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Ja zum Aufwärtstrend: Die Grünen im Landkreis wollen mehr Öko-Politik im Lokalen. 

Nach bundesweitem Aufschwung

Im tiefsten Oberbayern: In diesem Landkreis wollen es die Grünen in alle Gemeinderäte schaffen

Den Landrat stellen sie schon, jetzt wollen die Grünen in einem Landkreis in Oberbayern auch flächendeckend in allen Gemeinderäten vertreten sein. Damit haben sie gut zu tun.

Landkreis – Die Grünen sind bundesweit im Aufwind. Und auch im Kreis Miesbach will die Partei künftig ein gewichtiges Wort mitsprechen. Im Tegernseer Tal hat sich bereits ein gemeindeübergreifender Ortsverband gegründet (wir berichteten). Auch im restlichen Landkreis wollen die Grünen Boden gutmachen. Ziel ist – neben der Verteidigung des Landratspostens – der Einzug in alle Stadt- und Gemeinderäte bei der Kommunalwahl 2020.

Null Grüne im Gemeinderat Hausham, der drittgrößten Gemeinde im Landkreis Miesbach 

Es gibt viel zu tun für die Grünen. In gerade einmal sieben der 17 Stadt- und Gemeinderäte im Landkreis sind sie vertreten. Besonders schmerzhaft: Hausham, mit über 8000 Einwohnern die drittgrößte Gemeinde im Landkreis, ist für die Grünen ein weißer Fleck. Noch nicht einmal einen Ortsverband gibt es dort. „Hausham wird von Schliersee ein wenig mitbetreut“, sagt Georg Kammholz, einer von zwei Ortsvorsitzenden in Schliersee und mit Ulrike Küster gleichberechtigter Vorsitzender des Kreisverbands.

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So schnell wird sich an den Strukturen wenig ändern lassen. Die Grünen verfolgen deshalb eine andere Strategie, wie Kammholz erklärt. Demzufolge sollen sich aktive Mitglieder in den jeweiligen Gemeinden um die Aufstellung von Listen für die Kommunalwahl bemühen – unterstützt vom Kreisverband und benachbarten Ortsverbänden. Schliersee soll sich zum Beispiel um Fischbachau und Hausham kümmern, der Miesbacher Ortsverband um Irschenberg. In Waakirchen, so lässt Kammholz durchblicken, könnte sich bald ein eigener Ortsverband gründen. Doch das bleibt eher eine Ausnahme. Ebenso wie ein übergreifenden Verband wie im Tegernseer Tal. „Die inhaltliche Verbindung ist dort enger als zum Beispiel zwischen Schliersee und Hausham“, so Kammholz.

Bürgermeister: Greifen die Grünen auch nach diversen Chef-Sesseln in den Rathäusern? 

Anvisiert ist die Gründung neuer Ortsverbände dann für die Zeit nach – einer aus Grünen-Sicht hoffentlich erfolgreichen – Kommunalwahl. Zu der könnte auch das Erobern des einen oder anderen Rathaus-Sessels gehören. Frei werden nach derzeitigem Stand Holzkirchen, weil Amtsinhaber Olaf von Löwis (CSU) ins Landratsamt strebt, sowie Miesbach, Otterfing, Bad Wiessee und Fischbachau. Zumindest für letztere Gemeinde glaubt selbst Kammholz nicht, dass ein Grünen-Kandidat antritt. „Da sind wir ja noch gar nicht vertreten.“ Zunächst nicht jedenfalls. Allgemein gelte aber, dass bis zur Kommunalwahl im März 2020 noch viel passieren kann – in die eine wie die andere Richtung.

Fest steht allerdings: In Schliersee werden die Grünen einen Kandidaten ins Rennen gegen Amtsinhaber Franz Schnitzenbaumer (CSU) und Michael Dürr (PWG) schicken. Letztere haben ihr Interesse bereits bekundet.

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Interessant könnte auch Warngau sein. Dort hockt auf jedem vierten Gemeinderatsmandat ein Grüner und womöglich stürzt sich auch Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) in den Landratswahlkampf.

Doch zunächst geht es den Kreis-Grünen darum, in der Kommunalpolitik des Landkreises flächendeckend vertreten zu sein. Damit hat man trotz des überregionalen Aufschwungs gut zu tun.

In diesen Gremien im Kreis Miesbach sind die Grünen vertreten

Kreistag: 10 von 61 Sitzen

Gmund: 2/20

Holzkirchen: 4/24

Miesbach: 3/24

Otterfing: 3/16

Rottach-Egern: 1/20

Schliersee: 3/20

Warngau: 4/16

Im Stadtrat Tegernsee und den Gemeinderäten Bayrischzell, Bad Wiessee, Fischbachau, Hausham, Irschenberg, Kreuth, Valley, Waakirchen und Weyarn besetzen die Grünen kein Mandat.

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