Sitzverteilung des 2020 neu gewählten Kreistag Miesbach
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Die Sitzverteilung des 2020 neu gewählten Kreistag Miesbach.

Rauf und Runter vor allem in der CSU

Alle Namen und Fraktionen: Der neue Kreistag Miesbach im Überblick

Der neue Kreistag Miesbach steht fest. 60 Kommunalpolitiker plus Landrat werden in den nächsten Jahren die Geschicke der Kreispolitik gestalten. Hier der große Überblick.

CSU (22 Sitze)

Er ist offenbar nicht aus dem Gremium zu bekommen: Ganz hinten auf Platz 60 angetreten, hat Gmunds früherer Bürgermeister Georg von Preysing einen Riesensprung nach vorne gemacht. Mit den siebtmeisten Stimmen bei der CSU zieht er in den Kreistag ein. Das Kalkül, prominente Vertreter ganz nach hinten zu setzen, hat sich demzufolge gelohnt. Auch der scheidende Bürgermeister von Fischbachau, Josef Lechner (Listenplatz 59), zieht in den Kreistag ein (Rang 20). Von weit hinten kam auch Alois Fuchs. Der Miesbacher ist inzwischen bekannt als dasGesicht des Widerstands gegen die erweiterte Wasserschutzzone und obendrein Feuerwehrkommandant in Wies.

Weit nach unten ging es derweil für den Waakirchner Bürgermeisterkandidaten Markus Liebl – von Listenplatz 15 auf Rang 40 im Wahlergebnis – und für Max Greinwald aus Hausham (17/42).

Sollten sie die Stichwahlen in ihren Gemeinden gewinnen, wären folgende CSU-Bürgermeister nicht im Kreistag vertreten: Robert Schüßlbauer aus Otterfing und Christoph Schmid aus Holzkirchen. Überhaupt Holzkirchen: Sollte Olaf von Löwis Landrat werden, säße kein einziger Holzkirchner in der CSU-Kreistagfraktion.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Anastasia Stadler (Listenplatz 36/ Wahlergebnis 23), Johannes Loth (Holzkirchen, 24/31), Anton Engelhard, 54/58), Jakob Eglseder (58/28), Josef Schaftari (34/32)

Die Grünen (11 Sitze)

Unter den elf Mandatsträgern der Grünen finden sich zwei, die auf Plätzen deutlich weiter hinten gestartet waren: Bernd Mayer-Hubner aus Schliersee (von 16 auf 9) und Ursula Janssen aus Tegernsee (von 19 auf 10), beides übrigens Mediziner. Die scheinen bei Grünen-Wählern beliebt zu sein: Den größten Sprung nach vorne machte der Arzt Winfried Dresel aus Warngau (von 58 auf 35). Aus den Mandatsrängen fiel derweil Evelyn Gilde-Back aus Otterfing (9/17). Die neue Kreistagsfraktion wird von größtenteils bekannten Gesichtern dominiert. Mit Harda von Poser würde ein weiteres hinzukommen, falls Wolfgang Rzehak die Stichwahl gewinnt.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Harda von Poser (11/12), Roland Klebe (22/19), Hajo Netzer (12/13).

SPD (5 Sitze)

Bei den Genossen zieht mit Wolfgang Huber, Arzt aus Holzkirchen, ein Urgestein in den Kreistag ein, das sich aus der Kommunalpolitik eigentlich schon zurückgezogen hatte. Von Listenplatz 28 häufelten ihn die SPD-Wähler auf Rang fünf nach vorne. Aus den Mandatsrängen fielen Betty Mehrer aus Weyarn – sie ist erste Nachrückerin – und der 20-jährige Bruno Peetroons aus Otterfing. Den größten Sprung nach oben – von 47 auf 12 – machte Inge Jooß aus Miesbach. Klar ist beim Blick auf die SPD auch: Der künftige Otterfinger Bürgermeister sitzt sicher nicht im Gemeinderat. Wie bei der CSU (siehe oben) landete auch sein SPD-Konkurrent Michael Falkenhahn außerhalb der Mandatsplätze (18, gestartet auf 26). Gleiches gilt für Robert Kühn (8, gestartet auf 12), der in Bad Wiessee in der Stichwahl steht.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Betty Mehrer (3/6), Irmi Ammer (49/16), Thomas Danzer (10/11), Thomas Mandl (16/7)

