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Wo geht’s als nächstes hin? Ihr Smartphone lotste die Firmlinge von Station zu Station.

„Es geht aber nicht darum, die Jugendlichen nur zu bespaßen“

Kirche erleben mal anders: Firmlinge suchen Glauben mit dem Smartphone

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Kirche kann auch modern sein: Mit Smartphones haben die Firmlinge der Pfarrei Miesbach eine digitale Schnitzeljagd unternommen. Ihre Mission: die Suche nach dem Glauben.

Miesbach – Die Sterndeuter in der Bibel schauten in den Himmel, die Firmlinge der Pfarrei Miesbach in ihre Smartphones. In zehn Gruppen à vier bis fünf Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren machten sich die Jugendlichen an einem Samstagnachmittag auf ihren Weg durch die Kreisstadt. Die Koordinaten der zehn Stationen ihrer digitalen Schnitzeljagd verriet ihnen das Programm „Action Bound“ auf ihren Handys – allerdings nur, wenn sie vorher bestimmte Aufgaben erfüllten.

Doch was hat das alles mit Glauben zu tun? Eine ganze Menge, erklärt Gemeindereferent Johannes Mehringer, der die Idee von einer Tagung der Fachstelle Medien und Kommunikation (MuK) der Erzdiözese München und Freising mit nach Miesbach gebracht hat. „Unsere Firmlinge sollen konkret erleben, wo sich Glaube in unserer Stadt abspielt.“ Und das sei eben nicht nur in der Kirche, sondern auch im Eine-Welt-Laden, in der Katholischen Jugendstelle oder auch auf dem Friedhof.

Nicht nur Orte sollten die Firmlinge auf ihrer Tour entdecken, sondern auch die Menschen, die sich dort engagieren und ihren Glauben leben. „Eine neue Sprache lernt man am leichtesten, wenn man sich mit Muttersprachlern unterhält“, erklärt Mehringer. Deshalb setze die Pfarrei in der Firmvorbereitung verstärkt auf Projektarbeit. „Es geht aber nicht darum, die Jugendlichen nur zu bespaßen“, sagt Kaplan Korbinian Wirzberger. Vielmehr könne man ihnen mit Aktionen wie dem „Action Bound“ verdeutlichen, dass die Kirche lange nicht so „eingestaubt“ sei wie manchmal vermutet. Nicht zuletzt Weihbischof Wolfgang Bischof nutze sein Smartphone intensiv. Die Kirche könne und wolle sich nicht davor verschließen, dass sich das Leben junger Leute heute auch in der digitalen Welt abspiele.

Wie gut sie die Technik für ihre Schnitzeljagd nutzen können, stellten die Firmlinge eindrucksvoll unter Beweis. Sie beantworteten Quizfragen, drehten kurze Videos, knipsten Fotos oder hielten ihre Ergebnisse an den Stationen per Sprachaufnahme fest. Mehringer, der die App zuvor programmiert hatte, kümmerte sich um die Auswertung. Die abschließende Umfrage – selbstverständlich auch per Smartphone – zeigte ihm, dass der Aufwand der Pfarrei nicht umsonst war: „Die Jugendlichen haben gesagt, dass sie beim Action Bound viel Neues gelernt haben.“

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