Die Mannschaft steht: Mit Gisela Hölscher ziehen die Freien Wähler auf Kreisebene in den Wahlkampf.
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Die Mannschaft steht: Mit Gisela Hölscher ziehen die Freien Wähler auf Kreisebene in den Wahlkampf.

Kommunalwahl 2020

Gisela Hölscher (FW) - Landratskandidatin Nr. 8

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Nun ist die Katze aus dem Sack: Gisela Hölscher, Vorsitzende der Freien Wähler, kandidiert für das Amt als Landrätin. Überdies brachte die FW-Partei ihre Kandidaten für den Kreistag in Position. Ihre Liste umfasst 44 Namen.

Bevor die 15 Wahlberechtigten der rund 30 anwesenden Gäste im Rottacher Voitlhof zum Zotzn zur Wahl schritten, nordete der Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag Florian Streibl, die kommunale Parteibasis ein: Er berichtete wie gut die Zusammenarbeit der Freien Wähler mit Markus Söder und der CSU funktioniere und wie wichtig der direkte Draht in die Staatsregierung auch für Anliegen auf kommunaler Eben sei. Dennoch: „Die Freien Wähler sind die zweitstärkste kommunalpolitische Kraft in Bayern. Das macht die CSU immer nervöser und treibt ihr mittlerweile die Schweißperlen auf die Stirn“, sagte Streibl und machte deutlich, dass die politische Arbeit im Gemeinderat und Kreistag das härteste sei, was er je erlebt habe. Eben weil es immer sehr persönlich sei.

Sachorientierter Wahlkampf

Deshalb forderte er die Anwesenden zu einem sachorientierten Wahlkampf auf – ohne Personen herabzuwürdigen. Denn schließlich müsse man hernach möglicherweise zusammenarbeiten. „Es bringt nicht neue Gräben aufzureißen, die so tief sind, dass das dann nicht mehr möglich ist“, betonte Streibl, eindeutig mit Blick auf die unabhängige Freie Wähler Gemeinschaft (FWG), die seit September eigene Wege geht. „Die Vielfalt der Meinungen ist unsere Stärke“, betonte Streibl und versprach die FW im Landkreis Miesbach zu unterstützen. Die Vorsitzende der FW-Kreisvereinigung Gisela Hölscher dankte und stellte sich und ihre Ziele vor, nachdem man sie als Landrats-Kandidatin vorgeschlagen hat.

Lesen Sie auch: Alle Namen - diese Kandidaten stehen bereits fest

Die 54-jährige Waakirchnerin, die seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv und seit 12 Jahren Gemeinderätin in Waakirchen ist, hielt fest, dass es wichtig sei, Heimat nicht retrospektiv zu betrachten, sondern modern zu gestalten. „Die Politik im Landkreis läuft uns zu langsam. Wir möchten ein bissl mehr Tempo“, sagte Hölscher, „die Verwaltung hat top Leute. Aber wenn der Dirigent langsam ist, kann die Musik nicht schnell spielen.“ Ihres Erachtens wurde das Thema Verkehr im Landkreis verpennt: Seit 20 Jahren sei derselbe Nahverkehrsplan gültig, den es jedes Jahr anzuschauen gelte.

Hauptthemen Mobilität und Wasser

Hölscher, die seit 30 Jahren bei der Lufthansa arbeitet, sprach sich in Sachen Verkehr gegen „Kleingeplänkel“ aus. Es gelte die Hauptachsen zu stärken und alle Möglichkeiten der Mobilität zu fördern. „Ich bin gegen Verbote. Jeder soll so mobil sein, wie er will.“ Außerdem auf Ihrer Agenda: das Thema Wasser. „Wir liefern Wasser nach München und sollten dafür auch unsere Vorteile herausarbeiten“, forderte sie. Weil die soziale Schere immer weiter auseinander gehen und ohne die Vereine nichts mehr funktionieren würde, möchte Hölscher genau unterstützen. 

Neue Chance für enttäuschte Aktivisten

Mit 15 Stimmen und damit 100-prozentiger Unterstützung wurde Gisela Hölscher zur Landratskandidatin der FW-Partei gewählt. Anschließend stellten die designierten FW-Kreistagskandidaten sich und ihre Ziele, beziehungsweise auch die nichtanwesenden potentiellen Kandidaten ihres Ortsverbands vor. Einige kennt man schon immer als Freie Wählern, beispielsweise als Bürgermeister- Stadt- oder Gemeinderatskandidaten, andere haben sich zuvor bei Bürgerinitiativen stark gemacht. Und wiederum andere berichteten von ihren enttäuschenden Erfahrungen bei der CSU oder der Freien Wähler Gemeinschaft und hoffen nun bei der FW-Partei mehr erreichen zu können.

44 Namen wurden im Block (und bei einer Enthaltung) auf die Liste gewählt: Vom alteingesessenen Landwirt bis zum neu zugezogenen Unternehmer, vom 19-Jährigen bis zum 85-Jährigen, acht Frauen und 36 Männer. Am Ende freute sich Gisela Hölscher: „Unsere erste Liste ist der Hit. Sie ist sehr ausgewogen was die Berufe und auch die Altersgruppen angeht.“ Sie wünschte sich, dass die Freien Wähler als Team auftreten, das gemeinsam die politischen Themen liefert und kündigte gleich die neue Homepage und die Unterstützung durch die Landtagsabgeordneten an.

ak

Die Kandidaten

1. Gisela Hölscher, 2. Birgit Eibl, 3. Martin Taubenberger, 4. Torsten Hensel, 5. Stefan Walter, 6. Josef Bogner, 7. Peter-Friedrich Sieben, 8. Josef Killer, 9. Rainer Hölscher, 10. Hubert Müller, 11. Martin Rosenberger, 12. Andreas Obermüller, 13. Martina Unverdorben, 14. Stefan Eibl, 15. Thomas Grassinger,,16. Michael Waxenberger, 17. Michael Bourjau, 18. Marcus Hermann, 19. Elisabeth Krause, 20. Alexander Kienzle, 21. Mark van Baer, 22. Rüdiger Gerlach, 23. George von Bierbrauer zu Brennstein, 24. Daniel Kürn, 25. Florian Stienen, 26. Markus Dorn, 27. Birgit Ennerst, 28. Martina Kleinfeldt, 29. Michael Lehner, 30. Alexander Hölscher, 31. Florian Benkö, 32. Franzisak Pillat, 33. Richard Reimann, 34. Peter Gerhold, 35. Margot Hilbert, 36. Korbinian Stoib, 37. Erdal Karli, 38. Ludwig Haas, 39. Marinus Eberharter, 40. Lorenz Knoll, 41. Otfrid Pustejovsky, 42. Peter Strasser, 43. Maximilian Stuehler.

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