Freie Wähler (5 Sitze)

Die in Holzkirchen als FWG startende Gruppierung stellte mit 17 Bewerbern das Gros der 44 Kandidaten zählenden Liste der Freien Wähler (FW) – und besetzt auch drei der jetzt errungenen fünf Mandatsplätze. Nach der Wahl ist aus diesen Rängen herausgefallen: Torsten Hensel. Wie die anderen drei Bürgermeisterkandidaten auf der FW-Liste fiel er im Rennen ums Rathaus durch. Den Kreistag verfehlte der auf Rang vier angetretene Hensel um fünf Ränge. Nach vorne geholt haben die Wähler den Rottacher Wirt Josef Bogner (von 6 auf 1) und Martin Rosenberger aus Bayrischzell (von 11 auf 5). Kreistagserfahrung im FW-Quintett haben die Holzkirchner Birgit Eibl und Martin Taubenberger.

FWG (10 Sitze)

Die zehn Mandate der Freien Wähler Gemeinschaft werden im wesentlichen von den Top-Ten-Listenkandiaten besetzt. Quasi herausgewählt wurden Ulrike Stockmeier aus Otterfing (von 8 auf 22) und Peter Höß (von 10 auf 19). Weit nach hinten ging es für Michael Dürr aus Schliersee (von 17 auf 43), viele Plätze gut machte Andreas Estner aus Fischbachau (von 37 auf 14). Für den neuen Fischbachauer Bürgermeister Johannes Lohwasser hat es knapp nicht gereicht. Auch der in Valley in der Stichwahl stehende Bernhard Schäfer (Platz 16) gehört dem Kreistag nicht an.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Michael Lechner (15/15), Franz Zehendmaier (18/12)

Bayernpartei (3 Sitze)

Der an Listenplatz zwei gestartete Kreisvorsitzende und Landtatsgdirektkandidat bon 2018, Loris Marco Gelesch (Valley), wurde auf Platz 24 nach hinten gereicht, dafür statteten die Wähler Balthasar Brandhofer aus Waakirchen, gestartet auf Rang 8, mit dem letzten der drei BP-Kreistagsmandate aus.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Hans Triebel (6/4)

FDP (2 Sitze)

Fast hätten die Wähler Wolfgang Schneider wieder in den Kreistag gehievt. Dem hatte er bis vergangenes Jahr 41 Jahre lang angehört. Gestartet im Niemandsland auf Rang 22, landete in der Endabrechnung auf Platz 4. Zwei Plätze hinter den Mandatsrängen.

Erneut angetreten, aber nicht mehr gewählt: Martin Eberhard (2/3)

ÖDP (2 Sitze)

Die beiden Listenführer Olaf Fries und Kristina Roedel haben es ins Gremium geschafft. Als Nachrücker lauert der Holzkirchner Peter Limmer. Den Landtagsdirektkandidaten von 2018 holten die Wähler von Rang sieben nach vorne.

Sitzverteilung nach Orten*

(in Klammern theoretischer Wert nach Einwohnerzahl)

Holzkirchen 8 (10)

Miesbach 7 (7)

Warngau 6 (2)

Waakirchen 5 (4)

Kreuth 4 (2)

Rottach-Egern 4 (3)

Tegernsee 4 (2)

Schliersee 4 (4)

Gmund 4 (4)

Hausham 3 (5)

Valley 3 (2)

Bayrischzell 2 (1)

Fischbachau 2 (4)

Bad Wiessee 1 (3)

Weyarn 1 (2)

Otterfing 1 (3)

Irschenberg 1 (2)

*Wegen der Landrats-Stichwahl steht fest, dass es einen Nachrücker geben wird: Anastasia Stadler (Rottach-Egern, CSU) oder Harda von Poser (Hausham, Grüne).

Von Daniel Krehl

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