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Kennt den Bayerischen Hof in Miesbach wie kaum ein anderer: Seit 14 Jahren ist Uwe Schulze-Clewing Geschäftsführer im Vier-Sterne-Haus an der Oskar-von-Miller-Straße.

25 Jahre Bayerischer Hof in Miesbach

Kein See, kein Nachtleben: Darum ist dieses Hotel so erfolgreich

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Ein bis dato deutschlandweit einzigartiges Hotel feierte vor 25 Jahren in Miesbach Premiere: der Bayerische Hof. Die Lage abseits von Seen und Großstadt hat sich als idealer Standort erwiesen.

Der erste Bauabschnitt des Hotels wurde 1992 fertiggestellt, der zweite im Jahr darauf. 2001 wurde der Konferenzbereich nochmals erweitert.

Miesbach – Ein Vier-Sterne-Konferenz- und Sporthotel sollte es werden. Nicht am Schliersee oder Tegernsee, sondern am Eingang zum Miesbacher Gewerbegebiet Nord. „Das war damals eine sehr fortschrittliche Idee“, sagt Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing über die mutigen Pläne, die die Bauherren Wilhelm E. Pichler und Alois Apfelböck in den 1980er-Jahren für den Bayerischen Hof in Miesbach schmiedeten. 1991 erfolgte der Spatenstich auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Oskar-von-Miller-Straße.

25 Jahre nach der Eröffnung des ersten von drei Bauabschnitten im Dezember 1992 steht fest, dass die Gründer richtig lagen. Mehr als eine Million Gäste haben seitdem im heute 134 Zimmer großen Haus übernachtet. Nur fünf Prozent sind normale Urlauber. Alle anderen kommen für Tagungen oder Trainingslager in den Bayerischen Hof. „Diese Gäste machen nicht nur Werbung für den Bayerischen Hof, sondern auch für Miesbach“, sagt Schulze-Clewing, der seit 14 Jahren an der Spitze des Hotels mit seinen 65 Mitarbeitern steht.

Die Konferenzen

Laut Schulze-Clewing ist es genau jene Abgeschiedenheit im Gewerbegebiet, die auch große Firmen in das Vier-Sterne-Haus in der Kreisstadt lockt. Kein See vor der Haustür, kein Nachtleben wie in der Großstadt: „Bei uns arbeiten die Leute bei Konferenzen zwei bis drei Stunden länger am Tag“, sagt Schulze-Clewing. Die Öffentlichkeit nimmt davon kaum Notiz – wie bei der Deutschlandpremiere des Audi R8. „Das Auto wurde aus dem Lkw direkt in den Saal gerollt“, erzählt der Geschäftsführer. Ohne neugierige Blicke von Passanten. „Das wäre in München undenkbar gewesen.“

Diese Ruhe schätzt auch die Bundeswehr. Seit sechs Jahren tauschen sich Soldaten nach Auslandseinsätzen bei Seminaren im Bayerischen Hof aus. Durch die große Fläche des Hauses mit 15 Besprechungsräumen und drei Restaurants geschieht dies in privater Atmosphäre, ohne Berührungspunkte mit anderen Gästen.

Der Sportbereich

Von Anfang an machten der Bayerische Hof und der benachbarte, 1985 eröffnete Sport- und Fitnesspark gemeinsame Sache. 2006 kauften die Hoteleigentümer Alois Apfelböck und Dr. Manfred Epp das Gelände mit Gerätepark, Sauna, Squash- und Tennisplätzen. Letztere waren in den ersten Jahren des Hotels ein echter Renner. „Das war die Zeit von Boris Becker und Steffi Graf“, erinnert sich Schulze-Clewing. Unzählige Trainingslager wurden gebucht.

Doch der Boom ebbte ab – und der Sportpark ging mit der Zeit. Der Wunsch, den gegenüberliegenden Hartplatz zu kaufen und in ein Fußball-Leistungszentrum umzubauen, blieb den Eigentümern wegen der Supermarkt-Pläne der Stadt zwar verwehrt. Dafür setzten sie auf einen anderen Trend: Der Wellnessbereich wurde von 60 auf 450 Quadratmeter vergrößert, die Fitnessfläche von 300 auf 2000 Quadratmeter ausgebaut. Auf den Tennis-Hallenplätzen fliegen statt Filzkugeln Fußbälle beim Indoor-Soccer durch die Luft, auf den vier Außenfeldern will der Bayerische Hof ein Apartmenthaus für die Mitarbeiter von Firmen im Gewerbegebiet bauen. Gerade für Praktikanten oder Zugezogene ein wertvolles Angebot, meint Schulze-Clewing. „Die finden oft nicht gleich eine geeignete und für sie bezahlbare Wohnung.“

Die Events

Immer ausgefallener, immer exklusiver: Was Events anbelangt, lieferten sich Unternehmen in den 1990er-Jahren ein regelrechtes Wettrennen. „Da waren auch mal Feuerspucker und Schwertschlucker am Start“, erinnert sich der Geschäftsführer. Der Bayerische Hof setzte lieber auf Authentizität und pachtete 1999 eine 400 Quadratmeter große, historische Scheune auf dem nahegelegenen Gut Wallenburg. Heute finden hier auch private Feiern wie Hochzeiten statt.

Ein weiterer Coup gelang 2015 mit der Pacht der Insel Wörth im Schliersee. Der vor kurzem angekündigte Verkauf ändere nichts an der Absicht des Hotels, diese weiterhin für Events zu nutzen, betont Schulze-Clewing. Um Planungssicherheit zu haben, werde man versuchen, im September einen neuen Vertrag zu schließen. Die von der Gemeinde Schliersee gewünschte Öffnung der Gastronomie für die Allgemeinheit wird es jedoch auch in Zukunft nicht geben. „Das ist betriebswirtschaftlich nicht zu machen.“

Die Gastronomie

Die Idee, auch Einheimische in den Bayerischen Hof zu locken, gab es von Anfang an. Mit den regelmäßigen Brunch- und Themenbüffets wurde ein entsprechendes Angebot geschaffen. „Wir machen das für die Bevölkerung“, sagt Schulze-Clewing. „Auch wenn wir dabei draufzahlen.“ Doch die Identifikation der Miesbacher mit dem Bayerischen Hof ist dem Hotelteam offenbar viel wert. Deshalb hat es trotz des Anschlusses an die internationale Best Western-Gruppe im Jahr 2007 seinen Namen behalten. „Wir sind nach wie vor eigenständig“, versichert der Geschäftsführer. Der Trend zur Online-Buchung und der damit erhöhte Marketingaufwand hätten die Kooperation aber notwendig gemacht. „Sonst würden uns viele Gäste in Miesbach nicht finden.“

Die Jubiläumsfeier

im Bayerischen Hof findet am Sonntag, 9. Juli, mit einem großen Familienfest von 11 bis 18 Uhr statt. Bei schönem Wetter im Biergarten, bei Regen in den Restaurants. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Stadtkapelle Miesbach. Die Hotelküche serviert Grillspezialitäten, Spanferkel und flambierten Kaiserschmarrn. Zudem dürfen die Gäste einen Blick hinter die Kulissen des Hauses werfen. Der Eintritt ist frei.

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