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Im Umbruch: An der Oberen Tiefenbachstraße in Agatharied wird sich 2017 einiges tun. Auf der Fläche des im Abriss befindlichen Alpengroßmarkt eröffnen im Herbst ein neuer Edeka- und Lidlmarkt.

Ausblick auf die Projekte in den Gemeinden

Das kommt 2017 auf das Schlierach-/Leitzachtal zu

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  • Sebastian Grauvogl
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  • Andreas Huber
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    Nina Probst

Einige Punkte haben die Bürgermeister im Schlierach-/Leitzachtal 2016 von ihrer Aufgabenliste streichen können. Dass es auch im neuen Jahr nicht langweilig wird, zeigt unser großer Ausblick.

Hausham

Augenscheinlich am meisten tun wird sich 2017 in Hausham bei den Supermärkten. Nach dem Abriss des alten Alpengroßmarkts an der Oberen Tiefenbachstraße in Agatharied ist der Weg frei für einen neuen Edeka und den Umzug des Lidl, der aktuell auf der gegenüberliegenden Straßenseite beheimatet ist. Beide Märkte werden laut Bürgermeister Jens Zangenfeind im Herbst eröffnen. Ob das auch für den Nettomarkt in der neuen Ortsmitte in Hausham gilt, bleibt abzuwarten. „Im Frühjahr beginnt der Aushub“, sagt Zangenfeind. Auch die ersten Vorarbeiten für die für 2018 geplante Verlegung des Bahnübergangs könnten starten.

Unsichtbare Fortschritte soll es bei den Planungen für die Naturfreundestraße, für die Verkehrsknotenpunkte in Agatharied sowie für das Neubaugebiet im Ortsteil Abwinkl geben. „Wir beziehen da die Bürger mit ein“, erklärt Zangenfeind. Was die künftige Nutzung des Förderturms anbelangt, will der Bürgermeister im kommenden Jahr klarer sehen. Die Kosten für die Voruntersuchung in Höhe von 44 000 Euro hat die Gemeinde jetzt beisammen.

Schliersee

Über einen Mangel an Projekten braucht sich im Schlierseer Rathaus niemand beklagen. Noch offen ist, wie weit diese 2017 vorangetrieben werden können. So ist etwa die Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtshofs zum geplanten Turnhallenbau in Neuhaus mittlerweile bei Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer eingetroffen, die Klage gegen die Baugenehmigung liegt jedoch noch immer beim Verwaltungsgericht. Im neuen Jahr will die Gemeinde laut Schnitzenbaumer über das weitere Vorgehen beraten und versuchen, den Rechtsstreit im Gespräch mit den Klägern beizulegen. Ziel sei weiterhin, 2017 mit dem Tiefbau zu beginnen und die Bodenplatte fertigzustellen. Offen ist ferner, was aus dem ehemals für Sixtus vorgesehenen Grundstück an der Seestraße wird. Den Wunsch nach einem Einheimischenmodell nimmt die Gemeinde laut Schnitzenbaumer ernst. Die Entscheidung müsse aber der Gemeinderat fällen.

Bereits fest steht, dass der neue Kindergarten in Form eines Erweiterungsbau am Heimatmuseum pünktlich im Herbst 2017 eröffnen soll. „Sobald es das Wetter zulässt, gehen die Arbeiten los“, sagt Schnitzenbaumer. Vom Haushalt abhängig sind indes die Straßensanierungen. Ganz oben auf der Liste stehen die Breitenbach- und die Schlierachstraße. Dem Kurweg wurde dagegen eine Zwangspause verordnet. Nach dem Neubau der Wasserleitung muss sich der Untergrund erst setzen.

Fischbachau

In Fischbachau stehen eine ganze Reihe Straßensanierungen auf dem Programm. 2017 will die Gemeinde die Verbindung zwischen Stauden und Lehenpoint in Angriff nehmen, der Zuschuss dazu ist bewilligt. Außerdem sollen für rund eine Million Euro Straßen im ländlichen Bereich ausgebaut werden, um Anwesen zu erschließen. Die Landwirte tragen dabei die Hälfte der Kosten. Was das DSL angeht, hat Fischbachau „die nächste Stufe gezündet“, wie Bürgermeister Josef Lechner erklärt. Bis September 2017 muss die Telekom überall zwischen 30 und 50 MBit schnelles Internet anbieten. „Wenn es an manchen Weilern dann noch unter 16 MBit hat, müssen wir extra was machen.“

Ein größerer finanzieller Posten wird das neue Feuerwehrauto in Wörnsmühl sein. Insgesamt will die Gemeinde aber eher langsam machen, was Geldausgeben angeht. „2016 haben wir extrem investiert“, sagt der Rathaus-Chef. Trotzdem muss einiges getan werden: Der Hochwasserschutz in Aurach und ein Wohnprogramm für Einheimische stehen auf Lechners Liste. Und natürlich die neue Kinderbetreuung, die im ehemaligen Caritas-Gebäude in Hundham eröffnet.

