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Wer nimmt hier in den kommenden sechs Jahren Platz? Der Schreibtisch des Miesbacher Landrats.

Spannendes Rennen

Landratswahl 2020 im Landkreis Miesbach: Rzehak und Löwis gehen am Sonntag in die Stichwahl

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Der amtierende Landrat Wolfang Rzehak und Olaf von Löwis (CSU, bisher Bürgermeister in Holzkirchen) treten gegeneinander in der Stichwahl für die Landratswahl 2020 in Miesbach an.

+++ Ergebnisse Landratswahlen +++

+++ Ergebnisse Kreistagswahlen +++


Update vom 26. März
: Alle Ergebnisse der Stichwahl am 29. März 2020 erfahren sie in unserem Live-Ticker. Ins Rennen gehen Olaf von Löwis of Menar (CSU), der im ersten Wahlgang 36,8 Prozent der abgegebenen Stimmen erreichte, und Wolfgang-Rzehak (Grüne), für den 27,4 Prozent der Wähler stimmten.

Landratswahl 2020 im Landkreis Miesbach: Alle Kandidaten

Landkreis – Ein Grüner wird Landrat in der CSU-Hochburg. Was bis zur Causa Kreidl quasi undenkbar war im Landkreis Miesbach, ist seit nunmehr sechs Jahren kommunalpolitischer Alltag. Über die Erfolgsbilanz von Wolfgang Rzehak gehen die Meinungen – wenig verwunderlich in Zeiten des Wahlkampfs – auseinander.

Bei gleich mehreren Themen ist in den vergangenen Jahren eine Art Urheberrechtsstreit entbrannt: Wer hatte die Idee zuerst? Und wer hat sie maßgeblich vorangebracht? Beispiel: der geplante MVV-Beitritt des Landkreises. Rzehak sagt, er habe das Projekt von Anfang an unterstützt. Die CSU sagt, der Grüne Landrat habe sich erst auf Drängen dafür begeistern können und verkaufe das Thema nun als eine der wichtigsten Errungenschaften seiner ersten Amtszeit.

Offenbar nicht nur die CSU ist der Meinung, dass sechs Jahre Grüne Landkreisführung genug sind. Gleich acht Herausforderer wollen Rzehak am 15. März vom Thron stoßen (siehe unten). Sie decken das gesamte politische Spektrum ab, ihre kommunalpolitische Erfahrung reicht vom Neueinsteiger bis zum Bürgermeister.

Landratswahl 2020 in Miesbach: Neuen Landrat erwarten viele Themen und große Aufgaben

Egal, wer es am Ende auf den Chefsessel im Landratsamt schafft: Die Aufgabenliste ist lang. Es gilt, die Verkehrswende im Landkreis mit der praktischen Umsetzung des Nahverkehrsplans voranzutreiben und die bereits beschlossenen Millioneninvestitionen ins Krankenhaus (Parkdeck, Geriatrische Reha) und in den Ersatzneubau des Landratsamts auf die Strecke zu bringen. Politische Sprengkraft birgt weiterhin das aktuell ausgesetzte Verfahren zur Neuausweisung der Wasserschutzzone. Hier wird es spannend zu beobachten, wie sich die zukünftige Landkreisführung gegenüber den Stadtwerken München positioniert und wie die betroffenen Bürger darauf reagieren.

Prognosen über den Ausgang der Wahl traut sich derzeit niemand zu. Gönnen die Wähler Landrat Rzehak eine zweite Amtszeit? Schafft es die CSU, aus dem Schatten der Causa Kreidl zu treten und den Posten des Landrats zurückzuerobern? Wie wirkt sich der Bruch zwischen FWG und FW auf die Ergebnisse der beiden Kandidaten aus? Kann SPD-Kandidatin Christine Negele die auf Bundes- und Landesebene bescheidenen Umfragewerte ihrer Partei übertrumpfen? Und wie schlagen sich die Vertreter von FDP, Linke und AfD?

