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Einmal in der Woche besucht er die Kindergärten: Im Pfarrbüro Miesbach kümmert sich Johann Grasser um den neuen Kita-Verbund Schlierach-/Leitza chtal. 

„Den Erziehern den Rücken freihalten“

Kita-Verbund-Leiter Johann Grasser: So liefen die ersten Monate 

Johann Grasser leitet seit September den neuen katholischen Kita-Verbund im Schlierach-Leitzachtal. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt er von seinen bisherigen Erfahrungen.

Miesbach – Mit dem neuen Kindergarten-Jahr wurde der Katholische Kita-Verbund Schlierach-Leitzachtal gegründet. Diesem gehören fünf Einrichtungen an – Miesbach, Parsberg, Agatharied, Fischbachau und Bayrischzell. Johann Grasser (42) aus dem Landkreis Rosenheim verantwortet im Pfarrbüro Miesbach nun zentral sämtliche Verwaltungsangelegenheiten. Was seine Aufgaben sind, welche Veränderungen der Verbund für die Kindergärten bedeutet und welche Vorteile der Zusammenschluss nach sich zieht, hat er uns im Gespräch erzählt.

Herr Grasser, wie sind die ersten Wochen im Verbund verlaufen?

Es ist bis jetzt gut angelaufen. Wir verstehen und schätzen uns alle sehr. Auch beim Ausschuss ist alles stimmig und alle harmonieren sehr gut miteinander. Es wäre viel schwieriger, wenn ich nicht so wohlwollend aufgenommen worden wäre.

Sie sprechen von einem Ausschuss?

Ja, im Kita-Verbundsausschuss kommen die Vertreter der Kindergärten, aus den jeweiligen Kirchenverwaltungen und der Kirchenvorstand der Trägerstiftung, Pfarrer Michael Mannhardt, so wie ich als Verwaltungsleiter zusammen. Dort werden alle wesentlichen Entscheidungen getroffen und die Haushalte verabschiedet. Das Gremium hat sich Mitte August zum ersten Mal getroffen, damals wurde Daniel Noske zum Kita-Verbundspfleger gewählt. Geplant ist nun, dass wir uns mindestens viermal pro Jahr treffen, nach Bedarf auch öfter, falls etwas Akutes anfällt.

Wie verläuft sonst die Kommunikation mit den Einrichtungen?

Einmal in der Woche fahre ich meist meine Runde, in der ich alle Einrichtungen besuche. Ich möchte ein Gespür für das bekommen, was vor Ort passiert und immer im Austausch mit der jeweiligen Kita-Leitung bleiben. Mir ist der persönliche Kontakt ganz wichtig.

Wie kam der Verbund überhaupt zustande?

Die Gründung wurde im Mai abgeschlossen. Aber die Vorbereitungen begannen schon Monate zuvor. Ziel der Gründung war die Entlastung der verantwortlichen Seelsorger von Verwaltungsthemen. Das sind Pfarrer Josef Spitzhirn, der für die Verwaltung der Einrichtungen in Fischbachau und Bayrischzell verantwortlich war, und Pfarrer Mannhardt, der die Einrichtung in Agatharied verantwortete, sowie ehrenamtliche Trägervertreter.

Die Trägervertretung wurde früher im Ehrenamt übernommen?

Siegfried Rummel zum Beispiel war viele Jahre in Miesbach und Parsberg Trägervertreter, zur Entlastung der Seelsorger. Er ist als Kirchenpfleger und früherer Trägervertreter aber jetzt immer noch da für uns.

Was hat sich nun für die Einrichtungen an sich geändert?

Für den Kindergarten an sich hat sich nichts geändert. Die jeweilige Leitung ist nach wie vor dieselbe. Es hat sich nur der Ansprechpartner für Trägerthemen geändert. Die seelsorgerische Begleitung bleibt ebenfalls unverändert. Ich fördere eine Verbindung der fünf Einrichtungen. Man kann durch eine Vernetzung viel voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Und das stiftet in jedem Fall einen Mehrwert. Aber das „Kerngeschäft“, die Umsetzung und Entwicklung des pädagogischen Konzepts oder des Jahreskreises, wird von jeder Leitung mit ihrem Team individuell gestaltet. Hier hat jeder Kindergarten eine Lösung, die sehr gut funktioniert. Nur die übergreifenden Verwaltungsarbeiten sind zur Unterstützung zentralisiert. Eltern und Kinder dagegen merken so gut wie nichts.

Und wie merkt das Personal die Neuerung?

Alle Personalverwaltungsthemen laufen jetzt im Büro in Miesbach zusammen, beispielsweise Anstellungsverträge. Im Notfall ist eine gegenseitige Unterstützung der Kitas untereinander einfacher machbar als bisher. Die Mitarbeiter sind aber der jeweiligen Einrichtung fest zugeordnet, daran ändert sich nichts.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Es gibt nach wie vor für jeden Kindergarten einen eigenen Haushalt. Die Arbeiten des Sekretariats und von mir werden momentan noch auf die Einrichtungen umgelegt. Ab dem neuen Jahr werden die Kosten für mich dann vom Ordinariat übernommen.

Haben sie Vorerfahrung in der Kindergarten-Arbeit?

Nur das, was ich von meinen beiden Töchtern noch kenne, doch wie viel Verwaltungsaufwand für den professionellen Betrieb einer Kita notwendig ist, konnte ich mir damals nicht vorstellen. Ich habe 25 Jahre lang in einer Bank gearbeitet. Meine Schwerpunkte in den letzten Jahren waren Organisationsentwicklung und Führungskräfte-Coaching. In einem Gespräch mit unserem Diakon wurde ich auf die Stellenanzeige aufmerksam und fand diese sehr spannend. Ich bin in meiner Heimat in der Pfarrei und beim Trachtenverein engagiert und übe diese ehrenamtlichen Aufgaben sehr gerne aus. Jetzt möchte ich denen den Rücken frei halten, die sich für Kinder engagieren.

Das Gespräch führte Tamara Scheid

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