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10.000 Euro Pension pro Monat ‒ warum ein weiterer Sparkassenprozess überflüssig war

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Von: Stephen Hank

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Kommentar: Stephen Hank über Schutzgebiet-Debatte
Stephen Hank, Redaktionsleiter des Miesbacher Merkur. © Thomas Plettenberg

Im Sparkassenprozess ist das Urteil gefallen. Redaktionsleiter Stephen Hank kommentiert die Entscheidung.

Im August wird Jakob Kreidl 70 Jahre alt. Zehn Jahre liegt die große Geburtstagssause dann zurück, über die der Miesbacher Ex-Landrat später Amt und Ansehen verloren hat. Zehn Jahre, die viel Veränderung gebracht haben – in der öffentlichen Wahrnehmung von Amtsträgern und in der Erwartung, wie sie sich zu verhalten haben. Es war längst an der Zeit.

Kontrollmechanismen auf den Prüfstand gestellt

Eine Neuauflage des Sparkassenprozesses hätte es für diese Erkenntnis nicht gebraucht. Das Urteil von 2019, das am Mittwoch mit kleinen Abweichungen bestätigt wurde, hatte Aussagekraft genug. Üppiges Hofhalten auf Steuerzahlerkosten ist kein Kavaliersdelikt. Gewohnheitsrecht endet dort, wo es Dritten schadet. Schon vor dem ersten Prozess hatten Sparkassenverband und Regierung ihre Kontrollmechanismen auf den Prüfstand gestellt. Es war der erste Schritt zur Selbsterkenntnis. Ob die Leitplanken auf Dauer halten – man wird sehen.

Jeden Monat flossen mehr als 10.000 Euro

Es ist also weniger Erhellendes zutage getreten, als der Prozess Geld verschlungen hat. Paradoxerweise auch Geld der öffentlichen Hand, die man mit Urteilen wie diesen eigentlich schützen möchte. Im Raum stehen nicht nur die Gerichtskosten. Weit länger als erforderlich sind auch Pensionen geflossen, im Fall des früheren Sparkassen-Chefs Bromme mehr als 10.000 Euro pro Monat. Jeder Tag, den das rechtskräftige Urteil auf sich warten ließ, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt. Ob es aufwiegt, was den Angeklagten verloren gegangen ist, steht auf einem anderen Blatt. Sie haben unter dem Prozess gelitten, ihr Ruf ist zerstört. Man mag ihr Wehklagen verstehen. Mitleid aber ist fehl am Platz.

Lesen Sie auch: die Chronologie der Sponsoringaffäre.

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