro.

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Der Siedlungsdruck aus München, so heißt es gemeinhin, ist im Landkreis Miesbach zu spüren. Zudem suchen junge einheimische Familien nach Wohnraum. Dennoch lässt der deutliche Preisanstieg den Rückschluss zu, dass in der Kreisstadt ein enormes Wettbieten stattgefunden hat, um sich freie Immobilien zu sichern – fast um jeden Preis.

Das zeigen die prozentualen Veränderungen. Den größten Sprung erlebte die Innenstadt (46,7 Prozent) vor Harzberg (35,3) und Kreuzberg, dessen Plus von 33,3 Prozent auch Leitzach-Mühle erreicht hat. Auf Platz vier folgen mit 30,8 Prozent Miesbach-Ost, und die Wies.

Gute Infrastruktur und kaum Objektangebote

Miesbach kann zwar weder mit einem S-Bahn-Anschluss wie Holzkirchen noch mit einer touristisch reizvollen Lage wie der Tegernsee punkten. Dennoch verzeichnet die Kreisstadt ein solch hohen Anstieg. Für Miesbachs Bauamtsleiter Lutz Breitwieser ist dieser durchaus bemerkenswert, aber erklärbar: „Miesbach hat nicht zuletzt mit seinen Schulen und Behörden alles zu bieten“, stellt Breitwieser fest. Die Naherholungsgebiete des Oberlands, die Bayerische Oberlandbahn, die Autobahn, das Krankenhaus in Agatharied, aber auch die Einkaufssituation vor Ort – „es ist von hier aus alles in guter Reichweite“.

Auch habe die Corona-Pandemie das Homeoffice gefördert – leben im Landkreis und arbeiten in München lasse sich nun leichter verbinden. Nicht zu vergessen das Gesetz von Angebot und Nachfrage. „In Miesbach gibt es kaum Wohnraum zu kaufen“, sagt Breitwieser. „Nicht zuletzt diese Knappheit an Wohnobjekten lässt die Preise deutlich steigen.“

Neue Bodenrichtwerte

Die detaillierte Liste mit allen Zahlen für die Stadt Miesbach kann bis 3. August im Bauamt des Rathauses eingesehen werden. Nötig ist dafür eine Anmeldung unter Telefon 08025 / 2830.

ddy

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