+
Der neu gewählte Vorstand des Trachtenvereins Miesbach: (hinten v.l.) Zweiter Vorsitzender Paul Martin, Kassier Markus Baumgartner, Volksmusikwart Joachim Baumann, Beisitzerin Maria Poschenrieder, Zweiter Kassier Günther Hofmann, Vorplattler Quirin Baumgartner, Fähnrich Stephan Rühl, Beisitzerin Brigitte Förg, Beerdigungsfähnrich Stefan Hoch, Zweite Schriftführerin Veronika Beck, Jugendleiter Hans Unützer, Kleiderwartin Angelika Erler, Theaterwart Klaus Ruml, Hüttenwarte Karl Zehrer und Manfred Unützer, (vorne v.l.) Revisoren Regina Alt und Heidi Völkl, Jugendbeisitzerin Maria Lenz, Vorsitzender Klaus Beer, Zweite Jugendleiterin Johanna Barthuber, Schriftführerin Elisabeth Kloss, Ehrenvorsitzender und Chronist Gerd Eichas und Dritter Vorsitzender Robert Schlienz.

Klaus Beer ist neuer Vorsitzender des Trachtenvereins Miesbach

Plötzlich Obertrachtler - so schnell kann‘s gehen

  • schließen

Beim Trachtenverein Miesbach ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach 29 Jahren trat Stefan Baumgartner nicht mehr als Vorsitzender an. Sein Nachfolger ist Klaus Beer, der ursprünglich gar keine Ambitionen hatte, an der Spitze des Traditionsvereins zu stehen. Doch was will man machen, wenn man gerufen wird?

Klaus Beer ist in vielen Bereichen daheim. Früher hätte man ihn einen Tausendsassa genannt, heute geht er problemlos als Allrounder durch – ein Alleskönner halt. Beruflich bezeichnet sich der 58-Jährige als Dienstleister, der Aufgaben aller Art übernimmt, die erledigt werden sollen. „Transporte fahren, Boden verlegen, Haus-, Garten- und Winterdienste gehören da dazu“, sagt der gebürtige Miesbacher. Wirt war er auch schon. Seine Lokale waren das Schlucki in Miesbach, das Sportheim in Hausham, das Pils in Fischbachau und zuletzt der Altwirt in Parsberg.

Zudem hatte sein Großvater am Stadtplatz im Haus der heutigen Pizzeria La Piazetta das Restaurant Beer etabliert. Vor 20 Jahren war dann aber Schluss mit der Gastronomie, und die Karriere als Dienstleister begann. „Man kennt mich also in Miesbach“, sagt Beer. Aber eben nicht unbedingt als Trachtler.

Beigetreten ist er dem Verein erst vor vier Jahren. Aus Spaß habe ihm Dritter Vorsitzender Robert Schlienz den Aufnahmeantrag hingelegt – und Beer unterschrieb ihn. „Die Folgen sieht man jetzt.“

Die Tradition liegt ihm aber sehr am Herzen. „Das Brauchtum zu pflegen ist eine tolle Sache, und es ist auch sehr wichtig, wenn man bedenkt, wie viele Leute neu zuziehen, die Miesbachs Rolle und die Geschichte nicht kennen.“ Dass er nun aber Vorsitzender des Trachtenvereins wurde, erklärt Beer so: „Ich habe einfach das Falsche gesagt.“

Und das kam so: Nachdem Vorsitzender Stefan Baumgartner nach 29 Jahren im Amt nicht mehr antreten wollte, war der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger. „Mich hat man auch gefragt, ob ich mir etwas vorstellen könnte“, berichtet Beer mit einem Augenzwinkern. „Ich habe geantwortet: Ja, schon. Vielleicht als Stellvertreter.“ Dann kam die Frage, ob nicht doch vielleicht auch als Vorsitzender. „Da habe ich gesagt: Ja, wenn ihr niemand anderen findet.“ Aber: Da hatte man ja schon jemanden gefunden – nämlich Beer. Der nimmt den Karrieresprung mit Humor: „Jetzt is so, wias is.“

Vorsitzender des ersten Trachtenvereins zu sein in der Stadt, die als Wiege der Trachtenbewegung gilt, sei eine „ganz schöne Verantwortung – das merke ich immer mehr“. Aber als Dienstleister steht bei Beer eine Eigenschaft besonders im Vordergrund steht: das Anpacken. Eine Eigenschaft, die auch in einem Verein von gewissem Nutzen ist. Gelernt hat er sie in der Ausbildung – und zwar zum Konditor. „Der kann alles“, sagt er über diesen Beruf. Bei den Trachtlern hat den Beweis dazu bereits angetreten: Bei Umbau und Außenverbauung der Trachtenhütte war er im Einsatz.

Vorgenommen hat sich der Vater zweier Töchter einiges für seine drei Jahre währende Amtszeit. „An erster Stelle steht, den Verein zu erhalten und die Tradition zu bewahren“, sagt er. Damit dies auch langfristig funktioniert, brauche es die Jugend, die er ebenfalls im Verein fördern will. Dies sei auch im Interesse der Kreisstadt, „denn der Trachtenverein gehört einfach zu Miesbach“.

Die Ausgangslage dafür sei gut. „Wir haben einen tollen Verein mit etwa 540 Mitgliedern, von denen sich viele aktiv einbringen“, stellt der neue Vorsitzende fest und freut sich schon auf das 56. Frühjahrssingen, das an diesem Samstag in der Oberlandhalle stattfindet. „Es ist einfach toll, was dieser Verein auf die Beine stellt.“

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eine Frage des Vertrauens
Einfach so kann sich die Miesbacher Politik von den Museumsplänen nicht verabschieden, meint unser Autor. Ein Kommentar zur Stadtrats-Diskussion.
Eine Frage des Vertrauens
Krippe statt Museum: für viele eine Option
Das geplante Museum im Miesbacher Kloster hat Konkurrenz bekommen. Laut einer neuen Machbarkeitsstudie lässt sich in dem sanierungsbedürftigen Gebäude auch eine …
Krippe statt Museum: für viele eine Option
Eiskanal-Königin zeigt Miesbach die kalte Schulter
Olympiasiegerin Natalie Geisenberger ist angefressen. Die Doppel-Olympiasiegerin fühlt sich nicht hinreichend gewürdigt. Deshalb gibt es keinen Empfang seitens der …
Eiskanal-Königin zeigt Miesbach die kalte Schulter
Trotz Hochsommer-Wetter: Freibäder machen erst Mitte Mai auf - die Gründe
Die Sonne strahlt, die Freibäder bleiben geschlossen. Das nervt, hat aber gute Gründe. Die haben besonders mit den Bademeistern zu tun. Und viel Arbeit.
Trotz Hochsommer-Wetter: Freibäder machen erst Mitte Mai auf - die Gründe

Kommentare