1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Kinderbetreuungseinrichtungen erheben unterschiedliche (Extra-) Gebühren

Erstellt:

Von: Daniel Krehl

Kommentare

Für die Betreuung in Kindergärten werden unterschiedliche Gebühren fällig.
Für die Betreuung in Kindergärten werden unterschiedliche Gebühren fällig. In Kreuth, wo unser Foto entstand, werden beispielsweise ab drei in einer Familie lebenden Kindern (bis 18 Jahre) zehn Euro erlassen. © Thomas Plettenberg

Der Gemeinderat Schliersee hat an den Kindergartengebühren geschraubt. Um zehn Prozent steigen die Betreuungskosten im nächsten Kindergartenjahr. Ein Vergleich aus aktuellem Anlass zeigt: Was die Gebühren betrifft, gibt es im Landkreis deutliche Unterschiede.

Landkreis – Die Erhöhung in Schliersee sei mit den Leitungen der vier Einrichtungen im Ort abgestimmt worden, damit hier nicht unterschiedliche Sätze gelten, hieß es in der Sitzung. Während Schliersee die Kindergärten Regenbogen und Kleine Heimat in eigener Trägerschaft hat, liegt diese in Neuhaus bei der Katholischen Kirche und im Fall des Waldkindergartens bei einem Verein. Von Gerhard Waas (Grüne) kam schließlich die Frage, wie Schliersee im Gebührenvergleich mit anderen Gemeinden so dastehe. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) konnte dies ad hoc nicht genauer beantworten.

So stellen sich die Kindergartengebühren im Landkreis dar (Auszug)
So stellen sich die Kindergartengebühren im Landkreis dar (Auszug). © dak

Tatsächlich, so zeigt die Recherche unserer Zeitung, gibt es deutliche Unterschiede. Besonders günstig ist es im Inge-Beisheim-Gemeindekindergarten in Agatharied. Für die Betreuung von täglich sechs bis sieben Stunden werden hier ausweislich der Internetseite, auf den die Gemeinde verweist, 104 Euro monatlich fällig. Hinzu kommen drei Euro Spielgeld und pro Essen 2,50 Euro. Deutlich darüber liegen beim Spielgeld zum Bespiel die AWO-Einrichtung in Otterfing (acht Euro) und die Kleine Heimat Schliersee (zehn Euro). Beim Essen geht es in der von uns betrachteten Stichprobe auch mal hinauf bis 4,50 Euro im Kindergarten Straß in Miesbach, wobei im katholischen Kindergarten, in dem die gleichen Gebühren gelten, auch ein monatliches Essengeld von 55 Euro genannt wird.

Unterschiedlich die Handhabung auch beim Getränkegeld. Teils wird es gar nichts verlangt, teils monatlich, teils auch jährlich erhoben. Vereinzelt führen Einrichtungen auch ein Obstgeld in ihren Gebührentabellen auf.

Wer nach Ermäßigungen für ein zweites, die Einrichtung besuchendes Kind sucht, muss teils die Tiefen der gemeindlichen Gebührensatzungen durchforsten. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle. Manche Einrichtungen ziehen einfach 30 oder 40 Euro für das zweite Kind ab, andere 20 oder 30 Prozent. In Kreuth gibt es auch das Modell, dass ab drei in einer Familie lebenden Kindern (bis 18 Jahre) zehn Euro erlassen werden. Was die Berechnung der Kosten zusätzlich verkompliziert. Teils werden Posten nur für elf Monate erhoben, und beim Umgang mit Fehlzeiten gibt es ebenfalls Unterschiede.

Für die Eltern ist es wohl das sinnvollste, die Details bei einem Tag der offenen Tür, wie ihn sehr viele Kindergärten anbieten, direkt zu erfragen. Die Auswahl beschränkt sich meist ohnehin auf Einrichtungen in der Nähe des Wohnorts, gegebenenfalls auch des Arbeitsplatzes. In vielen Gemeinden, aber nicht allen, sind zumindest die Betreuungsgebühren einheitlich. Finanzielle Erwägungen spielen aber ohnehin eine eher untergeordnete Rolle. Zumal der staatliche Zuschuss von 100 Euro pro Kindergarten-Kind die Belastung ja mindert.

Holzkirchen-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Holzkirchen-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Holzkirchen – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare