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Will Landrat werden: der Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis.

CSU fällt Entscheidung um Kandidatur

Olaf von Löwis will Landrat werden

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Spekuliert wird seit Monaten, jetzt herrscht Klarheit: Der Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis (64) tritt für die CSU als Landratskandidat an.

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Landkreis – Für Olaf von Löwis war es am Samstag im Bayerischen Hof in Miesbach die zweite Klausur, die seine Landratskandidatur zum Thema hatte. Die zweite? Tatsächlich, so bekennt der Holzkirchner Bürgermeister, habe es die erste bereits in den Weihnachtsferien gegeben. Zwei Wochen lang notierten seine Frau Sibylle und er auf einer Flipchart im Wohnzimmer die Vor- und Nachteile sowohl einer neuerlichen Bürgermeister- als auch einer Landratskandidatur. Ausschlaggebend für die Bewerbung als Landrat war letztlich ein Stichwort, das Löwis eines Morgens notierte: Lust. „Ich habe eine Riesenlust, das zu machen“, sagt der 64-Jährige. „Trotz aller Risiken und der harten Zeit, die in den nächsten Monaten auf mich zukommt.“

Die Risiken und Bedenken, sie wurden am Samstag in der knapp 50-köpfigen Runde aus Kreisvorstand und Kreistagsfraktion durchaus auch diskutiert, berichtet er. So werden mit seinem Verzicht auf die Bürgermeisterkandidatur in Holzkirchen die Karten dort nach nur sechs Jahren wieder völlig neu gemischt. Löwis kam 2014 ins Amt. Und sowohl ihm als auch der CSU ist klar, dass er mit seinen 64 Jahren nur für eine Amtszeit als Landrat kandidieren kann. Einen Makel sieht er darin nicht: „Es ist auch charmant und bietet eine gewisse Unabhängigkeit, nicht auf eine Wiederwahl schielen zu müssen.“

Der Vorschlag, den gelernten Forstwirt als Kandidaten in die Nominierungsversammlung im Herbst zu schicken, fiel dann auch einstimmig. „Es war für mich sehr beeindruckend und eine emotionale Situation, diesen Rückhalt zu spüren“, berichtet Löwis. „Es herrscht eine großartige Aufbruchstimmung.“ Damit steht er als erster Herausforderer des amtierenden Landrats Wolfgang Rzehak (Grüne) fest, welcher erklärtermaßen eine zweite Amtszeit anstrebt.

Eine Landratskandidatur sei nie sein persönliches Ziel gewesen, bekennt der Holzkirchner Bürgermeister. Vor einem Jahr sei diese Option erstmals an ihn herangetragen worden. Mit anderen potenziellen Bewerbern, insbesondere dem Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider (46), habe er daraufhin in den vergangenen Monaten immer wieder Gespräche geführt. Es herrsche, versichert Löwis, bestes Einvernehmen. „Als Kreisfraktionssprecher wird Josef Bierschneider im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen“, sagt der designierte Landratskandidat. „Er ist ein guter Freund und Unterstützer.“

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Ähnlich anerkennend äußert sich der CSU-Kreisvorsitzende Alexander Radwan. Bierschneider, der wegen des abweichenden Bürgermeisterwahl-Turnus in Kreuth als einziger CSU-Rathauschef gefahrlos hätte kandidieren können und lange als einziger Bewerber im Gespräch war, zeige mit seinem Verzicht menschliche Größe. „Er ist grundehrlich und leistet seinen Beitrag für die beste Lösung für Partei und Landkreis“, sagt Radwan. Eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung dürfte freilich der immer noch laufende Sparkassen-Prozess gespielt haben. Als früherem Verwaltungsrat droht Bierschneider ebenso wie Landrat Rzehak weiterhin eine Verurteilung wegen Untreue.

Mit einem Kandidaten Olaf von Löwis rechnet sich die CSU gute Chancen für eine Rückeroberung des Landratsamts aus, das sie nach dem Sturz Jakob Kreidls im Jahr 2014 an einen Grünen hatte abgeben müssen. „Nach sechs Jahren Stillstand haben wir das beste Angebot und die beste Lösung für die Bürger“, sagt Radwan schon ganz in Wahlkampfmanier. Der Anstoß bei großen Themen wie Nahverkehrskonzept oder Beitritt zum MVV sei zuletzt von der CSU gekommen. „Als es darum ging, nach dem Winterchaos auf der Schiene Lösungen zu finden, hat das Olaf von Löwis in die Hand genommen“, erinnert der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete. „Das zeigt, dass es Bedarf an einem Kandidaten gibt, der den Landkreis positiv gestaltet und nicht nur verwaltet.“

sh

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