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Suchen klimafreundliches Fast Food und geben Rezept-Tipps für CO2-reduzierende-Ernährung: Mitglieder der Aktion Anders Wachsen von Anschi Hacklinger (Wirkstatt, l.) und der Pfarrei Miesbach um Johannes Mehringer (r.)

Klimafrühling Oberland

Der Klimafrühling kommt nach Miesbach - Mit Hamburgern und Fasten-Tipps

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Der Klimafrühling Oberland kommt in den Landkreis Miesbach. 25 Veranstaltungen sollen im Landkreis bis April für den Umweltschutz werben. Von Bad Tölz bis Garmisch-Partenkirchen gibt es weitere Events.

Landkreis – Wer auf das Klima achten will, hat es derzeit schwer. „In der Mittagspause die Leberkäsesemmel durch die Butterbrezn zu ersetzen, spart zwar CO2, befriedigt aber nicht so richtig“, sagt Anschi Hacklinger, Gründerin der Wirkstatt Anders Wachsen aus Weyarn. Ihre Lösung: Der Miaschburger-Wettbewerb. Bei dem können Amateur- und Profi-Köche mit dem klimafreundlichsten Burger 500 Euro gewinnen. Fleischlos sollte er sein, aus lokalen Zutaten – und lecker. In der Jury sitzt auch Landrat Wolfgang Rzehak. „Wir wollen zeigen, wie gut klimafreundliche Ernährung schmecken kann“, sagt Hacklinger. „Hoffentlich wird dadurch auch das Mittagsangebot besser.“

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Mit dieser Hoffnung ist sie nicht alleine. Im gesamten Oberland setzen sich dutzende Initiativen für den Klimaschutz ein. Damit sie eine Bühne bekommen, veranstalten die Landkreise Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie die Stadt Penzberg den Klimafrühling Oberland. Über 100 Events zur nachhaltigen Entwicklung nutzen den Rahmen, von Donnerstag, 14. März, bis Sonntag, 7. April.

Bei der ersten Auflage des Klimafrühlings im Jahr 2018 war der Landkreis Miesbach noch nicht dabei. Dafür, dass sich das 2019 ändert, ist Hacklinger dankbar. Seit November feilt sie mit ihrem Team an Ideen, die Themen Fleischkonsum und CO2-sparende Ernährung freundlich und kreativ zu behandeln, ohne erhobenen Zeigefinger. 

Der Miaschburger ist nur eines der Konzepte, die jetzt umgesetzt werden. Ein anderes ist das Klimafasten. „In der Fastenzeit verzichten die Menschen ohnehin auf vieles“, sagt Hacklinger. Damit sie dabei auch dem Klima etwas Gutes tun können, schickt die Wirkstatt Interessenten jede Woche eine E-Mail mit CO2-sparenden Rezepten. Beim Klimadinner am Sonntag, 10. März, um 18 Uhr im Pfarrheim Miesbach treffen sich Gleichgesinnte. „Wir wollen zeigen, wo die CO2-Fallen beim Kochen liegen“, sagt Hacklinger. „Und wie leicht man sie vermeiden kann.“

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Klimafrühling Oberland in Miesbach: Das erhoffen sich die Teilnehmer

Hacklingers Hoffnung: Weil das Klimafasten nur 40 Tage dauert, ist der Einstieg leichter, als wenn die Menschen ihren Ernährungsplan komplett umstellen sollen. Am Ende können die Teilnehmer entscheiden, welche Ideen sie in den Alltag übernehmen und welche nicht. „Wenn jeder ein paar Sachen mitnimmt, haben wir schon viel erreicht.“ 

Einer, bei dem diese Botschaft bereits angekommen ist, ist Johannes Mehringer, Gemeindereferent der Pfarrei Miesbach. Er leitet unter anderem den Arbeitskreis „Schöpfungsverantwortung“, der sich auch für den Klimaschutz einsetzt. Als Hacklinger ihn auf ihre Ideen ansprach, war er sofort Feuer und Flamme. „Ich war selbst überrascht, wie viel mehr CO2 in Fleisch steckt als in Gemüse“, sagt er. Dieses Bewusstsein will er verbreiten. Unterstützung fand er unter den Gläubigen. Etwa die Hälfte des Organisationskomitees für das Klimafasten besteht aus Mitgliedern der Kirchengemeinde. 

Beim Klimafrühling geht es aber um mehr als das Essen. Das Oberland Kinocenter Hausham zeigt den Dokumentarfilm „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“, die Volkshochschule Holzkirchen bietet ein Repair-Café an, die Exkursion „Bergwelt im Klimastress“ informiert in Bad Wiessee über die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort. Insgesamt 25 Veranstaltungen wird es im Landkreis Miesbach geben. Mehringer sagt: „Im Idealfall machen sich möglichst viele Menschen Gedanken über ihren Einfluss auf das Klima.“ 

Mehr zum Thema: Wirtschaftsforum Oberland und SMG Miesbach vergeben Nachhaltigkeits-Preise

Weitere Informationen 

Das vollständige Programm zum Klimafrühling gibt es unter www.klimafrühling.com. Details zum Klimafasten stehen auf www.wirkstatt-anders-wachsen.de/klimafruehling-2019/.

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