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Landlust mit Fernweh: Die Folkband Mountain Lake Vista mit Vinzenz Semmler (M.) ist Gastgeber des KellerKulturFestivals.

Hören Sie hier die Songs der eingeladenen Bands

Festival-Premiere: Hier bekommen junge Künstler aus der Region eine Bühne

Konzerte, Kunst und Handwerk von jungen Aktiven aus der Region: Dem gibt der Waitzinger Keller im Gewölbe erstmals eine Heimstatt - mit dem KellerKulturFestival. Eine Vorschau mit Hörprobe.

Miesbach – Im Miesbacher Kulturhaus ist nicht nur Platz für die große Kultur mit bekannten Kabarettisten oder namhaften Musik-Ensembles. Auch regionalen Kulturschaffenden bietet der Waitzinger Keller eine Bühne – und hält damit die Flamme am Lodern. Ganz in diesem Sinn haben Kulturhaus-Chefin Isabella Krobisch und ihr Team im alten Kellergewölbe heuer im September mit Musikkabarettist Erich Kogler die Reihe KellerBrettl gestartet, die im Dezember mit der jungen Theatergruppe Theatrissimo aus dem Tegernseer Tal fortgesetzt wird. Kulturamt und Volkshochschule legen als Veranstalter nun noch einen drauf und bieten einem kleinen, feinen Indoor-Festival quasi das Dach überm Kopf. Gastgeber ist die Holzkirchner und Tölzer Band Mountain Lake Vista, die im vergangenen Jahr im Waitzinger Keller ihre erste CD vorstellte.

Die organisatorischen Fäden, was das Programm betrifft, hat Vinzenz Semmler (33) von Mountain Lake Vista in der Hand. Von Krobischs Idee war der Holzkirchner gleich begeistert. „Es ist meines Erachtens schon wichtig, dass regionale Bands und Künstler eine Chance bekommen“, sagt er. Veranstaltungen wie das Galgenleiten-Open Air des Vereins Eigenart im Landkreis Miesbach ist Geschichte. Und hinterließ durchaus eine Lücke, findet Semmler. „Der Nachwuchs kam nicht nach, das ist eingeschlafen.“ Zweimal, 2015 und heuer, füllte im Spätsommer das Kirchstiegl Open Air bei Hundham sehr erfolgreich diese Lücke. Das KellerKulturFestival versucht es nun im Spätherbst: „Im November, da ist das Wetter schlecht und noch kein Weihnachtsstress – das passt gut“, glaubt der Holzkirchner. Das Festival sei ein Versuch. „Wir müssen schauen, wie’s wird.“ Ob es eine Neuauflage geben wird oder nicht, hängt auch vom Zuspruch für die Premiere ab.

Stimmungsgaranten mit tanzbarem Bläsersound: Die Funk- und Soulband Les Beignets ist als einer der Headliner dabei.

Der Rahmen dafür wäre schon mal gut: Auf zwei Bühnen in den insgesamt drei rustikalen Gewölberäumen werden sich sieben Einzelmusiker und Gruppen abwechseln. Mit dabei sind die Funk- und Soulband Les Beignets und die Spaß-Metal-Truppe Crust’n’Drillaz aus dem Nordlandkreis, die beide an neuem Material arbeiten. „Vielleicht sind schon ein paar neue Songs zu hören“, meint Semmler. Außerdem kommen die Metalband Child on Fire aus Schliersee, die Country-Rocker No Man’s Land aus Bad Tölz, das Valleyer Düster-Neofolk-Projekt Gjøll und der Musikkomiker Kuschelpirat, der aus Dachau den weitesten Weg hat.

No Man‘s Land - Fireworks

Natürlich sind auch die Gastgeber Mountain Lake Vista mit ihrem Fernweh-Lagerfeuer-Folk live zu hören – in inzwischen veränderter Besetzung. Ein Gitarrist ist ausgestiegen, die Violinistin unterwegs auf Weltreise. Mit Sebastian Schaal gibt’s seit dem Frühjahr einen neuen dritten Mann mit Banjo, Ukulele und E-Gitarre, und seit Sommer verstärkt die Italienerin Guistina Gabelli am Akkordeon die Band und gibt ihrem Klang wieder einen neuen Charakter. „Das passt gut, das Akkordeon gibt Tiefe, Bauch und Bass.“

Und hier: Fragments von Mountain Lake Vista

Immer für eine Überraschung gut: die Crust‘n‘Drillaz mit ihrem Schmetal, hier live beim Kirchstiegl Open Air 2015.

Der Ablauf wird so ausgelegt, dass für Abwechslung fürs Publikum gesorgt ist. Dank der beiden Bühnen gibt es keine Umbaupausen. Getränke gibt es in allen drei Gewölben an der Bar. Wer mal eine Pause einlegen und etwas trinken will – schließlich dauert das Festivalprogramm bis etwa 1 Uhr – findet in einen separaten Raum gemütliche Sitzplätze. 

Und auch einen kleinen Streifzug durch Kunst und Handwerk aus der Region können die Besucher zwischendrin einlegen. Modedesignerin und Schneiderin Katharina Probst aus Valley ist mit einem Stand ihres Modelabels Unikäthe vertreten und zeigt Kleider und Anzüge, mit denen sie alten Stoffen ein zweites Leben einhaucht. Die Holzkirchnerin Brigitte Jost präsentiert abstrakte Gemälde. Und die Tölzerin Veronika Koch ist mit ihrem Label Vogelfrei mit handgefertigten Metall- und Lederaccessoires wie Schmuck oder Gürteln in modernem Design mit Regionalbezug dabei.

Karten fürs erste KellerKulturFestival

Der Eintritt zum ersten KellerKulturFestival am Samstag, 18. November, kostet 18 Euro (ermäßigt zwölf Euro). Die Bändchen gibt’s bereits im Waitzinger Keller oder ab 18 Uhr an der Abendkasse. Los geht‘s um 18.30 Uhr.

Katrin Hager

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