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Fridays-for-Future-Aktivistin über den Klimastreit vor der Bundestagswahl

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Pia Henkes (r.) von  Fridays for Future, Miesbach mit Mitstreiterin Laura Killer
Pia Henkes (r.) von Fridays for Future, Miesbach mit Mitstreiterin Laura Killer © Christian Scholle

Landkreis – Die Jugend geht wieder auf die Straße. Für Freitag rufen die Fridays-For-Future-Ortsgruppen zum Klimastreik auf. 444 Aktionen sind bundesweit angemeldet, zwei davon im Landkreis. Wir sprachen mit Pia Henkes von der FFF-Ortsgruppe Miesbach, über die Aktion.

Frau Henkes, im Gegensatz zur FFF-Ortsguppe Holzkirchen haben Sie sich entschieden, schon während der Schulzeit, ab 12 Uhr am Gymnasium, zu demonstrieren. Wieso?

Wir machen einen Schulstreik, um mehr zu erreichen. Es ist ein Statement, dass wir unser Recht auf Bildung aufgeben, um unsere Zukunft zu retten. Viele denken, dass sie keine lebenswerte Zukunft haben werden. Sie demonstrieren, um dies zu verhindern.

Befürchten die Schüler keine Sanktionen?

Viele haben Angst vor Konsequenzen und kommen deshalb erst nach Schulschluss um 13 Uhr zum Demonstrationszug.

Erwarten Sie eine Gegendemonstration – etwa von der Jungen Union wie in Holzkirchen?

Das glaube ich nicht, aber das kann schon mal passieren. Es kann gut sein, dass einzelne Gegendemonstranten erscheinen.

Wo geht es los und wie verläuft die Route?

Wir erwarten circa 50 Teilnehmer am Haberer Platz in Miesbach mit Reden von einem Wissenschaftler und mir. Viele Schüler und der Bund Naturschutz werden kommen. Um 13 Uhr starten wir vom Volksfestplatz unseren Demonstrationszug über den Bahnhof zum Gymnasium, wo es noch eine Abschlusskundgebung gibt.

Wieso demonstrieren Sie am Freitag vor der Bundestagswahl?

Wir wollen Druck aufbauen, denn keine Partei hat aus unserer Sicht ein Wahlprogramm, das die 1,5 Grad-Grenze einhält.

Hat FFF schon mal mit den Direktkandidaten gesprochen – auch ohne Hungerstreik?

Nur mit Karl Bär von den Grünen. Leider konnten wir keine Podiumsdiskussion organisieren, da unser Fokus auf dem Klimastreik lag.

Haben Sie sich mit Ihren Eltern und Großeltern über die Bundestagswahl unterhalten?

Ja, ich habe wie viele andere meinen Großeltern einen Brief geschrieben, denn sie entscheiden aufgrund ihres demographischen Gewichts die Wahl. Meine Eltern habe ich eh schon überzeugt. Eine neue Regierung, die mehr für den Klimaschutz macht, ist extrem wichtig für unsere Zukunft.

Wie geht es mit FFF weiter? Gibt es Ermüdungserscheinungen?

Wir haben allgemein keine Ermüdungserscheinungen. Fachberichte zum Klimawandel ernüchtern uns zwar, aber geben uns auch Motivation, da noch die Chance besteht, etwas zu ändern. Wir hoffen, durch den Klimastreik mehr Aktive zu gewinnen und können uns vorstellen, in Zukunft enger mit Fridays For Future Holzkirchen zusammenzuarbeiten.

Wie bewerten Sie die TV-Trielle? Da ging es ja mehr um die Kosten des Klimaschutzes…

Ja, das stimmt. Aber es ist kostspieliger, nichts zu tun. Klimaneutralität ist eine Umstellung, die sich auszahlen wird.

Nach drei Jahren FFF: Ist es Zeit für ein Resumee? Welche Erfolge konnte FFF schon verbuchen?

Lokal haben wir noch nicht so viel erreicht, setzen uns aber für besseren ÖPNV und neue Radwege ein. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass das Klimaschutzgesetz der Großen Koalition unsere künftige Freiheit einschränkt, ist ein riesen Erfolg, auf dem wir aufbauen wollen.

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