Bayrischzell

Möglicherweise schon im Frühjahr sollen die Bayrischzeller schneller im internet surfen. Der Breitbandausbau soll auf jeden fall im neuen jahr beendet werden, wie Bürgermeister Georg Kittenrainer betont. Im Rahmen der Straßensanierung wird das größte Projekt die Durchfahrtsstraße in Geitau sein. Besonderes Augenmerk legt Kittenrainer auf zwei andere Bauprojekte: Das Familienhotel im ehemaligen AOK-Gebäude und der Achter-Sessellift im Sudelfeld. Die Bauarbeiten für das Vier-Sterne-Hotel am Wendelsteinbach sollen im Herbst 2017 beginnen. „Die Planungen dazu sind in vollem Gange“, sagt Kittenrainer.

Am Achter-Sessellift, den die Bergbahngesellschaft vorantreibt, beteiligt sich Bayrischzell finanziell auch. Nachdem es nun endlich die Genehmigung dafür gab, ist Kittenrainer zuversichtlich: „Wenn im Mai der Schnee weg ist, kann es losgehen.“

Miesbach

Nur die Pflicht, keine Kür – damit bleibt die Kreisstadt Miesbach ihrem Kurs von 2016 auch im neuen Jahr treu. Nachdem bei der Gewerbesteuer nur auf Vorjahresniveau geplant wird – also erneut ohne Telair-Einnahmen –, dürfen keine neuen Zuschussposten geschaffen werden. Im Klartext heißt das: Der Umbau der alten Klosterschule zum Museum und die überfällige Sanierung des Warmfreibads werden 2017 nicht angepackt.

Neu gebaut wird dagegen die marode Johannisbrücke in Miesbachs Ortsmitte. Dabei wird im Sommer für vier Monate der Weg über die Schlierach gesperrt. Die Kosten liegen insgesamt bei 1,12 Millionen Euro. Davon muss die Stadt rund 600 000 Euro tragen, 517 000 Euro kommen vom Freistaat. Zu Wohnraum für Asylberechtigte saniert wird zudem das Gemeindehaus Wies. Auf 811 200 Euro belaufen sich dafür die Kosten, für die 540 000 Euro via Zuschüsse vom Staat übernommen werden. Gemacht werden muss auch der zweite Fluchtweg bei der Grundschule Parsberg. Dafür fallen rund 200 000 Euro an. Große Bedeutung hat die geplante Ausweitung der Wasserschutzzone, die Miesbach aktuell an der Ausweisung neuer Gewerbeflächen hindert. Ob das Verfahren bereits 2017 abgeschlossen werden kann, ist laut Bürgermeisterin Ingrid Pongratz offen. „Wir müssen abwarten.“

Irschenberg

2016 bezeichnet Bürgermeister Hans Schönauer als ein erfolgreiches Jahr für seine Gemeinde. Entsprechend seien die Steuereinnahmen gesprudelt und man könne 2017 ordentlich investieren. Den weitaus größten Posten stellt dabei der geplante Kindergarten an der Miesbacher Straße dar, der nach seiner Fertigstellung im Herbst über zwei Gruppen, eine Krippe sowie Mittagsbetreuung verfügen soll. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Angreifen will die Gemeinde überdies beim Sanierungsfall Gasthof Wilparting. Der rund 200 Jahre alte Bauernhof, in dem das Café zum Moar untergebracht ist, bedarf einiger baulicher Erneuerungen – mit einer Million Euro Kosten rechnet Schönauer.

Auch nicht ordentlich abfließendes Regenwasser macht der Gemeinde Probleme. 500 000 Euro investiert sie deshalb in den Bau von neuen Rohren. 350 000 Euro sollen außerdem in die Sanierung der Gemeindestraßen fließen und in zwei Chargen sind je 100 000 Euro für die Breitbanderschließung in den Haushalt eingestellt. „Überraschend“ habe sich zudem ergeben, dass die Gemeinde drei neue Feuerwehrfahrzeuge anschaffen muss.

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