Antworten auf diese Fragen gibt es am Sonntag, 15. März, im Verlauf des Abends. Ob da allerdings die Landratswahl bereits entschieden wird, darf zumindest bezweifelt werden. Bei der Vielzahl an Kandidaten gilt eine Stichwahl als recht wahrscheinlich. Und die findet erst zwei Wochen später, am 29. März, statt. Es deutet also nach aktuellem Stand vieles auf einen Wahlkampf mit Verlängerung hin.

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Der Landkreis Miesbach in Zahlen

15 Gemeinden, zwei Städte.

Einwohnerzahl: 100 078.

Wahlberechtigte: 79 410.

Fläche: 864 km2

Kreisräte: 60.

derzeitige Sitzverteilung: CSU 21, FWG 16, SPD 9, Grüne 9, Bayernpartei 3, FDP 2.

Kandidatenlisten 2020: CSU, Grüne, FW, SPD, FDP, FWG, Bayernpartei, Linke, ÖDP.

Landratswahl in Miesbach 2020: Die Kandidaten stellen sich vor

Nachfolgend kommen alle neun Kandidaten zu Wort, geordnet nach der Reihenfolge auf dem Stimmzettel.

Olaf von Löwis (CSU) - „Respekt und Verständnis“

Olaf von Löwis (CSU) - „Respekt und Verständnis“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Löwis: Für Autoverzicht müssen Rad und ÖPNV attraktiv sein: Das Radwegenetz braucht ausgebaute Hauptachsen. Fahrpläne von Bus und Bahn gehören bestens aufeinander abgestimmt. Nötig sind günstige Preise und ein einfacher Ticketverkauf bis zum Fahrtziel. Stärken will ich das Anrufsammeltaxi.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Löwis: Ich stehe für solide Haushaltspolitik mit konsequentem Schuldenabbau. Der in der vorletzten Amtsperiode aufgestellte Tilgungsplan läuft von allein und soll das weiterhin. Finanzspielräume sollen vorrangig für nötige Investitionen (Verkehr, Krankenhaus, Schulen) genutzt werden. Über eine Senkung der Kreisumlage sollten wir nachdenken.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Löwis: Bürger sind Kunden. Ihre Sorgen und Anliegen sind mir persönlicher Auftrag. Dazu gehören eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Gemeinden und moderne digitale Technik.

Was liegt Ihnen als Landrat besonders am Herzen?

Löwis: Ich möchte eine Kultur des Miteinanders. Unabhängig von Parteiinteressen und Vorgaben von oben will ich die Menschen umfassend informieren und mich für ihre Belange einsetzen – Beispiel Wasserschutzzone. Nachhaltigkeit ist mir wichtig. Entscheidungen müssen auch künftigen Generationen nutzen.

Zur Person

Olaf von Löwis (65) aus Holzkirchen, verheiratet, zwei Kinder, drei Enkel, Diplom-Forstwirt (Univ.), seit 2002 im Gemeinderat in Holzkirchen, seit 2008 Kreisrat, seit 2014 Bürgermeister von Holzkirchen, seit 2018 Bezirksrat, Vorsitzender der vhs Holzkirchen-Otterfing. Leitsatz: „Gegenseitiger Respekt und Verständnis sind Voraussetzungen für ein konstruktives Miteinander.“

Wolfgang Rzehak (Grüne) - „Zukunft gestalten, Heimat erhalten“

Wolfgang Rzehak (Grüne) - „Zukunft gestalten, Heimat erhalten“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Rzehak: Um die Verkehrssituation im Landkreis zu verbessern, braucht es neben dem 30-Minuten-Takt bei der BOB auch Elektrifizierung und den Ausbau der Schieneninfrastruktur sowie eine bessere Anbindung der Busse an die Bahn. Ein zentraler Baustein ist der Beitritt des Landkreises zum MVV. Der beschlossene Nahverkehrsplan verschwindet nicht in der Schublade. Als Landrat setze ich ihn Schritt für Schritt um.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Rzehak: 

