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Wolfgang Rzehak will auch nach 2020 Landrat bleiben.

Herausforderer halten sich bedeckt

Kommunalwahl 2020: Rzehak will Landrat bleiben - bisher ohne Gegenkandidat

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Erklärt hat sich bislang nur einer: der Amtsinhaber. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) strebt eine zweite Amtszeit an. Wer ihn bei der Kommunalwahl 2020 herausfordert, ist völlig ungewiss.

Landkreis - Wolfgang Rzehak hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm 2014 eine besondere Konstellation von Umständen ins Amt verholfen hat. Ein angeschlagener Amtsinhaber von der CSU (Jakob Kreidl), ein kreispolitisch weitgehend unerfahrener Stichwahl-Gegner von der Freien Wähler Gemeinschaft FWG (Norbert Kerkel) – plötzlich war ein Grüner im konservativ geprägten Landkreis Miesbach Landrat. Eine Sensation! 

Längst ist der Alltag eingekehrt und der 51-Jährige im Amt angekommen. Die Aufgabe bereitet ihm nach eigenen Angaben Freude. Sollte ihn seine Partei erneut nominieren, wird er also wieder antreten. „Er macht eine gute Arbeit, aus meiner Sicht spricht nichts dagegen“, sagt Grünen-Kreisvorsitzende Ulrike Küster.

So komfortabel die Lage bei den Grünen ist, so schwer tun sich die anderen Parteien. Ein Rundruf zeigt: Vor dem Herbst will kaum jemand aus der Deckung kommen. Es ist vor allem der kniffligen Lage geschuldet. Für viele potenzielle Bewerber aus der Bürgermeisterriege steht (zu) viel auf dem Spiel. Den Amtsinhaber herauszufordern, ist kein Spaziergang. Auch wenn – oder gerade weil – er von den Grünen ist. Jener Partei also, die zuletzt bei Wahlen gehörig Aufschwung erfahren hat.

Kommunalwahl 2020 in Miesbach: SPD tut sich schwer mit Kandidaten

Am leichtesten, so sollte man meinen, tut sich noch die SPD. Sie hat keine Mandatsträger in verantwortlicher Position, die kommendes Jahr zur Wiederwahl antreten. Genau das wiederum ist aber auch ihr Problem: Genau genommen hat sie kaum Personal. Robert Huber (59) hat es vor fünf Jahren nicht in die Landrats-Stichwahl geschafft und frustriert sein Kreistagsmandat niedergelegt. Und Kreisräte wie der Miesbacher Vizebürgermeister Paul Fertl (67) oder Kreisfraktionssprecher Martin Walch (66) aus Kreuth scheiden aus Altersgründen aus, wie Letzterer selbst betont. Dennoch sagt Walch: „Wir werden auf jeden Fall versuchen, einen eigenen Kandidaten aufzubieten.“ Wer das sein könnte? „Vor September oder Oktober“, stellt Walch klar, „gibt es keine Entscheidung.“ Eine mögliche Kandidatin könnte die frühere Unterbezirksvorsitzende Christine Negele (60) sein.

Kommunalwahl 2020 in Miesbach: FWG will ohne Zeitdruck entscheiden

Auch die FWG denkt in Monaten. Zwar steht nach Worten des Kreisvorsitzenden und Kreisfraktionssprechers Norbert Kerkel (54) dieser Tage ein erstes Sondierungstreffen mit den Ortsvorsitzenden an. Dabei werde es aber nur um die Frage gehen, wie grundsätzlich die Haltung bezüglich eines eigenen Landratskandidaten ist. Kerkel selbst schließt eine neuerliche Kandidatur eher aus, liebäugelt stattdessen mit dem Bürgermeisterposten in seiner Heimatgemeinde Waakirchen. Das freilich kann man nur zwischen den Zeilen heraushören. Offiziell sagt er: „Wir haben noch viel abzuklären.“ Und: „Wir haben keinen Zeitdruck.“

Kommunalwahl 2020 in Miesbach: Bierschneider oder von Löwis als CSU-Kandidat?

Und die CSU? Sie befindet sich seit dem Wahldebakel von 2014 in einer Art Selbstfindungsphase. Lange galt es als sicher, dass der Kreuther Rathauschef und CSU-Kreisfraktionssprecher Josef Bierschneider (46) den Amtsinhaber herausfordern wird. Da 2020 in seiner Gemeinde keine Bürgermeisterwahl stattfindet, wäre er der Einzige aus der Riege der Bürgermeister, der gefahrlos kandidieren und im Falle einer Niederlage sein Amt in Kreuth behalten könnte. Der Kreisvorsitzende Alexander Radwan bekräftigt derweil, dass sich die Partei solche Fragen nicht stelle.

Dennoch verdichten sich mittlerweile die Anzeichen, dass die CSU eher auf den Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis (64) baut. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das Amt reizen würde, und zuletzt war er bei einer ganzen Reihe von CSU-Hauptversammlungen im Landkreis zu Gast. Und er wäre unbelastet. Über Bierschneider und auch dem amtierenden Landrat Rzehak hängt nach wie vor das Damoklesschwert Kreissparkasse. Beide gehörten dem früheren Verwaltungsrat an, dem nach Abschluss des Verfahrens gegen die Hauptangeklagten in der Sponsoring-Affäre der Prozess droht. Sollte das Gericht im derzeitigen Verfahren eine Schuld des Verwaltungsrats feststellen, müssten auch sie mit einer Verurteilung rechnen.

Noch spielt die CSU auf Zeit. Wollte man sich ursprünglich schon nach der Landtagswahl im Oktober vergangenen Jahres mit der Kandidatenfrage befassen, findet die entsprechende Klausur nun erst im Mai statt. „Dann wird es einen Namen geben“, sagt Alexander Radwan. Und: „Für die CSU ist es in jedem Fall das Ziel, den Landrat zu stellen.“ Nominiert werde freilich erst im Herbst.

sh

Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden.

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