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Im südlichen Teil des ehemaligen Klosters könnte ein Kinderhaus einziehen.

Planungen laufen zweigleisig

Kinderhaus oder Erweiterung? Miesbacher Hort braucht mehr Platz

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Das neue Schuljahr beginnt, und eine Erweiterung des Miesbacher Kinderhorts steht nach wie vor in den Sternen. Die Hoffnungen ruhen nun auch auf einem neuen Kinderhaus im Kloster.

Miesbach – Ute Braun hätte allen Grund zur Freude. Zwei Gruppen hätte die Leiterin des Miesbacher Kinderhorts vollgebracht – locker. Doch sie musste vielen Eltern absagen. Weil die Räumlichkeiten im Haus Wirbelwind an der Kolpingstraße an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind, brauchen 20 Kinder einen anderen Betreuungsplatz. „Die Enttäuschung bei den Familien ist schon groß gewesen“, erzählt Braun.

Wie berichtet, bemüht sich der Hortverein seit längerem um eine Erweiterung. Favorisiert wurde bislang ein Umbau der leer stehenden Wohnung im Obergeschoss des sogenannten Schaffner-Benefiziatenhauses, in dem der Kinderhort seit 2002 untergebracht ist. Das Problem: Eigentümer ist die Kirche. „Wir sind hier nicht Herr des Verfahrens“, erklärt Bürgermeisterin Ingrid Pongratz auf Nachfrage unserer Zeitung. Zwar habe der Hortverein einen Defizitvertrag mit der Stadt; den Bauantrag für die Ertüchtigung des Hauses – unter anderem aus Brandschutzgründen – müsse aber das Erzbischöfliche Ordinariat München einreichen.

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Mit diesem Foto bedanken sich die Kinder für die Unterstützung von Sponsoren im Jubiläumsjahr.

Das wird derzeit geprüft, teilt dessen Pressesprecherin Bettina Göbner mit. „Wir sehen den Bedarf und wollen helfen.“ Eine zügige Lösung ist wohl nicht zu erwarten. Die Sanierung samt brandschutztechnischer Ertüchtigung sei verfahrenstechnisch aufwendig. Wann das Ordinariat zu einer abschließenden Einschätzung kommt, kann Göbner nicht sagen.

Im Rathaus macht man sich derweil über ein anderes, nicht minder komplexes Projekt Gedanken: ein Kinderhaus im ehemaligen Kloster. Hier hat die Stadt die Fäden in der Hand, ein positiver Stadtratsbeschluss liegt vor (wir berichteten). Aktuell laufe das Verfahren gemäß der Vergabeverordnung, erklärt Pongratz, erst nach Abschluss könne man Architekten mit einem Entwurf beauftragen. Zumindest von Seiten des Denkmalschutzes gibt es ein vielversprechendes Signal. „Das Vorhaben wurde nicht negativ beschieden“, sagt die Bürgermeisterin. Dennoch seien die Fachstellen in die gesamte Planung mit einzubeziehen, um alle Auflagen zu erfüllen.

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Zentrale Anforderung an das Raumprogramm, betont Pongratz, sei die Flexibilität für die Nutzer. Egal ob Kindergarten, Krippe oder eben Hort: Jede Form der Betreuung soll im neuen Kinderhaus stattfinden können. Schließlich könne man heute noch nicht sagen, wo der Bedarf in ein paar Jahren am größten ist. „Da ist noch vieles im Fluss“, betont Pongratz. Das gelte auch für den Zeitplan bis zur Eröffnung. Da die Stadt von vielen externen Stellen abhängig sei, könne sei keinen Termin nennen, so die Rathauschefin. Einen Wunsch hat sie aber schon: „2020/21 wäre schön.“

Auch im Hort hofft man laut Braun auf eine „schnellstmögliche Umsetzung“. Die Unterstützung durch das Rathaus sei aber stets da, betont sie. So habe die Stadt spontan einer Aufstockung der Plätze im Altbau von 25 auf 28 zugestimmt, wobei sich einige Kinder Plätze teilen würden. „Der Druck wird ernst genommen“, lobt die Hortleiterin. Die Mittagsbetreuung in der Grundschule könne immerhin einen Teil des Bedarfs abfedern. Da diese – anders als der Hort – aber in den Ferien nur eingeschränkt geöffnet habe, sei dies kein gleichwertiger Ersatz. „Vor allem nicht für berufstätige Eltern.“

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