Als Landrat stehe ich für solide Haushaltspolitik und massiven Schuldenabbau: Seit meinem Amtsantritt 2014 wurden 42 Millionen Euro, etwa ein Drittel der Schulden, abgebaut. Zugleich hat die Senkung der Kreisumlage um zwei Prozentpunkte die Gemeinden entlastet. Diesen Weg werde ich konsequent weitergehen.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Rzehak: Wichtig sind Digitalisierung, bürgerfreundliche Öffnungszeiten und barrierefreier Zugang zu den Büros. Vor allem aber, und da sind wir jetzt schon sehr gut: fachlich kompetente und freundliche Mitarbeiter.

Was liegt Ihnen als Landrat besonders am Herzen?

Rzehak: Der Erhalt unserer wunderschönen Heimat: Als Landrat möchte ich unseren Landkreis weiterentwickeln und zugleich seine landschaftliche Schönheit und traditionellen Besonderheiten bewahren!

Zur Person

Wolfgang Rzehak (52) aus Gmund, verheiratet, zwei Kinder, Diplom-Verwaltungswirt (FH), von 2002 bis 2014 Gemeinderat in Gmund, seit 1996 Kreisrat, seit 2014 Landrat, bis 2014 Kassier beim TEV Miesbach. Leitsatz: „Zukunft gestalten – Heimat erhalten: Dafür stehe ich als Landrat!“

Gisela Hölscher (FW) - „Polka statt Walzer“

Gisela Hölscher (FW) - „Polka statt Walzer“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Hölscher: Der Verkehrskollaps ist in meinen Augen komplett verschlafen worden. Der neu erstellte Nahverkehrsplan reicht bei Weitem nicht aus. München und das Umland wachsen, Verkehr somit auch. Ich fordere ein überregionales Mobilitätskonzept in Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis München.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Hölscher: Den Schuldenabbau müssen wir im Fokus behalten. Als Erstes werde ich als Landrätin einen „Kassensturz“ vornehmen und alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen, um festzustellen, ob alle Gelder sinnvoll eingesetzt werden.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Hölscher: Das Landratsamt muss möglichst schnell digitaler, moderner und umweltfreundlicher werden. Gut funktionierende Technik soll die Mitarbeiter entlasten und mehr Zeit für den Bürgerservice ermöglichen.

Was liegt Ihnen als Landrätin besonders am Herzen?

Hölscher: Besonders wichtig ist es mir, die Grundversorgung der Bürger sicherzustellen. Dazu müssen Krankenhaus, Wasser und Abfallentsorgung in kommunaler Hand bleiben. Besonders am Herzen liegt mir ein direkter Austausch mit Kommunen und Bürgern. Besuche und Austausch vor Ort sowie eine regelmäßige Bürgersprechstunde sind für mich selbstverständlich. Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt.

Zur Person

Gisela Hölscher (54) aus Waakirchen, verheiratet, drei Kinder, Reisebürokauffrau (IHK), weltweiter Creweinsatz bei einer deutschen Fluggesellschaft, seit 2008 Gemeinderätin in Waakirchen, Kreisvorsitzende Freie Wähler, Vorsitzende des Vereins zur Einrichtung eines Hospizes im Landkreis Miesbach, Vorstandsmitglied Nachbarschaftshilfe Waakirchen, Senioren- und Behindertenbeauftragte. Leitsatz: „Polka statt langsamer Walzer.“

Alois Ostermair (AfD) - „Konstruktives Miteinander“

Alois Ostermair (AfD) - „Konstruktives Miteinander“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Ostermair: Verkehrspolitische Fragen lassen sich nur in Kooperation der Nachbarlandkreise/Gemeinden und mit der Stadt München lösen. Ebenso ist ein situationsbedingtes Baustellenmanagement wichtig. An Wochenenden sollten „unwichtige“ Ampeln ausgeschaltet sein. Die Ausfahrten der A 8 sollten bei Stau für fremde „Stau-Umfahrer und Mautsparer“ dichtgemacht werden. Für das Spitzinggebiet sind Shuttlebusse überlegenswert.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Ostermair: 

