So war es bislang ohne Corona: Der Nikolaus besucht mit Krampus und Engerl Kinder in Miesbach.
+
So war es bislang ohne Corona: Der Nikolaus besucht mit Krampus und Engerl Kinder in Miesbach.

Dank Hygienekonzept

Kolpingsfamilie Miesbach schickt den Nikolaus los – aber der Krampus muss daheim bleiben

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
    schließen

Die Kolpingsfamilie hat es sich nicht leicht gemacht. Bietet sie ihren traditionellen Nikolausdienst auch heuer im Corona-Jahr an? Können die Vorschriften eingehalten werden?

Miesbach – Zur letzten Besprechung der Verantwortlichen waren die Vorzeichen schwierig: Die Hälfte wollte absagen. Doch jetzt steht fest: Der Nikolaus kommt doch – trotz Corona.

„Unser Hygienekonzept steht – wir gehen“, sagt Michael Griesbeck. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie ist froh über diese Entscheidung. „Es heißt zwar, dass man Kontakte meiden soll, aber wir haben die Gefahr auf ein Minimum runtergefahren. Auch unsere Kritiker gehen den Weg nun mit.“

Der Nikolaus hat in Miesbach Tradition

Immerhin hat der Nikolausbesuch in der Kreisstadt eine lange Tradition. „Wir machen es ja für die Kinder, damit sie das miterleben können.“ Der Umzug zu St. Martin sei eh schon ausgefallen, erinnert Griesbeck. „Coronabedingt fehlt vielen Menschen einiges.“

Krampus und Engerl sind diesmal nicht dabei

Und auch der Nikolaus muss Opfer bringen: Er muss allein die Kinder besuchen – ohne Krampus und Engerl. Zudem muss er sich an das Hygienekonzept halten, das online auf kolping-miesbach.de nachzulesen ist. Dazu gehört: zwei Meter Abstand halten, maximal zwei Haushalte und kein Betreten von Wohnraum. „Der Besuch findet im Freien statt – vor der Haustür oder auf der Terrasse, die über den Garten zu betreten ist.“, erläutert Griesbeck. Geschenke überreichen die Eltern.

Großer Zuspruch für den Nikolaus - trotz oder wegen Corona

Die Nikolaus-Freiwilligen sind unter diesen Voraussetzungen bereit. Die sechs Touren am Samstag sind bereits, aber für Sonntag habe man noch freie Kapazitäten. Denn bei den Leuten, die einen Nikolaus angefragt haben, sei die Freude groß, dass der Besuch klappt, sagt Griesbeck: „Wir haben an die 90 Interessierte durchtelefoniert und abgefragt. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Alle wollen uns unterstützen.“

Den heiligen Nikolaus auch heuer durch Miesbach zu schicken, hat für Griesbeck große Bedeutung: „Das ist ja nicht irgendein Spaß, sondern gelebte Tradition. Die Kinder wachsen seit Generationen damit auf. Deshalb sehen wir es als Auftrag, es auch heuer durchzuführen – trotz des größeren Aufwands.“ Gerade Knecht Ruprecht und Engerl hoffen nun, dass sie im kommenden Jahr wieder dabei sein dürfen. „Einige sind schon sehr traurig, weil sie heuer nicht mit dem Nikolaus mitgehen dürfen.“

Die Nikolaus-Hotline ist unter Telefon 0 80 25 / 15 24 zu erreichen.

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare