Großer Investitionsposten im Haushalt: Der Umbau des ehemaligen Klosters in ein Kinderhaus kostet die Stadt Miesbach 3,3 Millionen Euro im laufenden Jahr.
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Verlorener Standort: Eigentlich sollte das geplante Museum im alten Kloster untergebracht werden. Jetzt wird dort das Kinderhaus eingerichtet.

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Schluss mit den Lippenbekenntnissen

  • Dieter Dorby
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Soll die Stadt Miesbach eine Million in ihr Museumsdepot investieren? Oder lieber warten, bis ein Museum endlich möglich wird? Zuerst gilt es aber, die zentrale Frage zu klären. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dieter Dorby.

Egal ob erst das Kloster, dann das Kinderhaus oder jetzt das Depot: Der Stadtrat sieht sich immer wieder mit der offenen, unliebsamen Grundsatzfrage konfrontiert: Wollen wir wirklich das Museum?

Sicher, bereits im April 2013 hatte der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zum Museum gefasst, ihn de facto aber nie wirklich gelebt. Zu teuer, zu aufwendig – anderes war immer wichtiger. Letztlich auch die Kinderbetreuung, die den Vorzug bei der Nutzung des Klosters bekam.

Lesen Sie auch den Bericht zum Kommentar: Teure Billiglösung - Museumsdepot von Miesbach soll eine Million Euro kosten

Der Stadtrat braucht eine klare Entscheidung, ob das Museum kommen soll. Wenn ja, kann man konkret Möglichkeiten wie das Gersthaus angehen. Nicht von heute auf morgen, aber mittelfristig entschlossen, wie man es auch beim Warmfreibad gemacht hat. Und will man das Museum nicht, muss auch das klar gesagt werden. Denn der Museumsverein ist es nach Jahren der Lippenbekenntnisse leid, weiter ins Ungewisse zu warten. Das demotiviert, und das haben die ehrenamtlich Engagierten nicht verdient. Ganz nebenbei: Das ist auch eine Frage des Respekts.

Jedoch: Sollte am Ende ein Nein zum Museum stehen, bleibt die Frage, wofür die Stadt all ihre kunsthistorischen Schätze hortet. Auch dafür braucht es ein schlüssiges Konzept. Denn die fachgerechte Ausstattung des Depots kostet ebenfalls – und zwar nicht zu knapp.

ddy

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