Wirtschaftsförderung und Tourismus sind zusammenzuführen. Eine Privatisierung des Krankenhauses muss vermieden werden. Rücklagenbildung und Schuldenabbau haben Vorrang. Bei den Asylkosten muss gelten: Sach- vor Geldleistungen.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Ostermair: Mit den Mitarbeitern den Ist-/Soll-Zustand und die Aufgabeneinteilung analysieren. Ziele: mehr Kompetenzen, kürzere Wartezeiten und Wege, schnellere Entscheidungen. Den Rückstand beim eGovernment aufholen.

Was liegt Ihnen als Landrat besonders am Herzen?

Ostermair: Wir möchten Einheimisches fördern: Gastronomie, Dienstleistungen, Landwirte und ihre Produkte. Ich bin für sanften, aber wirtschaftlich nachhaltigen Tourismus sowie bezahlbaren Wohnraum für Einheimische und stehe für Bürgerentscheide zu wichtigen Themen.

Zur Person

Alois Ostermair (53) aus Weyarn, unverheiratet, gelernter Einzelhandels- und Versicherungskaufmann sowie Versicherungsbetriebswirt, Angestellter im Investmentbereich, Mitglied im Reservistenverband und Sportschütze, seit 2013 AfD-Mitglied, davor bei der CSU. Leitsatz: „Ich stehe für ein konstruktives Miteinander der Generationen.“

Christine Negele (SPD) - „Landkreis muss lebenswert bleiben“

Christine Negele (SPD) - „Landkreis muss lebenswert bleiben“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Negele: Ein dichteres Busnetz zu günstigeren Preisen, Parkplätze an den Autobahnausfahrten mit Pendlerbussen im 20-Minuten-Takt an den Wochenenden anbinden, Mitfahr-App über Landratsamt einführen, Ausbau des Radwegenetzes, Mieträder an Bahnstationen, kostenfreie ÖPNV-Nutzung für Sozialcard-Besitzer*innen und für Schüler*innen der Oberstufen.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Negele: Mehr Geld für den öffentlichen Verkehr und zur Sicherung des Krankenhauses es in Landkreishand halten. Den Schuldenabbau weiter betreiben, um handlungsfähig zu werden.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Negele: Die Behörde soll sich endlich als Partner der Bürger*innen begreifen und bei Antragstellung Hilfe anbieten. Die Zusammenarbeit mit externen Beratungsstellen ist zu intensivieren, eine zugewandte Sprache bei Merkblättern verwenden, alle Anträge online stellen, Bürger*innensprechstunde einführen und die Öffnungszeit einmal monatlich ausweiten.

Was liegt Ihnen als Landrätin besonders am Herzen?

Negele: Gleichstellungspolitik muss zum Thema werden. Personalgewinnung durch Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Eltern, etwa durch erweiterte, flexible Öffnungszeiten der Kita am Krankenhaus und mehr Home-Office. Seit 1992 kämpfe ich für ein Frauenhaus und den Frauennotruf vor Ort.

Zur Person

Christine Negele (61) aus Tegernsee, zwei Kinder, Erzieherin, Diplom-Sozialpädagogin, Leitung Kliniksozialdienst, seit 2008 Kreisrätin, seit 2008 im Aufsichtsrat des Krankenhauses Agatharied. Leitsatz: „Unser Landkreis muss lebenswert bleiben für Menschen mit normalen und niedrigen Einkommen, für junge Familien, Mieter*innen, und Rentner*innen.“

