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Gestalteten gemeinsam den Jubiläumsabend des Kinderschutzbundes im Kreis Miesbach: (v.l.) Marcus H. Rosenmüller, Anna Maria Ehrlicher vom Landesverband, Cordula Lasner-Tietze, Kreisvorsitzender Stefan Razeghi, die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, Janaa Schlick, Erich Kogler und Gerd Baumann.

Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte

Kinderschutzbund im Kreis Miesbach wird 40 - und prominente Köpfe feiern mit

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Seit 40 Jahren gibt es den Kinderschutzbund im Landkreis Miesbach. Was klein angefangen hat, ist heute eine nicht mehr wegzudenkende Institution. Beim Jubiläum feierten prominente Köpfe mit. 

Miesbach  Der Jubiläumsabend des Kinderschutzbundes geriet zu einem Hohelied auf eine glückliche Kindheit. Gesungen wurde es - passend zum Veranstaltungsort in der Aula des Gymnasiums Miesbach – von den ehemaligen Schüler Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Singer- und Songwriter Erich Kogler zusammen mit Rosenmüllers Freund und Nockherberg-Singspiel-Partner, Komponist und Musiker Gerd Baumann. Bevor diese in Kindheits-Erinnerungen schwelgten und aus dem Eingemachten ihrer Erwachsenwerdung plauderten und sangen, hatte Kreisvorsitzender Stefan Razeghi die mehr als 250 Gäste zum Jubiläumsabend begrüßt. Darunter waren Mitglieder, Freunde und Förderer des Miesbacher Kinderschutzbunds.

Razeghi ließ die Entwicklung des Vereins, der 1979 von 20 engagierten Bürgern aus dem Landkreis Miesbach mit einer Hausaufgabenbetreuung, einem Nachhilfeangebot und einem Babysitting-Service gegründet wurde, Revue passieren. „Das Start-up hat sich prächtig weiterentwickelt“, freute sich Razeghi mit Blick auf die Schaffung der eigenen Räumlichkeiten, des mittlerweile hauptamtlichen Personals und des breiten Angebots. Heute habe der Kreisverband Miesbach rund 180 Mitglieder und 23 Mitarbeiter, unter anderem in Teilzeit und auf Honorarbasis. Das Angebot mit Babysprechstunde, Elternkursen, Mutter-Kind-Treffen, Ferienbetreuung, Kinder-Kleider- und Flohmärkten sowie Yogakursen erfahre eine hohe Akzeptanz in der gesamten Region. Familienschutz sei Kinderschutz und gerade wichtig in Zeiten, in denen die Gesellschaft finanziell und politisch auseinanderdrifte, die politischen Ränder erstarken und das Leben digitalisiert werde.

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Davon, dass der Kinderschutzbund in Miesbach fest verankert und nicht mehr wegzudenken sei, zeigte sich Cordula Lasner-Tietze vom Bundesvorstand in Berlin überzeugt. Sie war stellvertretend für Präsident Heinz Hilgers angereist, der sich in Berlin gerade für die Integration der Kinderrechte in das Grundgesetz einsetzt. Lasner-Tietze freute sich, dass in Miesbach nicht nur für, sondern – etwa durch Kinderbefragungen – auch mit Kindern gearbeitet werde. „Das macht den Erfolg aus“, sagte sie in ihrem Grußwort.

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Einen lebendigen Beweis dafür, dass das Aufwachsen in einer geschützten und gesunden Umgebung die Kreativität, den Erfolg und das Glück im Erwachsenenalter fördert, lieferten die beiden Haushamer Marcus H. Rosenmüller und Erich Kogler. Gemeinsam haben sie die Schulbank am Gymnasium Miesbach gedrückt und ihre – teilweise anwesenden Lehrer – immer wieder herausgefordert.

Rosi zitierte seine Gedichte, die in dieser Zeit entstanden sind und die stark beeinflusst sind von Ringelnatz, Gernhardt und Morgenstern. Eine Leidenschaft, die er mit Komponist und Musiker Gerd Hauptmann teilt, sodass die beiden unter dem Titel „Wenn nicht wer Du!“ eine Lesung zusammengestellt und ein Buch veröffentlicht haben. Auf dieser Grundlage entwickelten sie nun gemeinsam mit Musiker Erich Kogler, der die lyrischen Absurditäten mit seinen mitreißenden und poetischen Liedern kommentierte, einen aberwitzigen, grandios-lustigen, kindsköpfischen Abend.

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Was man – angesichts von lautmalerischen Gedichten über „Nasenbohrer“, „Maikäfer“, „Mathe und Musik“ – leicht als irrwitzige, bisweilen zotige Blödelei entfesselter Kreativer hätte abtun können, entpuppte sich letztlich als reflektierte, philosophische und politische Gedankenspiele über das Kindsein, die Jugend und das Älterwerden. Die Gäste des Benefizabends hatten so viel zu lachen, dass sie am Ende des unentgeltlichen Auftritts zugunsten des Kinderschutzbunds lautstark jubelten und applaudierten.

ak

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