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Ursprünglich sollte das Miesbacjher Kloster das geplante Museum beherbergen. Weil es aber nun zum Kinderhaus umgebaut wird, fordert der Museumsverein Zuwendungen zurück

Keine Beschränkung auf ein Museum

Streit um Bürgermeister Maiers Kulturerbe

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Der Museumsverein Miesbach will Sicherheit. Nachdem das Kloster nun zum Kinderhaus werden soll, hat der Verein die Einrichtung einer Museumsrücklage beantragt. Der Stadtrat stimmte zu, schloss die Einbeziehung der Zuwendung des verstorbenen Bürgermeisters Gerhard Maier aber aus.

Die Situation hat sich geändert: Jahrelang war es ein Ziel der Stadtpolitik, ein Heimatmuseum im Miesbacher Kloster einzurichten. Doch wie berichtet, soll das denkmalgeschützte Gebäude nun zum Kinderhaus umgebaut werden. Dies hat finanzielle Konsequenzen. Denn der Museumsverein fordert nun das Geld zurück, das er 2010 der Stadt für den Kauf des Klosters überlassen hat. Es soll weiterhin als Rücklage für ein Museum bereitgehalten werden. Insgesamt geht es um 351 654,56 Euro.

Für den Sicherungskauf des Klosters hatte der Museumsverein rund 115 000 Euro zur Verfügung gestellt. Sie stammen aus zweckgebundenen Zuwendungen von Dirk Ippen, dem Verleger unserer Zeitung, sowie des 2003 verstorbenen Miesbacher Bürgermeisters Gerhard Maier (CSU). Angesichts der neuen Nutzung des Klosters als Kinderhaus – im Nordteil ist bereits eine Krippe untergebracht – will der Museumsverein dieses Geld zurück, um eine Alternative zum Kloster anpacken zu können, und beantragte die Bestätigung seiner gesamten Museumsrücklage. Dazu gehört auch das vom Museumsverein auf rund 225 000 Euro bezifferte Geld, das bei den Bürgerfesten in den Jahren 1993 bis 2003 für ein Museum zurückgelegt worden sei. „Nur so ist gewährleistet, dass der Wille der Stifter in vollem Umfang Erfüllung findet“, heißt es in dem Schreiben an die Stadt.

Gerhard Maier, ehemaliger Bürgermeister von Miesbach.

Der Stadtrat stimmte diesem Antrag zu, aber nur bedingt. Unter der internen Zweckbestimmung „Museumsrücklage“ werden nämlich nur 230 000 Euro gebucht: Sie bestehen aus den 25 564,59 Euro (50 000 Mark) von Zeitungsverleger Ippen sowie den Spenden aus den Bürgerfesten, die bei 204 404,37 Euro lagen. Die Gesamtsumme betrug bis 2016 exakt 229 968,96 Euro und wurde in jenem Jahr im Rahmen des schlechten Haushalts aufgelöst. 2017 richtete die Stadt infolge der entspannteren Finanzlage die Rücklage in Höhe von 230 000 Euro wieder ein – versehen mit der internen Zweckbestimmung „Rücklage Heimatmuseum“.

Nicht beinhaltet sind jedoch die 121 654,56 Euro Bürgermeister Maier. Sie wurden ab 1995 als „Rücklage für kulturelle Zwecke“ geführt worden und waren nicht – anders als die übrigen Posten – eindeutig dem Heimatmuseum zugeordnet.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sah nun vor, das Geld unter der internen Zweckbestimmung „Kulturrücklage Dr. Gerhard Maier“ zu führen und nicht wie das übrige Geld als „Museumsrücklage“. Dieses Vorgehen begründete man so: Nach Maiers Tod habe dessen Witwe Eva Maier angeregt, das Geld für den Kauf des Klosters zu verwenden. Die Zustiftung zum Grundstock der Bürgerstiftung sei aber rechtlich nicht möglich gewesen. Deshalb habe man das Geld als „Rücklage für kulturelle Zwecke“ geführt.

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) wehrte sich gegen diese Trennung: „Maier wollte das Geld für ein Museum verwendet wissen. Dann sollte man es auch klar so benennen.“ Eine allgemeine Kulturrücklage lasse Hintertürchen offen. „Wir sollten da Klarheit schaffen.“ Dem schloss sich Kulturreferentin Inge Jooß (SPD) an: „Der Museumsverein ist ein gebranntes Kind und wünscht sich Sicherheit. Es ist unsere moralische Verpflichtung, den Museumsfreunden eine neue Basis zu geben.“

Fertls Forderung widersprach jedoch Kämmerer Josef Schäffler: „Es gibt einen eindeutigen Beschluss, den Maier selbst herbeigeführt hat.“ Dieser diene als Grundlage. Und Maiers damaliger Fraktionskollege Alfred Mittermaier erklärte: „Maier hat die Verwendung breit gefächert gesehen. Wir wissen nicht, wann ein Museum kommt. Vielleicht gibt es ja vorher einen kulturellen Zweck, der uns näher steht.“ Mit fünf Gegenstimmen wurde Maiers Erbe als Kulturrücklage abgesegnet.

ddy

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