Ursula Lex (FDP) - „Brücken statt Mauern“

Ursula Lex (FDP) - „Brücken statt Mauern“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Lex: Unter anderem intelligentere Ampelschaltungen und mehr Kreisverkehre. Höhere Taktung und Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrs sowie ein Ausbau des Radwegenetzes.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Lex: Eigentlich haben Kreis und Kommunen zu wenig Geld für die Erfüllung der Pflichtaufgaben. Das liegt auch an der unzureichenden Finanzausstattung durch das Land. Es ist also maßvolles Wirtschaften nötig. In jedem Fall werde ich alle wichtigen Investitionen und Entscheidungen mit dem Kreistag zusammen erarbeiten.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Lex: Ähnlich wie bei privaten Dienstleistern sollte man ein Qualitätssystem (wie DIN 9001) einführen, bei dem Kosten/Nutzen sowie die Zusammenarbeit mit Bürgern und anderen Behörden bewertet werden und einem stetigen Verbesserungsprozess unterliegen. Wichtig dabei ist ein aktives Reklamationsmanagement. Die Bürger sind letztendlich nichts anderes als die Kunden des Landratsamtes.

Was liegt Ihnen als Landrätin besonders am Herzen?

Lex: Natürlich die Zufriedenheit der Menschen im Landkreis Miesbach. Deswegen gehört es zu meinen Grundprinzipien, transparent und demokratisch im Team zu arbeiten. Die Bürger sollen das Gefühl haben, bei allen Entscheidungen mitgenommen zu werden.

Zur Person

Ursula Lex (55) aus Miesbach, verheiratet, zwei Kinder, gelernte Fachverkäuferin, aktuell Betriebswirtin HWK und Geschäftsführerin eines Handwerksbetriebs. Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstands, Mitglied im Bundesfachausschuss für Arbeit und Soziales, Mitglied im Kinderschutzbund. Seit 2010 Kreisvorsitzende der FDP, seit 2019 Kreisrätin. Leitsatz: „Ich baue Brücken statt Mauern.“

Andreas Hallmannsecker (FWG) „Gestalten statt nur verwalten“

Andreas Hallmannsecker (FWG) „Gestalten statt nur verwalten“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Hallmannsecker: Den Nahverkehrsplan baldmöglichst umsetzen. Dazu gehört, Eisenbahninfrastruktur zu modernisieren; weitere Haltestellen, die Fahrgastkapazitäten erhöhen, zweigleisige Abschnitte, Bahnübergänge ertüchtigen. Der MVV-Beitritt ist ein sehr wichtiger Schritt für einheitliche Ticketpreise.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Hallmannsecker: Die derzeitige Verschuldung wird vorgabegemäß getilgt. Sondertilgungen halte ich zurzeit nicht für sinnvoll. Überschüsse sollten für die anstehenden Maßnahmen (Krankenhaus, Landratsamt, Verkehrsinfrastruktur, soziale Bereiche) verwendet werden.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Hallmannsecker: Das Landratsamt muss als Behörde gleichzeitig ein Dienstleistungsbetrieb für unsere Kommunen und die Bevölkerung sein. Wartezeiten auf Termine und Genehmigungen sind zu reduzieren. Erforderlich sind moderne, räumliche und digitale Ausstattungen.

Was liegt Ihnen als Landrat besonders am Herzen?

Hallmannsecker: Die Menschen und das Ehrenamt. Deshalb muss das Krankenhaus Agatharied in kommunaler Hand bleiben und die ärztliche Versorgung im Landkreis gesichert sein. Das Trinkwasser muss sauber und bei den Gemeinden im Landkreis bleiben. Die Landwirtschaft als Umweltbewahrer und Lebensmittelerzeuger werde ich unterstützen.

Zur Person

Andreas Hallmannsecker (63) aus Valley, verheiratet, vier Kinder, gelernter Kfz-Mechaniker und zertifizierter Sachverständiger. Ehrenobmann der Schiedsrichtergruppe des Bayerischen Fußballverbands (BFV) Bad Tölz-Miesbach und Feuerwehrmann. Seit 1996 Gemeinderat in Valley, seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde, seit 2014 Kreisrat. Leitsatz: „Nicht nur reden und verwalten, sondern handeln und gestalten.“

Martin Beilhack (BP) - „Heimatliebe ist Herzenssache“

Martin Beilhack (BP) - „Heimatliebe ist Herzenssache“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Beilhack: Stopp der ungebremsten Ausweitung und Erschließung weiterer Gewerbegebiete, Ausbau der Bahnstrecken (Halb-Stunden-Takt), Vernetzung mit der Schifffahrt Tegernsee, Ausweisung von Bauland für Einheimische (Erstwohnung), keine Elektrifizierung der Bahnstrecken sondern Umstellung auf Brennstoffzellentechnologie.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Beilhack: 

Auch in wirtschaftlich guten Zeiten geht es um Steuergelder, die der Bürger erwirtschaften muss. Eine Aufblähung des Personalbestands am Landratsamt ist zu verhindern. Es muss alles auf den Prüfstand. Wenn Schulden, dann nur welche, die sich rentieren. In guten Zeiten Rücklagen bilden.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Beilhack: Gutes, Altes bewahren, dem Neuen offen sein. Flexible Öffnungszeiten, Bürokratie-Abbau. Ich möchte ein freundliches und zuvorkommendes Landratsamt! Die erste Frage eines Mitarbeiters nach dem ,,Grüß Gott“ muss sein: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Keine Paragrafenreiter. Nicht verwalten, sondern gestalten.

Was liegt Ihnen als Landrat/Landrätin besonders am Herzen?

Beilhack: Erhalt von Tradition und Brauchtum im Landkreis, Unterstützung und Förderung der Trachten-, Schützen-, Heimat- und Traditionsvereine. Initiative zur Förderung einer gelebten Dialektregion.

Zur Person

Martin Beilhack (63) aus Waakirchen, geschieden, drei Söhne. Gelernter Maurer, Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr, aktuell Landwirt. Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Waakirchen: Gemeinderat in Otterfing von 1996 bis 2009, Kreisrat von 20O2 bis 2014. Leitsatz: „Die Liebe zur Heimat ist eine Sache des Herzens.“

Angela Sterr (Die Linke) - „Weniger reden, mehr handeln“

Angela Sterr (Die Linke) - „Weniger reden, mehr handeln“

Was kann der Landkreis gegen den Verkehrskollaps tun?

Sterr: Ursachen gibt es diverse. Ampelschaltung, Baustellen, Schlaglöcher... Der Schlüsselpunkt ist jedoch sicherlich der öffentliche Nahverkehr. Dieser muss in Form eines weitläufigeren Bahnnetzes und deutlich mehr Busverbindungen ausgebaut werden. Des Weiteren sprechen wir uns klar für die kostenlose Nutzung des ÖPNV aus. Durch die erhöhte Nutzung entspannt sich die Verkehrslage im Landkreis deutlich.

Welche Finanzpolitik verfolgen Sie?

Sterr: Im Finanzspektrum streben wir eine Umgewichtung an. Investitionen wie die der Marktplatzumgestaltung gilt es einzudämmen. Stattdessen sollen sozial schwache Menschen und Familien unterstützt und die Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs in Angriff genommen werden.

Welche Schritte zum modernen Dienstleister muss das Landratsamt gehen?

Sterr: Mehr Transparenz für die Bürger. Außerdem müssen Behördengänge beschleunigt und vereinfacht werden. Es sollten daher diverse Services online angeboten werden um dadurch sowohl Bürger, als auch Verwaltungsmitarbeiter zu entlasten.

Was liegt Ihnen als Landrat/Landrätin besonders am Herzen?

Sterr: Mir liegen die Menschen und ihre Sorgen am Herzen. Ich möchte für ein gerechteres und sozialeres Miteinander kämpfen. Dazu gehören unter anderem mehr Freizeitangebote für Jugendliche.

Zur Person

Angela Sterr (28) aus Miesbach, ledig und kinderlos, gelernte Einzelhandelskauffrau, seit Mai 2019 als Servicekraft und Pflegehelferin tätig. Mitglied der Kolpingsfamilie Miesbach. Seit Oktober 2019 Mitglied bei Die Linke. Leitsatz: „Weniger reden, mehr handeln.“

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